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Exposures
Barbara Probst
Exposure #138: Munich, Nederlingerstrasse 68, 08.13.18, 2:47 p.m.
2018
Ultrachrome ink on cotton paper
3 parts: 112 x 75cm / 44 x 29 inches
Edition of 5
courtesy: Galerie Kuckei + Kuckei, Berlin

Barbara Probst »

Exposures

Exhibition: 15 Mar – 18 Apr 2019

Fri 15 Mar 18:00 - 21:00

Kuckei + Kuckei

Linienstr. 107/108
10115 Berlin

+49 (0)30-8834354


www.kuckei-kuckei.de

Tue-Fri 11-18, Sat 11-17

Exposures
Barbara Probst
Exposure #140: Munich, Nederlingerstrasse 68, 09.07.18, 5:13 p.m.
2018
Ultrachrome ink on cotton paper
3 parts: 112 x 75cm / 44 x 29 inches
Edition of 5
courtesy: Galerie Kuckei + Kuckei, Berlin

Barbara Probst
"Exposures"

Exhibition: 15 March – 18 April, 2019
Opening: Friday, 15 March, 6-9pm

A half-visible cup of coffee is nearly full. A few drips of coffee on the lip of the cup give the impression of someone having already taken a sip. It is positioned on a dark wooden table in the center of a pool of liquid. The liquid is clear, allowing the patina of the wooden table to show through and reflecting the light therein. Is it water? Was there a glass or a bottle spilled? Accidentally or intentionally? These two components in Barbara Probst’s Exposure #140 would be perplexing enough by themselves. But our eye continues to wander, toward something that looks like part of a person’s arm resting heavily on the edge of the table. And once again, a cascade of questions is unleashed in the viewer: Who does the arm belong to? Where is the person? What are they doing here? What role do they play in this photograph and how are they connected to the coffee cup and the spilled liquid?

The scene described could pass as a classic still life if it were not the subject of a triptych whose three images all revolve around a specific moment in the scene, featuring it from various angles. Barbara Probst uses a radio-controlled mechanism to create her Exposures, which allows the artist to simultaneously release the camera shutters from a distance. By this means a series of images is generated which breaks up the supposed reality of the moment into several views.

Individual elements are therefore repeated in the pictures, including for instance the part of the arm, the coffee cup, or the glass bottle with the yellow liquid. The different point of views give rise to new details that capture the same as well as new protagonists. In Exposure #140, there is suddenly a green pepper on the table, or white ceramic shards; a camera appears in the photo, or a red armchair positioned in front of a dark gray wall. The table remains the center point of this work. The individual images are so disparate, but bound together by the moment of the shutter release, continually asking the viewer where the camera was positioned, how the individual elements of the images are interconnected and what they tell us. The more details we can discover, the better we understand the interconnections, possibly allowing us to even imagine the space in its three-dimensionality.

"My work is about seeing and observing, about our perception—about how we see the world and how differently we perceive," explains Barbara Probst. Human vision can only take in one perspective, one position, or one viewpoint at a time, and ultimately only captures a single image framing. Everything else happening around us remains hidden to us. With the Exposures we leave this constricted perspective behind, thus expanding our way of seeing. With her approach to photography, Barbara Probst calls into question not only how we view the world but also photography’s supposed claim to depict reality and how we relate to it.

The most recent still lifes, shown for the first time in this exhibition, are intricately staged. The individual cameras are positioned precisely and the framing of the images is calculated. The question is, in what context the moment of exposure is embedded. A breakfast scene, an accident or a violant act ? What happened before and after the moment of exposure. As with all her Exposures, it is up to the viewer to discover these connections, also in the works # 138, # 139, # 140 presented here.

Barbara Probst was born in Munich in 1964 and lives in New York and Munich. Her work has been shown internationally in numerous major exhibitions. In 2018 she took part in the Triennial of Photography Hamburg and the Photo Biennale in Beijing, her work was on view at the Darmstädter Tage der Photographie, and she had a solo presentation at Galerie Kuckei + Kuckei at Paris Photo and Art Unlimited Basel. We are especially looking forward to her survey show at LE BAL in Paris opening in May 2019. In addition, her Exposures will be on view this year at the Pinakothek der Moderne in Munich and as part of the DZ Bank art collection in Frankfurt. Her works are represented in many international collections, including the Whitney Museum of Art, MoMA, Centre Pompidou, LACMA, San Francisco Museum of Modern Art, Pinakothek der Moderne, Lenbachhaus Munich, or Museum Folkwang.

Exposures
Barbara Probst
Exposure #139: Munich, Nederlingerstrasse 68, 08.21.18, 5:13 p.m.
2018
Ultrachrome ink on cotton paper
3 parts: 112 x 75cm / 44 x 29 inches
Edition of 5
courtesy: Galerie Kuckei + Kuckei, Berlin

Barbara Probst
"Exposures"


Ausstellung: 15. März bis 18. April 2019
Eröffnung: Freitag, 15. März, 18-21 Uhr

Die angeschnittene Kaffeetasse ist gut gefüllt, ein paar Kaffeetropfen am Tassenrand lassen vermuten, dass bereits daraus getrunken wurde. Sie steht auf einem dunklen Holztisch inmitten einer Pfütze. Die Flüssigkeit ist klar, sodass die Patina des Holztisches durchschimmert und sich das Licht darin spiegelt. Ist das Wasser? Wurde ein Glas oder eine Flasche umgeschüttet? Versehentlich oder gar mit Absicht? Allein diese zwei Komponenten in Barbara Probsts Exposure #140 wären rätselhaft genug. Doch unser Blick wandert weiter, hin zu etwas, das wie der Ausschnitt eines menschlichen Arms aussieht und schwer an der Kante des Tisches aufliegt. Und wieder wird eine Kaskade an Fragen beim Betrachter ausgelöst: Zu wem gehört dieser Arm? Wo ist der Mensch? Was macht er hier? Welche Rolle spielt er in dieser Fotografie und wie hängt er mit der Kaffeetasse und der verschütteten Flüssigkeit zusammen?

Die soeben beschriebene Szene könnte als klassisches Stillleben durchgehen, wäre sie nicht Sujet eines Triptychons, dessen drei Bilder alle nur einen Augenblick der Szene fokussieren und diesen aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. Barbara Probst nutzt für ihre Exposures einen über Radiowellen gesteuerten Mechanismus, der es ihr ermöglicht, die Kameras zeitgleich aus der Distanz auszulösen. Auf diese Weise entsteht eine Reihe von Bildern, die die vermeintliche Bildwirklichkeit des Augenblicks in mehrere Ansichten aufspaltet.

Dadurch wiederholen sich die einzelnen Bildelemente wie z.B. der Ausschnitt des Arms, die Kaffeetasse oder auch die Glasflasche mit der gelben Flüssigkeit. Durch die unterschiedlich gewählten Blickwinkel der Kameras ergeben sich immer neue Ausschnitte, die mal die selben und mal neue Protagonisten einfangen. In Exposure #140 liegt dann plötzlich eine grüne Paprika auf dem Tisch oder weiße Keramikscherben, eine Kamera taucht im Foto auf oder ein roter Sessel steht vor einer dunkelgrauen Wand. Der Tisch bleibt der Mittelpunkt dieser Arbeit. Die einzelnen Bilder sind so unterschiedlich und trotzdem verbindet sie der Moment des Auslösens, sodass wir uns als Betrachter ständig fragen, wo die Kamera positioniert wurde, wie die einzelnen Bildelemente miteinander verbunden sind und welche Geschichte sie uns erzählen. Je mehr Details wir entdecken können, desto besser verstehen wir die Zusammenhänge und können uns vielleicht sogar den Raum in seiner Dreidimensionalität vorstellen.

"In meiner Arbeit geht es um das Sehen und Beobachten, um unsere Wahrnehmung – darum, wie wir die Welt sehen und wie unterschiedlich wir wahrnehmen", erklärt Barbara Probst. Unser menschliches Sehen kann immer nur eine Perspektive, eine Position, einen Blickwinkel zur selben Zeit einnehmen und letztlich einen einzigen Bildausschnitt einfangen. All die anderen Dinge, die um uns herum passieren, bleiben uns verborgen. In den Exposures verlassen wir diese eingeschränkte Perspektive, unser Sehen erweitert sich. Barbara Probst hinterfragt in ihren Arbeiten nicht nur unsere Wahrnehmung der Welt sondern auch den vermeintlichen Anspruch der Fotografie, Realität abzubilden und führt unser Verständnis von fotografischer Bildwirklichkeit ad absurdum.

Die neuesten und zum ersten mal im Rahmen dieser Ausstellung gezeigten Stilleben scheinen minutiös inszeniert. Die einzelnen Kameras sind präzise positioniert und die Bildausschnitte genau gewählt. Offen bleibt aber in welchen Kontext sich der Moment der Aufnahme einbetten lässt. Eine Frühstücksszene, ein Unfall, gar ein Gewaltakt? Was ist vor oder nach dem Moment des Auslösens passiert ? Wie bei all ihren Exposures ist es dem Betrachter auch bei den hier gezeigten Arbeiten #138, #139, #140 selbst überlassen, diese Zusammenhänge aufzudecken.

Barbara Probst wurde 1964 in München geboren und lebt in New York und München. Ihre Arbeiten wurden international in vielen bedeutenden Ausstellungen gezeigt. 2018 nahm sie u.a. an der Triennale für Photographie in Hamburg und an der Photobiennale in Peking teil, war auf den Darmstädter Tagen der Fotografie zu sehen und hatte eine Einzelpräsentation bei Galerie Kuckei+Kuckei auf der Paris Photo und auf der Art Basel Unlimited. Wir freuen uns besonders auf die umfangreiche Ausstellung, die im Mai 2019 im LE BAL in Paris eröffnen wird. Zusätzlich sind ihre Exposures dieses Jahr u.a. in der Pinakothek der Moderne in München oder der Kunstsammlung der DZ Bank in Frankfurt zu sehen. Ihre Arbeiten sind in vielen internationalen Sammlungen vertreten, u.a. im Whitney Museum of Art, im MoMA, im Centre Pompidou, im LACMA, im San Francisco Museum of Modern Art, in der Pinakothek der Moderne, im Lenbachhaus München oder im Museum Folkwang.