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Das Sprengelprojekt
Thomas Ruff
Porträt 2000 (L. Schmökel)
210 x 165cm, AP 1/2
chromogener Farbabzug
© VG Bild-Kunst

Thomas Ruff »

Das Sprengelprojekt

Exhibition: 21 Jan – 1 Apr 2007

Sprengel Museum Hannover

Kurt-Schwitters-Platz
30169 Hannover

+49 (0)511-16843875


www.sprengel-museum.de

Tue 10-20, Wed-Sun 10-18

Das Sprengelprojekt
Thomas Ruff
Nudes: emm35, 2004
130 x 130 cm
chromogener Farbabzug
© VG Bild-Kunst

Der in Düsseldorf lebende Thomas Ruff gehört zu den innovativsten Künstlern seiner Generation. Geboren 1958, kann er wohl als der nüchternste der erfolgreichen ersten Generation der Studenten von Hilla und Bernd Becher gelten. Bis 2006 war er selbst Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Die Fotografie von Thomas Ruff ist irritierend illusionslos und zugleich von außerordentlich sinnlicher Präsenz. In den neunzehn Werkblöcken, die seit den ausgehenden 1970er Jahren entstanden sind, widmet sich Ruff motivisch nahezu ausschließlich dem Gewöhnlichen, scheinbar Banalen. Er entwickelt für die jeweiligen Motivfelder standardisierte Aufnahme- bzw. Umsetzungsverfahren und verzichtet auf jede absichtsvoll subjektiv anmutende Interpretation. In dieser demonstrativen Sachlichkeit wirken die jeweiligen Werkblöcke wie wissenschaftliche Versuchsreihen zum Verhältnis von Wirklichkeit, Technologie und Bild. Gerade dies lässt es auf besondere Weise reizvoll erscheinen, das OEuvre von Thomas Ruff im Kontext der Kunstgeschichte zu lesen. Wie verhalten sich diese Bilder zu einer eher gestischen Malerei, zu einem höchst subjektiv-expressiv agierenden Francis Bacon, zur Malerei Gerhard Richters oder Agnes Martins? Thomas Ruff wurde eingeladen, eine Präsentation für die Obere Sammlung des Sprengel Museum Hannover zu entwickeln und das eigene Werk in den Dialog mit der Sammlung der Kunst nach 1945 zu führen. Das Sprengelprojekt bietet - dank einer Auswahl aus zehn Werkkomplexen des Künstlers - einen in diesem Umfang einmaligen Einblick in das Schaffen von Thomas Ruff. Andererseits stellt die Einbettung in die Sammlung eine neue, ungewöhnliche 'Versuchsanordnung' zum Thema Bild und Bildlichkeit dar. Ruff wählt eine Herangehensweise, die weitestgehend auf chronologische Zuordnungen verzichtet. Es sind ästhetische Korrespondenzen, die die Dialoge tragen und zu inhaltlich-konzeptionellen Fragestellungen führen. Was geschieht, wenn Francis Bacons leidenschaftliche Study for Portrait of P.L. dem mehrfach durchkalkulierten Gefühlshaushalt der Nudes von Thomas Ruff entgegen atmet? Wie verhalten sich die Werke des amerikanisch Abstrakten Expressionismus gegenüber dem Ruff'schen Abgesang an das Industriezeitalter, wie er sich in den Maschinen niederschlägt? Die Substrate, die auf Comiczeichnungen basieren, können als computererrechnete Umsetzungen von Figurationen in digital-abstrakte 'Psychedelik' gelesen werden. Welche neuen Erfahrungen ermöglicht die Gegenüberstellung mit Malereien von Gerhard Richter und Georg Baselitz? Welche Realitätsvorstellungen kondensiert der Nouveau Réalisme eines Daniel Spoerri oder Christo, und wie korrespondieren diese mit denen, die sich in den Porträts von Thomas Ruff finden lassen? Arbeiten aus folgenden Werkgruppen von Thomas Ruff werden gezeigt: Interieurs, 1979-1983; Porträts, 1986-1991 und seit 1998; Zeitungsfotos, 1990-1991; Sterne, 1989-1992; Plakate, 1995-1996; Nudes, seit 1999; L.m.v.d.r., seit 1999; Substrat, seit 2001; Maschinen, seit 2003; JPGS, seit 2005.

Das Sprengelprojekt
Thomas Ruff
Substrat 26 III 2005
Inkjet auf Papier
280 x 186 cm
© VG Bild-Kunst