
Georges Shiras »
Hunting Wild Life with Camera and Flashlight
George Shiras (1859-1942), Pionier der wildlife photography
Vortrag:
Wed 14 Oct 19:00

Alfred Ehrhardt Stiftung
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10117 Berlin
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Lichtbildervortrag von Sonia Voss: Mittwoch, 14. Oktober 2015, 19 Uhr
George Shiras ist im Jahr 1859 in Allegheny, Pennsylvania geboren. Als Junge wird er von seinem Vater, seinem Großvater und von Indianern in Jagd und Fischfang eingeführt. Später studiert er Jura und engagiert sich in der Politik. Expeditionen in den Michigan Wäldern im Lake Superior Gebiet von 1870 ab erwecken sein Interesse an der Welt der Tiere. 1887 tauscht er sein Gewehr mit einer Kamera und beginnt, fotografierend die Natur zu dokumentieren, eine Passion, der er für mehr als 40 Jahre treu bleiben wird. In späteren Jahren und nach vielen Versuchen erfindet er schließlich ein System, Wildtiere bei Nacht zu fotografieren, und schafft Bilder, die eine bis dahin unsichtbare Welt offenbaren. Nach einem Mandat im US Kongress (1903-1905) beschließt Shiras, sich völlig der Naturforschung und der Fotografie zu widmen. Er publiziert mehrere illustrierte Artikel über camera hunting und Naturschutz, vor allem im National Geographic.
Das fotografische Werk Shiras' entsteht in einer Zeit, in der das Umweltbewusstsein und das back to nature Ideal aufkommen. Doch unterscheiden sich seine Bilder von der romantischen Naturvision jener Zeit: die Fotografien Shiras, insbesondere seine Nachtaufnahmen, sind von den Jagdtechniken der Ojibway Indianer beeinflusst, wie zum Beispiel das jacklighting, bei dem sich der Jäger ganz leise auf einem Kanu heran bewegt und die Tiere mit dem Licht einer Laterne fesselt und erstarren lässt. Shiras stellt auch als erster fotografische Fallen in den Wäldern auf. Das Licht einer Explosion von Magnesiumpulver, mit der er die Tiere überrascht und anstrahlt, verleiht seinen Bildern eine ergreifende Schönheit und verrät gleichzeitig die Präsenz des Fotografen.
Zu seinen Lebzeiten wurde Shiras für seine wissenschaftliche Arbeit und für seine Fotografien anerkannt. Seine "Midnight Series" wurden bei den Weltausstellungen in Paris (1900) und St. Louis (1904) ausgezeichnet und in seiner Autobiografie Hunting Wild Life with Camera and Flashlight (1935) veröffentlicht. Nach seinem Tod 1942 sind sie aber nie wieder veröffentlicht worden. Mit der Wiederentdeckung dieses Werkes gehen wir zurück zu den Quellen der wildlife photography. Sonia Voss ist Kuratorin der Ausstellung George Shiras, l’intérieur de la nuit im Musée de la Chasse et de la Nature Paris (15.09.2015-14.02.2016, in Zusammenarbeit mit National Geographic) und Herausgeberin des gleichnamigen Katalogs im Verlag Xavier Barral Paris. Anfänglich hat sich Sonia Voss mit Film beschäftigt und an der Produktion von über 200 französischen und anderen europäischen Filmen mitgearbeitet, von denen mehrere auf wichtigen Filmfestspielen präsentiert wurden. Später hat sie die Fotografie für sich entdeckt. Sonia Voss lebt in Paris und Berlin.