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Zusammenspiel
Anne Pöhlmann 2022, DARKRED_2013_0186 crop
32 × 25 cm, Foto Transferdruck auf Mikrofaser
© Anne Pöhlmann 2022

Zusammenspiel

Natascha Borowsky » Anne Pöhlmann »

Exhibition: – 30 Oct 2022

Kunstarchiv Kaiserswerth

Suitbertus-Stiftsplatz 1
40489 Düsseldorf

+49 (0)2255-222879


www.duesseldorf.de/kulturamt/kunstarchiv-kaiserswerth

Zusammenspiel
Natascha Borowsky, khadi 13, 2015
60 x 50 cm, analoger C Print
© VG Bild Kunst Bonn 2022

INTERPLAY
Natascha Borowsky & Anne Pöhlmann
August 13 - October 30, 2022
Opening: Friday, August 12, 2022, 3 p.m. - 9 p.m
Artist talk: Friday, September 23, 2022 at 7 p.m

Natascha Borowsky (*1964 in Düsseldorf), former student of Bernd & Hilla Becher and Anne Pöhlmann (*1978 in Dresden), former student of Thomas Ruff and Rita McBride, represent different photographic approaches representing two generations of Düsseldorf photography. Textiles, fabrics, and materiality in general permeate the exhibits in this exhibition. Their use on the motivic level or as image carriers, or as an extension of the image, marks a common interest that needs to be described and distinguished according to the artists' individual approaches.

Natascha Borowsky works predominantly with the classical means of analog photography in recording and enlargement. Her pictorial strategy is ostensibly documentary, with an emphasis on the still-life genre. Found objects of natural or civilized origin form the starting elements of her pictorial compositions: Stones, shells, dried parts of plants, objects from the Asian art of healing or found objects from cultic contexts. Likewise, she arranges deformed plastic scraps, styrofoam objects, or bars of soap in her paintings. The objects are placed on more or less colored textile pictorial backgrounds and photographed in daylight.
The works on display originated in the context of a working fellowship in Mumbai, which the artist completed in 2012 at the invitation of the Kunststiftung NRW (Arts Foundation of North Rhine-Westphalia). This is true for the photographs taken in 2013/14 as part of the series "untitled", this is even more recognizable for the works from the series "transition" from 2014 to 2017. In this series, the artist performs a change of perspective for the first time, from small-format object photography to large-format landscape sections. The selected views visualize situations in the mangrove forests on the coast near Mumbai. What at first appears to be a photographed installation is in fact a found situation, created from the interplay of tides, civilizational waste, and the biomorphic mesh of the mangroves in which the colored relics accumulate.
The third series of works shown here, "khadi," 2015/16, elevates fabrics formerly intended as backgrounds to actual motifs. The term khadi refers to hand-woven fabrics made from hand-spun natural fibers traditionally produced in India, Bangladesh, and Pakistan.

Anne Pöhlmann's works reflect the constantly changing conditions of digital photography. She prints her serial works on posters, banners, plastics or textiles and develops specific spatial installations for them. After her return from an impulse-giving stay in Japan, "Japan Diary" was created in 2018, which, with its unusually diverse world of motifs, marks a turning point within her previous oeuvre.
The series shows architectural situations, urban everyday scenes, portraits, fashion photographs or flower arrangements designed in the spirit of Ikebana art. The photographs are printed on silk, bordered at the edges by textile elements. The actual image expands into a textile framing that encourages the visitor to touch it.
The "Chongqing Series" from 2018, subsequently developed in China, also emphasizes the materiality of the image carrier. The motifs, photographic excerpts from a found printed advertising banner that had in the meantime been converted into a tarpaulin at a construction site, are printed on a composite of paper and silk. Afterwards, the image carrier was artificially aged, i.e. washed. As a result, the image carrier is discarded, crumpled and plastically structured. It establishes a reference to the advertising banner captured in the motif.
The most recent group of works shown here, "Honey Traps", 2022, develops variations and movement patterns of draped synthetic netting material in a strong, dark tonality: nets of this kind used in agriculture to protect growing young plants or fruit stands.
With the means of light guidance and the use of different depths of field, the delicate white lineaments of the net structures develop intensive painterly effects on the dark background.

Zusammenspiel
Natascha Borowsky, untitled 17, 2020
52 x 43 cm, analoger C Print,
© VG Bild Kunst, Bonn 2022

"Zusammenspiel"
Natascha Borowski & Anne Pöhlmann


Ausstellung: 13. August bis 30. Oktober 2022
Eröffnung: Freitag, 12. August, 15 – 21 Uhr, 18 Uhr Begrüßung
Künstlerinnengespräch: Freitag, 23. September, 19 Uhr

Eine Ausstellung des Kulturamtes der Landeshauptstadt Düsseldorf in Kooperation mit der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur und dem Studio Bernd & Hilla Becher.

Natascha Borowsky (*1964 in Düsseldorf), ehemalige Schülerin von Bernd & Hilla Becher und Anne Pöhlmann (*1978 in Dresden), ehemalige Schülerin von Thomas Ruff und Rita McBride, vertreten unterschiedliche fotografische Ansätze, die zwei Generationen der Düsseldorfer Fotografie repräsentieren. Textilien, Stoffe und Stofflichkeit allgemein durchziehen die Exponate dieser Ausstellung. Ihre Verwendung auf der motivischen Ebene oder aber als Bildträger, bzw. als Erweiterung des Bildes, markiert ein gemeinsames Interesse, das es gilt entsprechend den individuellen Ansätzen der Künstlerinnen zu beschreiben und zu unterscheiden.

Natascha Borowsky arbeitet überwiegend mit den klassischen Mitteln der analogen Fotografie in Aufnahme und Vergrößerung. Ihre Bildstrategie ist vorderhand dokumentarisch, mit einem Schwerpunkt auf dem Stillleben-Genre. Fundstücke natürlichen oder zivilisatorischen Ursprungs bilden die Ausgangselemente ihrer Bildkompositionen: Steine, Muscheln, getrocknete Pflanzenteile, Objekte aus der asiatischen Heilkunst oder Fundstücke aus kultischen Kontexten. Ebenso arrangiert sie deformierte Plastikreste, Styroporobjekte oder Seifenstücke auf ihren Bildern. Die Objekte werden auf mehr oder weniger farbigen textilen Bilduntergründen platziert und bei Tageslicht aufgenommen.
Die gezeigten Arbeiten haben ihren Ursprung im Kontext eines Arbeitsstipendiums in Mumbai, das die Künstlerin 2012 auf Einladung der Kunststiftung NRW absolvierte. Dies gilt für die im Rahmen der Serie „untitled“ entstandenen Fotografien von 2013/14, dies gilt umso erkennbarer für die Werke aus der Reihe „transition“ von 2014 bis 2017. In dieser Serie vollzieht die Künstlerin erstmalig einen Blickwechsel, von der kleinformatigen Objektfotografie hin zu großformatigen Landschaftsausschnitten. Die gewählten Ansichten vergegenwärtigen ausschnitthaft Situationen in den Mangrovenwäldern an der Küste bei Mumbai. Was zunächst wie eine fotografierte Installation wirkt, ist eine vorgefundene Situation, entstanden aus dem Zusammenspiel der Gezeiten, der zivilisatorischen Abfälle und dem biomorphen Geflecht der Mangroven, in dem sich die farbigen Relikte ansammeln.
Die dritte hier gezeigte Werkreihe, „khadi“, 2015/16, erhebt die ehemals zu Hintergründen bestimmten Stoffe zum eigentlichen Motiv. Der Begriff Khadi bezeichnet handgewebte Stoffe aus handgesponnenen Naturfasern, die traditionell in Indien, Bangladesch und Pakistan hergestellt werden.

Anne Pöhlmanns Arbeiten reflektieren die sich stetig verändernden Bedingungen der digitalen Fotografie. Ihre seriellen Arbeiten druckt sie auf Poster, Banner, Kunststoffe oder Textilien und entwickelt spezifische Rauminstallationen dafür. Nach ihrer Rückkehr von einem impulsgebenden Japanaufenthalt entsteht 2018 das „Japan Diary“, das mit seiner ungewohnt vielfältigen Motivwelt einen Wendepunkt innerhalb des bisherigen Oeuvres markiert.
Die Serie zeigt Architektursituationen, urbane Alltagsszenen, Porträts, Modefotografien oder Blumenarrangements im Sinne der Ikebana Kunst gestaltet. Die Fotografien sind auf Seide gedruckt, die an den Rändern von Textilelementen eingefasst wurden. Das eigentliche Bild erweitert sich in eine textile Rahmung, die zum Betasten, zum Anfassen anreizt.
Auch die im Anschluss in China entwickelte „Chongqing Serie“ aus 2018 betont die Materialität des Bildträgers. Die Motive, fotografische Ausschnitte aus einem gefundenen bedruckten Werbebanner, das zwischenzeitlich zu einer Abdeckplane auf einer Baustelle umfunktioniert worden war, sind auf einen Verbund aus Papier und Seide gedruckt. Im Nachgang wurde der Bildträger künstlich gealtert, sprich gewaschen. Im Ergebnis ist der Bildträger verworfen, zerknittert und plastisch strukturiert. Er stellt eine Referenz zu dem im Motiv festgehaltenen Werbebanner her.
Die jüngste, hier gezeigte Werkgruppe „Honey Traps“, 2022, entwickelt in einer kräftigen, dunklen Tonalität Variationen und Bewegungsmuster von drapiertem synthetischen Netzmaterial: Netze, die in dieser Art in der Landwirtschaft zum Schutz von heranwachsenden Jungpflanzen oder Fruchtständen verwendet werden.
Mit den Mitteln der Lichtführung und dem Einsatz unterschiedlicher Tiefenschärfen entwickeln die zarten weißen Lineamente der Netzstrukturen auf dem dunklen Untergrund intensiv malerische Wirkungen.

Zusammenspiel
Anne Pöhlmann, White Clipping' (Detailansicht) aus ‚Chongqing Series‘, 2019
Pigment Print auf Seide und Papier, nachträglich künstlich gealtert, 110 x 84 cm.
© Anne Pöhlmann 2019