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Untrodden Paths
Herta Müller
Illuminated Details, 2018
Oil on canvas
160 x 150 cm
© Herta Müller / VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Herta Müller »

Untrodden Paths

Pfadlose Wege

Exhibition: – 17 Jul 2022

Fri 29 Apr 19:00

Alfred Ehrhardt Stiftung

Auguststr. 75
10117 Berlin

+49 (0)30-20095333


www.aestiftung.de

Tue-Sun 11-18

Untrodden Paths
Herta Müller
Käuzchensteig 7, 1998
B/W photography
21 x 29,7 cm
© Herta Müller / VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Herta Müller
"Untrodden Paths"
Painting, Drawing, Photography


Exhibition: 30 April – 17 July, 2022
Opening: Friday, 29 April, 7–9pm

The Alfred Ehrhardt Stiftung has until now concentrated on the mediums of photography and film. With the exhibition of Herta Müller’s work the spectrum of media is being opened up to include painting for the first time, thereby expanding the dialogue with Alfred Ehrhardt’s work. It is a little-known fact that Ehrhardt was a Dessau Bauhausinfluenced painter and art teacher before becoming a photographer and filmmaker following his dismissal by the Nazis from his teaching duties at the Landeskunstschule in Hamburg.

Painter Herta Müller (b. 1955) lives and works in Berlin and near Loro Ciuffena in the Tuscan mountains. Her house is surrounded by nature, whose elements she studies extensively. Fascinated by the hues of the Mediterranean light, she pays special attention to the watery reflections of the Ciuffena, a mountain river.

For her observations, she makes use of countless photographic "notes" taken on location over the years. These do not represent artistic works but are employed by the artist like tools, as memory aids. Photography translates three-dimensional natural details into two-dimensional lines, surfaces, and empty spaces, offering more direct pictorial solutions than a drawing made by hand, which always conveys a degree of interpretation. Herta Müller’s works hint at their origins in the vocabulary of natural forms, but their abstract lines, surfaces, and empty spaces function more like messages of signs and symbols. There is an implicit correspondence to what has been seen and experienced, without explicitly adhering to the representational. Her works are "an expression of a transcendent gaze that understands how to elevate spiritually what surrounds us, revealing the entire wealth of the world in a single line." (Eugen Blume)

Significantly, the artist does not work from nature. In the studio, both in Italy and in Berlin, she draws from her actual experiences in nature, returning to that paradise from which the spirit expelled us. The artist’s many years of visual experiences, in addition to the hearing, smelling, and feeling of a nature experienced with all the senses bubble up from her paintings. Her depictions of nature give one the sensation of hearing the gentle gurgling of the water and feeling its cooling effect.

For Herta Müller, the motivation behind her aesthetic exploration of nature is encapsulated in John Berger’s analysis: "All the languages of art have been developed as an attempt to transform the instantaneous into the permanent. Art supposes that beauty in not an exception—is not in despite of—but is the basis for an order."

Herta Müller’s longstanding collaboration with Galerie Georg Nothelfer and her guest professorship at the UdK have brought her to the attention of art audiences.

Accompanying events:

Thursday, May 12, 2022, 6 pm:
Exhibition tour with Herta Müller and Dr. Christiane Stahl, director Alfred Ehrhardt Stiftung (in German)

Wednesday, May 18, 2022, 7 pm:
Dr. Stefanie Dufhues, book presentation with slide show: "Fotografie konstruierter Sichtbarkeit: Bildpraxis der Mikrofotografie von den ersten Versuchen bis ins 20. Jahrhundert" (in German)

Sunday, June 12, 2022, 2 pm:
Artist talk with Eugen Blume, curator and art critic, former head of Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin (in German)

Sunday, July 17.2022, 4 pm:
Exhibition tour with Herta Müller and Dr. Christiane Stahl, director Alfred Ehrhardt Stiftung (in German)

Untrodden Paths
Herta Müller
11.4.18, 2018
Mixed media on paper
27,5 x 31,5 cm
© Herta Müller / VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Herta Müller
"Pfadlose Wege"
Malerei, Zeichnung, Fotografie


Ausstellung: 30. April - 17. Juli 2022
Eröffnung: Freitag, 29. April, 19-21 Uhr

Bislang hat sich die Alfred Ehrhardt Stiftung auf die Medien Fotografie und Film konzentriert. Nun wird mit der Ausstellung von Herta Müller erstmals das mediale Spektrum für die Malerei geöffnet und der Dialog mit Alfred Ehrhardts Werk erweitert. Denn wenig bekannt ist: Ehrhardt war vom Dessauer Bauhaus geprägter Maler und Kunstpädagoge, bevor er nach der Entlassung aus dem Hochschuldienst durch die Nazis Fotograf und Filmemacher wurde.

Die Malerin Herta Müller (*1955) lebt und arbeitet in Berlin sowie in der Nähe von Loro Ciuffena in den toskanischen Bergen. Ihr Haus liegt inmitten der Natur, deren Bestandteile sie intensiv studiert. Fasziniert von den Farben des mediterranen Lichts, gilt ihr besonderes Augenmerk den Spiegelungen im Wasser des Bergflusses Ciuffena. Für ihre Beobachtungen bedient sie sich unzähliger, über die Jahre vor Ort angefertigter fotografischer Notizen, die keine künstlerischen Arbeiten darstellen, sondern die sie als Erinnerungsstütze wie Werkzeuge einsetzt. Die Fotografie übersetzt dreidimensionale Naturdetails in zweidimensionale Linien, Flächen und Leerräume und bietet direktere bildnerische Lösungen als eine von Hand gefertigte Zeichnung, die immer bereits ein Stück Interpretation liefert.

Herta Müllers Arbeiten lassen ihren Ursprung im Formenvokabular der Natur erahnen, aber ihre abstrakten Lineaturen, Flächen und Leerräume sind eher wie Botschaften aus Zeichen und Symbolen. Sie entsprechen implizit dem Gesehenen und Erlebten, ohne explizit im Gegenständlichen zu verharren. Ihre Werke sind "Ausdruck eines transzendenten Blickes, der die uns umgebenden Dinge geistig aufzuheben versteht und in einer Linie den ganzen Reichtum der Welt sichtbar werden läßt." (Eugen Blume).

Bezeichnenderweise arbeitet die Künstlerin nicht vor der Natur. Im Atelier, in Italien wie in Berlin, schöpft sie aus ihren realen Erlebnissen in der Natur, wo sie zurück geht in jenes Paradies, aus dem uns der Geist vertrieben hat. Die langjährige Seherfahrung der Künstlerin, aber auch das Hören, Riechen und Fühlen einer mit allen Sinnen empfundenen Natur sprudeln aus ihren Gemälden hervor. Man vermeint, aus ihren naturhaften Abbildern das sanfte Glucksen des Wassers zu hören und dessen kühlende Wirkung zu spüren.

Die Motivation für ihre ästhetische Auseinandersetzung mit der Natur sieht Herta Müller mit John Bergers Analyse beschrieben: "Alle Ausdrucksformen der Kunst haben sich aus dem Versuch entwickelt, das Augenblickliche in das Immerwährende umzuwandeln. Die Kunst geht davon aus, dass Schönheit nicht die Ausnahme ist – nicht ein trotzdem – , sondern die Grundlage für eine Ordnung."

Einem kunstinteressierten Publikum ist Herta Müller durch ihre jahrelange Zusammenarbeit mit der Galerie Georg Nothelfer und durch ihre Gastprofessur an der UdK bekannt.

Begleitende Veranstaltungen:

Donnerstag, 12. Mai 2022, 18 Uhr:
Führung durch die Ausstellung mit Herta Müller und Dr. Christiane Stahl, Direktorin Alfred Ehrhardt Stiftung

Mittwoch, 18. Mai 2022, 19 Uhr:
Dr. Stefanie Dufhues, Buchvorstellung mit Lichtbildervortrag: "Fotografie konstruierter Sichtbarkeit: Bildpraxis der Mikrofotografie von den ersten Versuchen bis ins 20. Jahrhundert"

Sonntag, 12. Juni 2022, 14 Uhr:
Eugen Blume, Kurator und Kunstkritiker, ehemaliger Leiter des Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin, im Gespräch mit der Künstlerin

Sonntag, 17. Juli 2022, 16 Uhr:
Führung durch die Ausstellung mit Herta Müller und Dr. Christiane Stahl, Direktorin Alfred Ehrhardt Stiftung, und Finissage

Untrodden Paths
Herta Müller
Schilfstängel im Wasser, Käuzchensteig, 1998
B/W photography
29,7 x 21 cm
© Herta Müller / VG Bild-Kunst, Bonn 2022
Untrodden Paths
Herta Müller
Traum nach dem Sommer, 2015
Öl auf Leinwand
150 x 160 cm
© Herta Müller / VG Bild-Kunst, Bonn 2022