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DAY BY DAY - IN KAMBALAND
© Andrea Künzig

Andrea Künzig »

DAY BY DAY - IN KAMBALAND

Fotografien 1998-2014

Exhibition: 30 Apr – 11 Jun 2015

Galerie LISTROS

Kurfürstenstr. 33
10785 Berlin

+49 (0)30-3259 1220


listros.de

Tue, Wed, Fri 12-16, Thu 12-2, Sat 10-16

DAY BY DAY - IN KAMBALAND
© Andrea Künzig

Andrea Künzig
"DAY BY DAY – IN KAMBALAND"
Fotografien von Andrea Künzig aus den Jahren 1998-2014


Ausstellung: 30. April bis 11. Juni 2015

Künstlergespräch: Donnerstag, 21. Mai, 20 Uhr
Finissage: Donnerstag, 11. Juni, 19 Uhr

Mit einer erstmalig in Deutschland zu sehenden Werkschau präsentiert die GALERIE LISTROS Aufnahmen aus 15-jähriger fotografischer Arbeit der Dokumentarfotografin Andrea Künzig. In den herausragenden Fotografien, die in der Tradition von René Burri und Werner Bischof stehen, widmet sich die Fotografin dem Leben einer afrikanischen Familie in Kenia.

Auch in dieser Dokumentation ist die Arbeitsweise von Andrea Künzig durchgängig von einer hohen Sensibilität und einer einfühlsamen Herangehensweise an das Thema geprägt. Ihre Annäherung an die porträtierten Menschen zeugen von einem respektvollen und zutiefst menschlichen Blick auf deren Lebensumstände.

1998 fährt Andrea Künzig erstmals nach Kenia. Sie dokumentiert im Auftrag der Zeitschrift GEO für das Projekt „Menschenkinder“ den Alltag und die Lebensumstände des kenianischen Jungen Francis Mutia, der als neuntes Kind seiner Eltern Susanna und David zur Welt kam. Aus dem Säugling, der unter dramatischen Umständen das Licht der Welt erblickte, ist inzwischen ein selbstbewusster Schüler an der Schwelle zum Erwachsenensein geworden.

Beim ersten Besuch lebte die Fotografin über ein halbes Jahr mit den Menschen in Kambaland zusammen und dokumentierte ihren Alltag. Seitdem verbringt sie regelmäßig mehrere Wochen in dem kleinen ostafrikanischen Dorf Musalala, eine ländliche Siedlung ohne fließendes Wasser und Strom. Mehrere Fotografen sind an dem ungewöhnlichen Langzeitprojekt „Menschenkinder“ beteiligt und begleiten die Entwicklung eines Kindes in Deutschland, Vietnam und Kenia mit der Kamera.

Für Andrea Künzig ist ein Herzensprojekt daraus geworden. In der Ausstellung "day by day - in Kambaland" führt sie erstmals umfassend in den Alltag dieser dörflichen Gemeinschaft ein und beschreibt die Lebensumstände in Kambaland anhand ausgewählter Aufnahmen. Gezeigt werden Fotografien der kenianischen Landschaft: Luftaufnahmen fangen die Kargheit des weitflächigen Gebietes ein, auch als Folge fortschreitender illegaler Abholzung.

Sehr viele Fotografien beschäftigen sich mit dem Leben und dem Alltag der Familien, insbesondere der Frauen und Kinder. Es wird deutlich, wie wichtig die Frauen für die Gemeinschaft sind, sie verrichten alle notwendigen Arbeiten und sind diejenigen, die das Dorf in Gang halten. Selbst die jüngsten Kinder helfen mit und erledigen notwendige Aufgaben wie Feuerholz sammeln oder Wasser holen. Das Beispiel von Francis zeigt deutlich, was es bedeutet, wenn ein Kind den Kreislauf von Armut und mangelnder Bildung durchbricht. Die Schulausbildung eröffnet Chancen für ein anderes Leben.

DAY BY DAY - IN KAMBALAND
© Andrea Künzig

Nach einem Abschluss in internationaler Politikwissenschaft begann Andrea Künzig 1994 als Dokumentarfotografin zu arbeiten. Wechselnde Orte als Basis ihrer Tätigkeit waren in den vergangenen zwei Jahrzehnten die Städte Jerusalem, Nairobi, Berlin und Istanbul. Ihre Fotografien aus und über Afrika wurden mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Schwerpunkte ihrer Fotoreportagen in ostafrikanischen Ländern sind vor allem Frauen– und Kinderthemen. Unter anderem erhielt sie 2013 den "Medienpreis der Kindernothilfe" für "Die tapferen Kinder aus Kampala", eine Dokumentation über Kinderhaushalte in Uganda.. 2010 wurde sie mit dem "Europäischen Journalisten Preis für Excellence" der "World Population Foundation" ausgezeichnet für eine "Fistula – Reportage" aus Äthiopien.

Neben eigenen Projekten werden Künzigs Arbeiten regelmäßig in Magazinen und Zeitungen veröffentlicht und international ausgestellt, u.a. National Geographic Traveler, GEO, Der Spiegel, DIE ZEIT oder Deutsche Welle. Andrea Künzig ist Mitglied der Fotoagentur laif. Als monografische Fotobände sind bisher im Kehrer Verlag erschienen: "Visions: Palestine" (2004) und "Istanbulum" (2010).

Weitere Informationen: andreakuenzig.de

Hendrik Neubauer MA im Gespräch mit Andrea Künzig: Donnerstag, 21. Mai, 20 Uhr

Das Thema Afrika hat Hendrik Neubauer als Redakteur und Herausgeber in den letzten zwei Jahrzehnten immer wieder mit der Fotografin Andrea Künzig zusammengeführt. So auch bei dem Projekt "The Survivors. Vom Ureinwohner zum Weltbürger. Überleben im 21. Jahrhundert" (2008). Das Buchprojekt umrundet in Reportagen 80 Ethnien in der ganzen Welt. Das Spektrum reicht vom Naturvolk der Zoe, die beschlossen haben, sich wieder in den Regenwald am Amazonas zurückziehen, bis zum voll vernetzten Stamm der Kayapo, die – ebenfalls am Amazonas – auf der gesamten Klaviatur der Medien spielen und wirtschaftlich weit über die Grenzen ihrer Region aktiv sind. Dieser Prozess in den Peripherien der Welt ist in vollem Gange und verändert sich in immer schnelleren Zyklen. Vor diesem Hintergrund möchte ich Andrea Künzig befragen, welche Erfahrung sie in Kambaland bei ihrem dokumentarischen Langzeitprojekt gemacht hat.

Hendrik Neubauer (*1960 in Hamburg) ist ein deutscher Historiker, Publizist und Kommunikationsberater. Seit Mitte der 1990er Jahre arbeitet er als Herausgeber von Publikationen zur Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts. Erwar berufenes Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Photographie (2002-2011). Seit 2014 ist er als Fotografie-Experte in die Jury des Grenzgänger Stipendiums "Europa und seine Nachbarn" berufen worden (Ein Förder-Programm der Robert Bosch Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Literarischen Colloquium Berlin).

DAY BY DAY - IN KAMBALAND
© Andrea Künzig