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Fotografien 1958 bis heute
Bundeskanzler Konrad Adenauer beim Ständchen der Bundeswehr zu seinem 86. Geburtstag vor der Redoute in Bad Godesberg, 5. Januar 1962

Guido Mangold »

Fotografien 1958 bis heute

Exhibition: 21 May – 12 Sep 2010

Thu 20 May 19:00

Münchner Stadtmuseum - Sammlung Fotografie

St.-Jakobs-Platz 1
80331 München

Münchner Stadtmuseum

St.-Jakobs-Platz 1
80331 München

089-23322370


www.muenchner-stadtmuseum.de

Tue-Sun 10-18

Fotografien 1958 bis heute
Das Estergebirge an einem Fönmorgen, November 1983

Guido Mangold – Fotografien 1958 bis heute Guido Mangold, geboren 1934 im schwäbischen Ravensburg und heute in Ottobrunn bei München ansässig, zählt zu den renommiertesten deutschen Landschafts- und Magazin-Fotografen nach 1945. Ursprünglich zum Konditor ausgebildet, entschied er sich bald für die Fotografie und studierte bei Otto Steinert an der Werkkunstschule Saarbrücken und der Folkwang Schule in Essen. Mangolds frühe Schwarzweiß-Aufnahmen von Industrielandschaften und Portraits sind noch vom strengen grafischen Stil seines Lehrers geprägt. Für Mangold, der in der lieblichen, von Wein- und Obstbauern geprägten Landschaft des Bodensees aufgewachsen war, stellte das Ruhrgebiet mit seinen Zechen, Hochöfen und Förderanlagen zunächst eine ungewohnte und fremdartige Umgebung dar. Mangold erfasste die Landschaft als grafische Komposition, die in Abgrenzung zu romantischen Idyllen einen gewissen Realismus verströmen sollte. Über die Veröffentlichung einer psychologisch einfühlsamen Bildserie über den Alltag im Krankenhaus wurde Willy Fleckhaus auf den jungen Fotografen aufmerksam. Fleckhaus, zu der Zeit gleichzeitig als Chefredakteur von twen als auch für das Layout der Münchner Illustrierten Quick verantwortlich, engagierte Mangold für Quick als internationalen Fotoreporter. Mangold fotografierte Situationen, die im Stil der Life-Fotografie im Sinne des „human interest“ die Lebensverhältnisse von Menschen in beeindruckenden Portraits dokumentierten, wie die Darstellung eines blinden Leprakranken mit seinem Kind oder die Reportage über Beatniks in Paris veranschaulichen. Guido Mangold war alles andere als ein kühler professioneller Bilderjäger. Seine emotionale Präsenz an dem Geschehen hat sich vielen Bildern eingeschrieben. Die Arbeit eines Reportage- fotografen erforderte ständige Veränderung und Anpassung an neue Themen, was im Alltagsleben gelegentlich zum Zusammenprall kontroverser Realitäten führte. „Smoking und Gummistiefel, Traumfabrik und Lepradorf“, wie Mangold schrieb, „liegen hier ganz dicht beieinander.“ Im Rahmen vieler Aufträge für Illustrierte hat er seine charakteristische Handschrift entwickelt, die formale Strenge und einfühlsame Beobachtungsgabe miteinander verbindet. Berühmt geworden ist Mangold als Entdecker und Fotograf des legendären Covergirls Uschi Obermaier, die er während einer mehrwöchigen Pauschalreise in Kamerun für twen mit der Kamera begleitete. Diese Bildstrecke markierte den Beginn von Uschi Obermaiers Karriere als international gefragtes Topmodel und „schönste Kommunardin Deutschlands“. Neben Aktaufnahmen erschienen in twen auch immer wieder Mangolds Farbportraits von Künstlern wie Alex Colville, George Segal, Duane Hanson, Nancy Grossman, Lambert Maria Wintersberger oder Daniel Spoerri. Außerdem gewannen das Länderportrait und die Reisereportage für Mangold zunehmend an Bedeutung. Im Auftrag von GEO und Merian führte er mehr als 70 Reportagen aus und realisierte zahlreiche Bücher wie eine Langzeitdokumentation über die Alpen. In der Regel bereitete sich Mangold auf die zu erkundende Landeskultur im Vorfeld akribisch vor. Eine gelungene Aufnahme war somit das Ergebnis harter Arbeit und sorgfältiger Planung, gepaart mit langjähriger Erfahrung für das Erkennen des richtigen Augenblicks. „Man sieht nur, was man weiß“ – Goethes bekannte Erkenntnis hat sich der Fotograf als Lebensmotto zu eigen gemacht. Sein Hauptanliegen als Fotograf war das gedruckte Foto. Das Denken in Doppelseiten hat seine Arbeit sicherlich nachhaltig beeinflusst. Wenn wir heute seine Bilder aus dem auftragsgebundenen Kontext losgelöst wiederentdecken, können wir die Meisterschaft eines Fotografen würdigen, der in seiner Bescheidenheit und Professionalität für viele Kollegen ein Vorbild geworden ist. Ein begleitendes Buch ist im Schirmer/Mosel Verlag, München, erschienen. Preis an der Museumskasse und im Museumsladen: 39,80 EUR

Guido Mangold - Photographs 1958 until today This exhibition presents approximately 80 images by Munich resident Guido Mangold, one of Germany’s most renowned post-1945 landscape and magazine photographers. After initially training as a pastry chef, Mangold studied photography from 1957-59 under Otto Steinert at Werkkunstschule Saarbrücken and Folkwang Schule Essen. He then went on to perform assignments for the magazines and periodicals “Quick”, “twen”, “Jasmin” and “GEO”. The exhibits include earlier industrial landscapes as well as portraits of American and German artists, e.g., George Segal, Joseph Beuys and Georg Baselitz. Landscape compositions from his numerous travels throughout Europe, Asia and America complete the course. A catalogue is available for this exhibition.

Fotografien 1958 bis heute
Uschi Obermaier, Mitglied der Kommune 1, Berlin, 1969