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Lost Places
Tobias Zielony (*1973)
Dirt Field, 2008
(aus der Serie Trona – Armpit of America)
Sammlung Halke / Courtesy KOW Berlin, © Tobias Zielony

Lost Places

Orte der Photographie

Thomas Demand » Omer Fast » Beate Gütschow » Andreas Gursky » Candida Höfer » Sabine Hornig » Jan Köchermann  » Alexandra Ranner » Ben Rivers » Thomas Ruff » Gregor Schneider » Sarah Schönfeld » Joel Sternfeld » Thomas Struth » Guy Tillim » Wolfgang Tillmans » Jeff Wall » Jane & Louise Wilson » & others

Exhibition: 8 Jun – 23 Sep 2012

Thu 7 Jun 19:00

Hamburger Kunsthalle

Glockengießerwall
20095 Hamburg

040-428131200


www.hamburger-kunsthalle.de

Tue-Sun 10-18, Thu 10-21

Lost Places
Thomas Demand (*1964)
Haltestelle, 2009
© Thomas Demand, VG Bild-Kunst, 2012

In den letzten Jahren hat die Photographie innerhalb der künstlerischen Medien einen neuen Höhepunkt erreicht. Ausgehend von der Düsseldorfer Schule mit Künstlern wie Andreas Gursky, Thomas Struth, Thomas Ruff oder Candida Höfer hat sich eine junge Generation von Künstlern entwickelt, die auf unterschiedliche Weise das Thema ‚Raum’ und ‚Ort’ im Zeichen historischer Veränderungen und sozialer Krisen aufzeigen. Mit der Ausstellung Lost Places widmet sich die Hamburger Kunsthalle diesen neuen Positionen, die in Photographie, Film und Installation verschie-denste Orte und Lebensräume und ihre zunehmende Isolierung dokumentieren.

Joel Sternfelds dokumentarische Photographien zeigen Orte, die Schauplatz eines Verbrechens waren. Thomas Demand reinszeniert reale Tatorte zunächst als Modell, um sie dann abzulichten. Beate Gütschow wiederum konstruiert in ihren großformatigen Photographien Stadt- und Naturland-schaften, die an bekannte Orte erinnern, jedoch keinen wirklichen Bezug zulassen. Sarah Schönfeld zeigt in ihren Photographien „das Bild der Erinnerung im Raum der Gegenwart“. Sie besucht alte Orte ihrer DDR-Kindheit und zeigt diese im gegenwärtigen Zustand, wobei sie beide Momente miteinander konfrontiert. Omer Fast erzählt in seiner fiktiven Video-Installation Nostalgia die Ge-schichte illegaler Auswanderer aus drei verschiedenen Perspektiven.

Der französische Philosoph Maurice Halbwachs hat in seinem Buch Das kollektive Gedächtnis auf die Bedeutung „räumlicher Bilder“ für das Gedächtnis sozialer Gemeinschaften hingewiesen. Gerade weil heute die zuverlässige Verortungen von Dingen und Erinnerungen – auch durch die digitale Photographie – nicht mehr gesichert sind, gerät dieser Anspruch ins Wanken. Was passiert mit realen Orten, wenn ein Raum die gewohnte Bedeutung verliert und zudem virtuell erfahrbar wird? Die Ausstellung Lost Places zeigt rund 20 unterschiedliche Positionen zeitgenössischer Photographie und Videokunst zu diesem Thema mit zahlreichen Leihgaben aus Museen und privaten Sammlungen.

Beteiligte Künstler: Thomas Demand (*1964), Omer Fast (*1972), Beate Gütschow (*1970), Andreas Gursky (*1955), Candida Höfer (*1944), Sabine Hornig (*1964), Jan Köchermann (1967), Barbara Probst (*1964), Alexandra Ranner (*1967), Ben Rivers (*1972), Thomas Ruff (*1958), Gregor Schneider (*1969), Sarah Schönfeld (*1979), Joel Sternfeld (*1944), Thomas Struth (*1954), Guy Tillim (*1962), Jörn Vanhöfen (*1961), Jeff Wall (*1946), Tobias Zielony (*1973).

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der in den Museumsshops und unter www.freunde-der-kunsthalle.de erhältlich ist.

Kuratorin: Dr. Petra Roettig / Kuratorische Assistenz: Luisa Pauline Fink und Andrea Völker

Lost Places
Jeff Wall (*1946)
Insomnia, 1994
© Jeff Wall
Lost Places
Guy Tillim (*1962)
Apartment Building, Avenue Bagamoyo, Beira, Mozambique, 2008
© Courtesy: Kuckei + Kuckei, Berlin und Stevenson, Kapstadt