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Movements along the Periphery / Bewegungen an der Peripherie
Silke Grossmann
Raumwiese VI von VI, 2011
Silbergelatineprint / gelatin silver print, 31x 47 cm auf/on 50 x 60 cm
© Silke Grossmann

Silke Grossmann »

Movements along the Periphery / Bewegungen an der Peripherie

Exhibition: 30 Apr – 26 Jun 2016

Fri 29 Apr 19:00

Alfred Ehrhardt Stiftung

Auguststr. 75
10117 Berlin

+49 (0)30-20095333


www.aestiftung.de

Tue-Sun 11-18

Movements along the Periphery / Bewegungen an der Peripherie
Silke Grossmann
Nymindegab, 2011
5 Fotografien, Silbergelatineprints / 5 photographs, gelatin silver prints, 46,5 x 159 cm
© Silke Grossmann

Silke Grossmann
"Movements along the Periphery"

Exhibition: 30 April – 26 June 2016
Opening: Friday, 29 April, 7 p.m.

Exploration of the effect of the language and materiality of photography and its relationship to human perception is at the heart of Silke Grossmann’s artistic work. At the same time she constantly examines man’s affinity for his immediate surroundings, be it in in a landscape – as in this exhibition, devised specifically for Movements along the Periphery at the Alfred Ehrhardt Stiftung – or in the urban realm as in earlier works.

Her "partial portraits" are embedded in a nature that she probes and feels, that she approaches; with which she seeks a dialogue and to which she builds up closeness. At the same time her physical presence is always implied in the image, for her concern is to experience a landscape through all physical senses in a process of constant transformation: “Landscape, or rather remote pieces of nature in my photographs are understood as an undirected space that surrounds me: a space that moves the gaze, a space in which I linger, a space that I experience slowly as I walk along. Position and movement of the observing subject are part of the pictorial occurrence – the margin of the image is thought of as a permeable membrane. Perception originates not only in the eyes but in the whole body and also takes in the space behind our back”. As a consequence choreographically dynamic, cinematically conceived black-and-white sequences are created in which she loses the overview of the landscape and the horizon. She prefers such amorphous landscapes as Northern German meadows and dunes, which move constantly, cannot be captured and deliver only very few geographic clues. The famous film essayist Frieda Grafe described Silke Grossmann’s deliberately sought weightlessness and lack of orientation as "circling of the square".

In this exhibition the artist makes use of the possibilities of digital image production with a wall display that extends across the whole length of the exhibition space in the form of an image montage. The other half of the exhibition shows analogue silver gelatine prints. Silke Grossmann utilizes the interdependency of image and space in between, of image arrangement and image medium. As professor of photography at the Hamburg University of Fine Arts in the department Graphic Art / Typography / Photography, she examines photography in the context of other arts as well as media correspondences to, for instance, experimental film or the book as an independent artistic object. Not only has she published her own books and experimental photography films but also contributes to the editorial work of the university’s Materialverlag, has supervised numerous publications and co-founded edition fotografie, which she edits.

Therefore it is hardly surprising that she takes up the compositional styles of photobooks. In her pictorial groups the white spaces are compositional elements that hold together the overall picture in a balanced "field of movement". The montage of these alu-dibond laminated digital prints is arranged on the same plane. This allows a different internal elevation than is possible with classic barite prints, as they are commonly surrounded by passe-partouts, delimited from the wall by their frames and protected by a pane of glass. She hereby takes up another phenomenon of our perception: "One has a field of vision which continues, in which peripheral perception plays an important role. What you see in the centre you can be sure of, so to speak, and what happens along the periphery is the exciting, the uncertain. Movements are registered the most sensitively out of the corner of the eye, in an archaic way like animals, which have to be able to recognize dangers emerging from the periphery instantly." Movements along the Periphery invites visitors to focus their gaze on their own existence in the natural environment.

Movements along the Periphery / Bewegungen an der Peripherie
Silke Grossmann
Susch, 2004
Silbergelatineprint, Negativfotografie / gelatin silver print, negative photograph
© Silke Grossmann

Silke Grossmann
"Bewegungen an der Peripherie"

Ausstellung: 30. April bis 26. Juni 2016
Eröffnung: Freitag, 29. April, 19 Uhr

Im Zentrum der künstlerischen Arbeit von Silke Grossmann steht die Erforschung der Wirkungsweisen von Sprache und Materialität der Fotografie und deren Bezug zur menschlichen Wahrnehmung. Dabei untersucht sie stets die Verbindung des Menschen mit seiner unmittelbaren Umgebung, sei es in einer Landschaft – wie in der eigens für die Alfred Ehrhardt Stiftung konzipierten Ausstellung Bewegungen an der Peripherie – oder im urbanen Raum wie in früheren Arbeiten.

Ihre "Portrait-Teilansichten" sind eingebettet in eine Natur, die sie sich ertastet, erfühlt, der sie sich annähert, mit der sie das Zwiegespräch sucht und zu der sie Vertrautheit aufbaut. Dabei ist ihre physische Präsenz immer im Bild inbegriffen, denn es geht ihr darum, eine Landschaft durch alle körperlichen Sinne in einem sich ständig wandelnden Prozess zu erfahren: "Landschaft oder vielmehr abgelegene Naturstücke in meinen Fotografien sind als ein mich umgebender, nicht gerichteter Raum aufgefasst, der den Blick bewegt, in dem ich verweile, den ich langsam im Gehen erlebe. Position und Bewegung des betrachtenden Subjekts sind Teil des Bildgeschehens – der Bildrand ist als durchlässige Membran gedacht. Denn Wahrnehmung geht ja nicht nur von den Augen, sondern vom ganzen Körper aus und schließt auch den Raum hinter unserem Rücken mit ein." In der Konsequenz entstehen tänzerisch bewegte, filmisch gedachte Schwarz-Weiß-Sequenzen, in denen sie den Überblick über die Landschaft und den Horizont verliert. Sie bevorzugt amorphe Landschaften wie die norddeutschen Wiesen- und Dünenlandschaften, die sich stets bewegen, nicht fassen lassen und nur wenige geographische Anhaltspunkte liefern. Die berühmte Filmessayistin Frieda Grafe bezeichnete Silke Grossmanns bewusst gesuchte Schwere- und Orientierungslosigkeit als "Verkreiselung des Vierecks".

Für diese Ausstellung nutzt die Künstlerin die Möglichkeiten digitaler Bildproduktion, um eine sich über die gesamte Länge der Stiftungsräume erstreckende Wandabwicklung als "Montagewand" zu entwickeln. Die andere Hälfte der Ausstellungsfläche wird mit Barytabzügen bespielt. In dieser Weise nutzt sie die Wechselbeziehung von Bild und weißem Zwischenraum sowie von Bildanordnung und Bildträger. Als Professorin für Künstlerische Fotografie an der HFBK Hamburg im Studienschwerpunkt Grafik/ Fotografie/ Typografie untersucht sie Fotografie im Kontext anderer Künste sowie mediale Korrespondenzen etwa zum experimentellen Film oder zum Buch als eigenständigem künstlerischem Objekt. Sie hat nicht nur eigene Künstlerbücher und experimentelle Fotofilme veröffentlicht, sondern ist auch an der redaktionellen Arbeit des Materialverlags der Hochschule beteiligt, hat zahlreiche Publikationen betreut und die edition fotografie mitbegründet, die sie herausgibt.

So nimmt nicht wunder, wenn sie die Gestaltungsweisen von Fotobüchern aufgreift. In ihren Bildgruppen gehören die Weißräume kompositionell zum Bild, die das daraus entstehende Gesamtbild in einem austarierten "Bewegungs-Feld" zusammenhalten. Die Anordnung innerhalb des Gefüges wird in eine einheitliche Fläche gebracht, die eine andere Wandabwicklung erlaubt als der Umgang mit dem klassischen Barytabzug, der geläufig vom Passepartout eingekleidet ist, von der Wand durch den Rahmen abgegrenzt und durch eine Glasscheibe geschützt ist. Damit greift sie ein weiteres Phänomen unserer Wahrnehmung auf: "Man hat ein Gesichtsfeld, das weitergeht, in dem die periphere Wahrnehmung eine wichtige Rolle spielt. Das was im Zentrum ist, ist sozusagen das Sichere, und das, was halb unbewusst an der Peripherie geschieht, ist das Spannende, das Ungewisse. Bewegungen, werden an den Blickrändern am empfindlichsten registriert, in dieser archaischen Weise wie bei Tieren, die von der Peripherie herkommende Gefahren sofort erkennen müssen." Bewegungen an der Peripherie lädt ein, den Blick auf die eigene Existenz im Naturraum zu schärfen.

Movements along the Periphery / Bewegungen an der Peripherie
Silke Grossmann
Süllbergsterrasse, 1997
Pigmentdruck / pigment print, 55,5 x 37 cm
© Silke Grossmann
Movements along the Periphery / Bewegungen an der Peripherie
Silke Grossmann
Nehmten, 1999
Silbergelatineprint / gelatin silver print, 37 x 55 cm
© Silke Grossmann