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NAUTILUS
Fritz Block
Riesenstachelschnecke/Murex inflatus (Röntgenaufnahme)
1931
Silbergelatine, 15 x 11,6 cm
© Fritz Block Estate Archive, Stockholm/Hamburg

NAUTILUS

Snails, Mussels, and Other Mollusks in Photography / Schnecken, Muscheln und andere Mollusken in der Fotografie

Herbert Bayer » Imogen Cunningham » Alfred Ehrhardt » Andreas Feininger » Florence Henri » Horst P. Horst » Fred Koch » Herbert List » Man Ray  » Lee Miller » Aenne Mosbacher » Walter Peterhans » Edward Steichen » Otto Steinert » Josef Sudek » Edward Weston » Wols (Alfred Otto Wolfgang Schulze) » & others

Exhibition: 13 Jan – 15 Apr 2018

Fri 12 Jan 19:00

Alfred Ehrhardt Stiftung

Auguststr. 75
10117 Berlin

+49 (0)30-20095333


www.alfred-ehrhardt-stiftung.de

Tue-Sun 11-18, Thu 11-21

NAUTILUS
Herbert List
Fortsetzung im Irrealen, Ostsee Strand, 1934
Silbergelatine, 12,4 x 14,3 cm
© Herbert List Nachlass, Hamburg

"NAUTILUS"
Snails, Mussels, and Other Mollusks in Photography


Exhibition: 13 January – 15 April, 2018
Opening: Friday, 12 January, 7 pm

In addition to plants and crystals, snails, shells, and other mollusks (conchs) are among the "structural forms in nature" that particularly fascinated the photographers of the modern era. The Alfred Ehrhardt Foundation is presenting the first exhibition dedicated exclusively to this photographic subject matter along with an accompanying catalogue. The starting point of the exhibition is the collection of photographs from the estate of Alfred Ehrhardt, which the photographer published in his photo books Muscheln und Schnecken (Shells and Snails, 1941) and Geprägte Form (Shaped Form, 1968).

The invention of photography in the second half of the 19th century brought new possibilities for scientific documentation, for which the shells of snails and sea animals served as popular motifs. X-ray photography was especially important in this context, providing a view into the inner structure of these natural forms. In the 1920s shells became a subject matter in autonomous, artistic photography. Both natural philosophy and the influence of New Objectivity played a role in this newfound interest, as did the notion of using such "structural forms in nature" as inspiration for design and architecture. Marking the beginning of this interest was the highly acclaimed thematic issue of the Dutch avant-garde magazine Wendingen, which was published in 1923 with shell and snail photographs by Bernard Eilers and J. B. Polak. Somewhat later in the US, Edward Weston created iconic images of modern photography with his photographs of shells, which were shown in 1929 in the influential exhibition Film und Foto in Stuttgart. His photograph Nautilus Shell (1927) is today among the most expensive photographs one can buy.

Other American photographers who creatively used shells and snails in their images include Edward Steichen and Imogen Cunningham. In the German-speaking world, various photographers of New Objectivity are distinguished by their images of shells and snails—from Fred Koch to Aenne Mosbacher, Fritz Kühn, and Gerhard Kerff. Particularly worthy of note are the recently rediscovered photographs of the Hamburg architect and photographer Fritz Block. A true highpoint of the exhibition are the photographs that Alfred Ehrhardt produced for his book Muscheln und Schnecken (Shells and Snails, 1941). In contrast, examples from a Surrealist context offer a very different view of these natural objects, as conveyed by the photographs of Herbert Bayer, Man Ray, and Herbert List. The exhibition concludes with a look at photographic positions after 1945 that have explored the theme of shells and snails from various perspectives, including Josef Sudek, Andreas Feininger, Wols, and Otto Steinert.

Moreover, Alfred Ehrhardt’s prize-winning film Tanz der Muscheln (1956) will be shown. In addition to original photographs, the exhibition also includes real shells from the collection of Alfred Ehrhardt as well as loans from the Museum für Naturkunde Berlin. Through this topic and the manner in which it is presented, the exhibition aims to show the development of public and research-based interest in scientific images and the fertile exchange between the natural sciences and photography.

Published on the occasion of the exhibition is a 128-page catalogue with 50 color and 78 blackand- white illustrations and three text contributions, hardcover, Michael Imhof Verlag, € 19.95

NAUTILUS
Wols
Ohne Titel [Stillleben – Muschel]
1938–1939, Abzug 1970er Jahre
Silbergelatine, 23,9 x 17,8 cm
© VG Bild-Kunst, Bonn 2017
Courtesy Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

"NAUTILUS"
Schnecken, Muscheln und andere Mollusken in der Fotografie


Ausstellung: 13. Januar bis 15. April 2018
Eröffnung: Freitag, 12. Januar, 19 Uhr

Neben Pflanzen und Kristallen gehören Gehäuse von Schnecken, Muscheln und anderen Mollusken (Conchylien) zu jenen "Bauformen der Natur", die die Fotografen der Moderne besonders fasziniert haben. Die Alfred Ehrhardt Stiftung widmet diesem fotografischen Bildthema eine eigene Ausstellung mit begleitendem Katalogbuch. Den Ausgangspunkt dafür bilden die im Nachlass des Fotografen erhaltenen Aufnahmen, die Alfred Ehrhardt in seinen Fotobüchern Muscheln und Schnecken (1941) und Geprägte Form (1968) veröffentlicht hat.

Das Interesse der Menschheit an Muschelschalen und Schneckengehäusen geht bis in frühkulturelle Zeiten zurück und hat in der Kulturgeschichte viele Spuren hinterlassen, nicht zuletzt in der Bildenden Kunst. Conchylien waren für Künstler und Fotografen nicht nur aufgrund ihres faszinierenden Formenreichtums, ihrer Schönheit, ihrer skulpturalen Qualität sowie der Magie ihres mathematisch exakten Spiralwachstums ein beliebtes Motiv. Mehr als durch jedes andere künstlerische Medium wurde die Conchylie durch die Fotografie als kosmisches, religiöses, mythologisches oder sexuelles Symbol zum Bedeutungsträger einer Welt jenseits des Materialen von überzeitlicher Gültigkeit.

Mit der Erfindung der Fotografie ergab sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine neue Möglichkeit der wissenschaftlichen Dokumentation, für die gerade auch Muscheln und Schnecken als Motive dienten. Eine besondere Stellung nahm dabei die Röntgenfotografie ein, die Einblicke in die innere Struktur der Schalentiere eröffnete. In den zwanziger Jahren wurden Conchylien zum Bildthema einer nun künstlerisch autonomen Fotografie. Naturphilosophische und neusachliche Aspekte spielten dabei ebenso eine Rolle wie die vermeintliche Vorbildfunktion dieser "Bauformen der Natur" für Architektur und Design. Am Beginn steht ein 1923 erschienenes, damals viel beachtetes Themenheft der holländischen Avantgarde-Zeitschrift Wendingen (1923) mit Muschel- und Schneckenfotografien von Bernard Eilers und J. B. Polak. In den USA schuf Edward Weston mit seinen Muschelaufnahmen wenig später Ikonen der Fotomoderne, die 1929 auch auf der einflussreichen Ausstellung Film und Foto in Stuttgart zu sehen waren. Seine Aufnahme Nautilus Shell (1927) zählt heute zu den teuersten Fotos überhaupt. Unter den amerikanischen Fotografen haben sich u.a. auch Edward Steichen und Imogen Cunningham kreativ mit Muscheln und Schnecken beschäftigt.

Im deutschsprachigen Raum sind verschiedene Vertreter der sachlichen Fotografie durch Aufnahmen von Muscheln und Schnecken hervorgetreten − von Fred Koch über Aenne Mosbacher, Fritz Kühn bis Gerhard Kerff. Eine Besonderheit bilden dabei die erst kürzlich wiederentdeckten Röntgenfotos des Hamburger Architekten und Fotografen Fritz Block. Einen Höhepunkt schließlich stellen die Aufnahmen dar, die Alfred Ehrhardt für sein Buch Muscheln und Schnecken (1941) angefertigt hat. Eine gänzlich andere Sicht auf diese Naturobjekte vermitteln hingegen Beispiele in surrealistischem Kontext mit Aufnahmen von Herbert Bayer, Man Ray oder Herbert List. Die Ausstellung schließt mit einem Ausblick auf fotografische Positionen, die sich nach 1945 auf unterschiedliche Weise mit dem Bildthema "Muscheln und Schnecken" auseinandergesetzt haben – von Josef Sudek über Andreas Feininger zu Wols oder Otto Steinert. Zusätzlich wird Alfred Ehrhardts preisgekrönter Film Tanz der Muscheln (1956) gezeigt.

Neben Originalfotografien werden auch reale Conchylien aus der Sammlung von AlfredEhrhardt gezeigt, ergänzt um Leihgaben des Museums für Naturkunde Berlin. Durch das Thema und seine Darstellungsweise soll zugleich dem gewachsenen Interesse von Publikum und Forschung am wissenschaftlichen Bild, also der fruchtbaren Wechselbeziehung zwischen Naturkunde und Fotografie Rechnung getragen werden.

Zur Ausstellung ist ein Katalog mit 128 Seiten, 50 Farb- + 78 SW-Abbildungen und drei Textbeiträgen, Hardcover, Michael Imhof Verlag, € 19,95 erschienen.

Begleitende Veranstaltungen:

18. Januar und 22. März 2018, 18 Uhr:
Ausstellungsführung durch die Kuratorinnen Stefanie Odenthal M.A. und Dr. Christiane Stahl

7. März 2018, 19 Uhr:
Prof. Dr. Werner Schnell, Lichtbildervortrag "Wie Alfred Ehrhardt um 1940 mit seinen Fotografien mittelalterliche Skulpturen in die Gegenwart holte"

11. April 2018, 19 Uhr:
Prof. Dr. Hans-Jörg Rheinberger, Lichtbildervortrag "Spiraltendenzen in Kultur und Natur"

Der Eintritt ist frei. Bitte Voranmeldung per e-Mail: info@alfred-ehrhardt-stiftung.de

NAUTILUS
Walter Peterhans
Ohne Titel [Stillleben mit Stoff und Muschel]
um 1929, späterer Abzug
Bromsilbergelatine, 29,2 x 39,3 cm
© Nachlass Walter Peterhans, Museum Folkwang, Essen
NAUTILUS
Fred Koch
Nautilus pompilius
undatiert
Silbergelatine, 23 x 16,5 cm
Courtesy Sammlung Dr. Hans Schön