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Pioniere der Skifotografie
Emanuel Gyger und Arnold Klopfenstein © Daniel Müller-Jentsch

Gyger & Klopfenstein »

Pioniere der Skifotografie

Die Schweizer Fotografen Emanuel Gyger (1886– 1951) und Arnold Klopfenstein (1896–1961)

Exhibition: 1 Oct – 1 Nov 2020

Sammlung Müller-Jentsch

Nollendorfstr. 35
10777 Berlin


www.pionierederskifotografie.de

Tue-Sun 14-19

Pioniere der Skifotografie
Emanuel Gyger und Arnold Klopfenstein © Daniel Müller-Jentsch

Pioniere der Skifotografie:
Emanuel Gyger und Arnold Klopfenstein


Erstmalige Präsentation aus der Sammlung Daniel Müller Jentsch
1. Oktober bis 1. November 2020

Eine Ausstellung im Rahmen des EMOP in Berlin

Eintritt: 5 €, ermäßigt 3 €

Das bisher nur wenigen bekannte Werk der Schweizer Berg- und Skifotografen Emanuel Gyger und Arnold Klopfenstein wird erstmals der Öffentlichkeit in Form einer Ausstellung präsentiert. Die Fotografien entstanden vorwiegend in den 1920er und 1930er Jahren und zeichnen sich durch eine hoch dynamische Bildsprache aus, die in dieser Form einzigartig und wegweisend war.

Sowohl die Landschafts- als auch die Skifotografie zeugen von hoher künstlerischer Qualität durch ihren grafischen Bildaufbau und der spektakulären Bildkomposition, aber auch von einer Sehnsucht nach Natur, Freiheit und Körpererfahrung. Der Traum jedes Skifahrers wird zelebriert, und das in einer Zeit, als das Skifahren gerade anfing, zu einer Massenbewegung zu werden – was die Fotos ebenfalls dokumentieren.

Einige stilistische Besonderheiten der Bilder sind darauf zurückzuführen, dass Emanuel Gyger bei einem Unfall in seiner Jugend ein Auge verlor. Gyger war somit der Fähigkeit zum räumlichen Sehen beraubt. In der Folge entwickelte er eine besondere Sensibilität für Licht und Schatten – eine natürliche Kompensationsleistung des Gehirns von Menschen mit nur einem Auge, die es ihnen ermöglicht, über den Schattenwurf räumliche Zusammenhänge zu erfassen. Eine weitere Folge des Sehens mit nur einem Auge war, dass er die Welt dauerhaft wie durch den Sucher einer Kamera betrachtete und somit permanent den "fotografischen Blick" hatte.

Zusätzlich spielten auch die Rahmenbedingungen, unter denen Gyger und Klopfenstein fotografierten, eine maßgebliche Rolle: das gleißende Sonnenlicht in den Bergen ermöglicht ungewöhnlich kurze Belichtungszeiten (1/500 bis 1/1000 Sekunde), sodass sie die Skifahrer im Sprung oder in der Schussfahrt festhalten konnten.

Pioniere der Skifotografie
Emanuel Gyger und Arnold Klopfenstein © Daniel Müller-Jentsch

Skifahren in den 1920er und den 1930er Jahren war weit mehr als eine Sportart – es war ein Lebensgefühl und eine Geisteshaltung. Der Winter in den Bergen, fernab der Zivilisation, ermöglichte die Flucht vor gesellschaftlichen Zwängen. Der Rausch der Geschwindigkeit, die Virtuosität der Körperbeherrschung und ein Anspruch an technische Perfektion prägte die damalige Skikultur. Mit all seinen Facetten war das Skifahren eine Chiffre des damaligen Zeitgeistes. Mit ihrer künstlerisch überhöhten und emotional aufgeladenen Bildsprache schufen sie Ikonen der frühen Free-Ride- Bewegung.

Vor einigen Jahren stieß Daniel Müller-Jentsch auf die ersten Skifotografien von Gyger und Klopfenstein und war fasziniert von der Ästhetik und Perfektion dieser Bilder. Er begann mit fast detektivischer Akribie eine Sammlung zusammenzutragen, die heute die umfangreichste zu beiden Fotografen ist. Hierzu gehören Negative, Fotografien und eine Vielzahl an Postkarten. Es handelt sich dabei jedoch nicht um einfache, gedruckte Postkarten, sondern um Fotoabzüge. Jede einzelne Postkarte ist ein Originalabzug vom großformatigen Glasnegativ. In einer leerstehenden großen Altbauwohnung in der Nollendorfstraße präsentiert er für einen Monat das reiche OEuvre der beiden Fotografen.

Emanuel Gyger (1886–1951) absolvierte nach einer abgebrochenen Bäckerlehre eine Ausbildung bei dem Fotografen Fritz Gysling in Spiez. Er eröffnete 1909 ein eigenes Fotogeschäft in Adelboden und gründete einen erfolgreichen Postkartenverlag, der in den Tourismuszentren des Berner Oberlandes (z.B. Grindelwald, Wengen, Mürren) und des benachbarten Wallis (z.B. Zermatt, Saas Fee) seine Fotopostkarten verkaufte. Neben seiner fotografischen Tätigkeit war Gyger auch als Bergführer aktiv.

Arnold Klopfenstein (1896–1961) war zunächst Lehrling, später langjähriger Geschäftspartner von Gyger. Ihre Zusammenarbeit ging so weit, dass es bei vielen Bildern unklar ist, von wem der beiden sie stammen. Daher werden sie hier nicht wie separate Künstler, sondern wie ein integrales Fotografenduo präsentiert.

Das Werk der Pioniere der Skifotografie Gyger und Klopfenstein wird nun erstmals in einer Ausstellung in Berlin öffentlich präsentiert. Schirmherr der Ausstellung ist die Schweizerische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland, Berlin.

Weitere Informationen: www.pionierederskifotografie.de

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog:
Emanuel Gyger und Arnold Klopfenstein – Pioniere der Skifotografie.
Daniel Müller-Jentsch (Hrsg.)
Regenbrecht Verlag, Berlin
ISBN 978-3-948741-04-4
Preis: 29,90 €

alexandrasaheb@gmx.de

Pioniere der Skifotografie
Emanuel Gyger und Arnold Klopfenstein © Daniel Müller-Jentsch
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Emanuel Gyger und Arnold Klopfenstein © Daniel Müller-Jentsch