Hier können Sie die Auswahl einschränken.
Wählen Sie einfach die verschiedenen Kriterien aus.

eNews

X


Documenting the ephemeral
© Manfred Paul
"Nature Morte" (Stillleben) 1983-1985
Verblühter Tulpenstrauss, 1984
Silbergelatineabzug
20 x 24 (30 x 40) cm

Documenting the ephemeral

Photographs from the Collection Regard, Berlin

Margret Hoppe » Rainer König » Manfred Paul » Ulrich Wüst »

Exhibition: 10 Nov – 21 Dec 2016

Wed 9 Nov 19:00

Goethe-Institut Paris

17, avenue d'Iena
75016 Paris

+33(0)1-44439230


www.goethe.de/paris

Mon-Fri 9-21 . Sat 9-14

Documenting the ephemeral
© Ulrich Wüst
Die Pracht der Macht, Berlin, 1988
19,5 x 27,0
Silbergelatineabzug

"Documenting the ephemeral"
Photographs from the Collection Regard, Berlin


Exhibition: 10 November – 21 December 2016
Opening: Wednesday, 9 November, 7pm
In the presence of Manfred Paul, Margret Hoppe and collector Marc Barbey

A further exhibition of Collection Regard runs parallel at Galerie Binome, Paris:
"Nature and Industry"
Photographs by Hein Gorny und Manfred Paul
4 November – 23 December 2016
www.galeriebinome.com/

Goethe-Institut Paris presents the exhibition "Dokumente des Vergänglichen" (Transient Documents), which showcases photographic works of the artists Margret Hoppe, Rainer König, Manfred Paul und Ulrich Wüst. All of these differing approaches employ the photographic act as a way of capturing fleeting and irretrievable objects. On the one hand these works illustrate revolutionary social upheavals such as the fall of the Berlin Wall and on the other, extremely subjective, existential insights that attempt to capture the transience of the human condition. The photographs vary from subtle moments of reflection to representational documentation of irreversible change.

Margret Hoppe (1981) explores the traces of art in former East Germany with her work Die verschwundenen Bilder (The Lost Images), 2015-2010. She documents the empty spaces in rooms or on walls and building facades, which are created when photographs are removed or painted over. Her titles refer to the ‘lost images’ and consequently act as proxies through their mention of author, photographic title, year and location. Hoppe’s photographs illustrate absence, however the titles evoke dreamlike imaginings of these former people and lives.

Rainer Königs‘ (1926) cycle, Das Haus von Hannah Höch (Hannah Höch’s House) was created in June 1978, following the death of the Dada artist. The cycle is a photographic inventory of her work and living spaces shortly before they were dissolved. König succeeds in capturing the garden, the house and Höch’s images (1889 – 1978) that she herself defined as a Gesamtkunstwerk. At the cross-section of documentary photography and still life, König’s photographs articulate the question of human transience literally: what is left of a life?

Manfred Paul (1942) is recognized as one of the leading exponents of GDR auteur photography. His tableaus consist of Polaroids that capture each moment: they are both decisive and arresting. The work Grenzenlose Räume – Bilder über den Abriss der Berliner Mauer (Endless Spaces – Photographs from the Fall of the Berlin Wall), 1989/90 express a ‘no man’s land’ in a state of flux. In contrast, Paul’s still lifes intimately portray the life of the loner: simultaneously depicting these individuals whilst demonstrating the transience of their existence.

Ulrich Wüst (1949) is recognized as one of the most distinguished photographers of former East Germany. The body of work Die Pracht der Macht (The Magnificence of Power), 1984 – 1990, focuses on the staging of power, by re-contextualising the details of former symbols of power in architecture and sculpture, which have been taken outside of context. Wüst’s photographs were created in Paris, Dresden, Nuremberg and Berlin and illustrate transience through their associations of former significance combined with their detailed representation and thus symbolic estrangement.

The exhibition’s presentation references the historical "Studiolo". This concept originated during the Renaissance and designates a room that is intended only for the study of art. It’s characteristic is that it is a hidden place of retreat to study and think, in what is usually a public building. The “Studiolo” is furnished with art and books. The visitor’s experience is reflected in the way one engages with the photographs and encompasses the space – similar to that of the gallery spaces at Collection Regard in Berlin. This ambience contrasts to the classic ‘white cube’ in its cosy atmosphere. The collection, which also acts as a "salon", aims to consciously create an intimate dialogue with the photographs and the opportunity to engage with like-minded souls.

The exhibition is curated by Katharina Scriba, Program Manager of Goethe-Institut Paris and Antonio Panetta, the Artistic Director of Collection Regard. The native Italian studied Architecture in Florence in 1996 from when he moved to Berlin to study Fine Arts under Dieter Appelt at the Universität der Künste (UdK) till 2000. He works as a freelance artist, photography lecturer and curator in Berlin.

Documenting the ephemeral
© Margret Hoppe
Hartwig Ebersbach, Antiimp. Solidarität 1977, Öl auf Sperrholz, Altenhain 2003
C-Print, gerahmt hinter Glas
125 x 100 cm

"Dokumente des Vergänglichen"
Fotografien aus der Collection Regard, Berlin


Ausstellung: 10. November bis 21. Dezember 2016
Eröffnung: Mittwoch, 9. November, 19 Uhr
in Anwesenheit von Manfred Paul und Margret Hoppe sowie des Sammlers Marc Barbey

Parallel präsentiert die Galerie Binome, Paris eine weitere Ausstellung der Collection Regard:
"Natur und Industrie"
Fotografien von Hein Gorny und Manfred Paul
4. November bis 23. Dezember 2016
www.galeriebinome.com/

Die im Goethe-Institut Paris präsentierte Ausstellung Dokumente des Vergänglichen zeigt künstlerische Positionen der Fotografen Margret Hoppe, Rainer König, Manfred Paul und Ulrich Wüst. Sie alle halten durch den fotografischen Akt auf unterschiedliche Weise vorübergehende, unwiederbringliche Zustände fest. So bezeugen ihre Arbeiten einerseits sowohl epochale gesellschaftliche Umbrüche wie den Fall der Berliner Mauer, andererseits sehr subjektive, existenzielle Einblicke, die die Flüchtigkeit des menschlichen Daseins zu fassen versuchen. Die Fotografien variieren von subtilen Momenten des Innehaltens bis zur protokollierenden Dokumentation des unaufhaltsamen Wandels.

Margret Hoppe (1981) geht für ihre Arbeit "Die verschwundenen Bilder", 2005-2010 den Spuren von Kunst aus der ehemaligen DDR nach. Sie dokumentiert die Leerstellen in Räumen, an Wänden oder an Hausfassaden, die nach dem Abnehmen oder Übermalen der Bilder entstanden sind. Die Titel der Fotografien verweisen durch die Erwähnung von Autor, Bildtitel, Jahr und Ort auf die "verschwundenen Bilder" und agieren somit als Stellvertreter für diese. Mit den Fotografien wird Abwesenheit sichtbar gemacht, wobei beim Lesen der Titel eine schemenhafte Imagination des einst Dargestellten hervorgerufen wird.

Rainer Königs‘ (1926) Zyklus Das Haus von Hannah Höch, entstand im Juni 1978, unmittelbar nach dem Tod der Dada-Künstlerin. Die Arbeit ist eine fotografische Bestandsaufnahme ihrer Lebens- und Arbeitsräume kurz vor deren Auflösung. König gelingt es, den Garten, das Haus und die Bilder Höchs (1889–1978) die Sie selbst als ein Gesamtkunstwerk bezeichnete nach ihrem Tod festzuhalten. An der Schnittstelle von Dokumentarfotografie und Stillleben artikulieren Königs Bilder die Frage nach Vergänglichkeit konkret: Was bleibt von einem Leben?

Manfred Paul (1942) ist eine der wichtigen Figuren der DDR Autorenbiografie. Seine Tableaus bestehend aus Polaroids begreifen jedes Bild in seinem Moment: Sie konzentrieren sich auf den Zeitpunkt und halten ihn fest. Die fotografischen Studien zu der Arbeit Grenzenlose Räume – Bilder über den Abriss der Berliner Mauer (1989/90) vermitteln so "ein Niemandsland ohne Menschen", welches so nicht mehr lange existieren sollte. Anders hingegen zeigen seine Stillleben intime Einblicke in das Leben des Einzelnen: Sie erzählen von den Menschen und gleichzeitig von der Vergänglichkeit ihrer Existenz.

Ulrich Wüst (1949) zählt zu den wichtigsten Fotografen der ehemaligen DDR. Er beschäftigt sich in seiner Arbeit Die Pracht der Macht (1984-1990) mit der Inszenierung von Macht, indem er in fotografischen Ausschnitten Details vergangener Machtsymbole aus Architekturen und Skulpturen ihrem eigentlichen Kontext entzieht und neu positioniert. Die in Paris, Dresden, Nürnberg und Berlin entstandenen Aufnahmen kombinieren das Thema der Vergänglichkeit der einst vorhandenen Botschaft des Abgebildeten mit der durch ausschnitthafte Darstellung erreichten Entfremdung des Symbols.

Die Präsentation der Werke nimmt Bezug auf die Idee des historischen "Studiolo". Dieses aus der Zeit der Renaissance stammende Konzept bezeichnet einen Raum, der sich ganz dem Studium der Kunst widmet. Seine Besonderheit besteht darin, dass er sich als verborgener Rückzugsort zum Studieren und Nachdenken in einem sonst für die Öffentlichkeit zugänglichen Gebäude befindet. Das "Studiolo" ist mit Kunstwerken und Büchern ausgestattet. Das Erleben der Bilder wird so auch durch den umgebenden Raum mitgetragen, ähnlich wie in den Ausstellungsräumen der Collection Regard in Berlin. Dieses Ambiente verbreitet im Gegensatz zum klassischen "whitecube" eine bewusst wohnliche Atmosphäre. Die Sammlung, die sich gleichermaßen als "Salon" versteht, möchte bewusst einen persönlich-privaten Zugang zu den Photographien schaffen und die Möglichkeit bieten, sich unter Gleichgesinnten auszutauschen.

Die Ausstellung wurde kuratiert von Katharina Scriba, Programmbeauftragte des Pariser Goethe-Instituts, und Antonio Panetta, Künstlerischer Leiter der Collection Regard. Der gebürtige Italiener wechselte nach seinem Architekturstudium in Florenz 1996 nach Berlin und studierte anschließend bis 2000 Bildende Kunst bei Dieter Appelt an der Universität der Künste (UdK). Seitdem lebt und arbeitet er als freischaffender Künstler, Dozent für Fotografie und Kurator in Berlin.

Documenting the ephemeral
© Rainer König
Berlin-Schulzendorf, Haus Hannah Höch, westl. Laubengang, 1978
18,4 x 18,0 cm
Documenting the ephemeral
© Margret Hoppe
Bernhard Heisig, ohne Titel 1969, Sgraffito, Gästehaus am Park, Leipzig 2006
C-Print 110 x 140 cm gerahmt hinter Glas, 2016
Auflage Nr 5/5 + 2 A.P.