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16. IBB-Preis für Photographie
Dana Rabea Jäger
Aus der Serie Notes IOU, 2022
Digitale Fotografie
120 x 80 cm / 70 x 50 cm

16. IBB-Preis für Photographie

Dana Rabea Jäger » Sina Link »

Künstlerführung:

Fri 2 Dec 16:00

IBB Investitionsbank Berlin

Bundesallee 210
10719 Berlin

+49 (0)30-21250


www.ibb.de

Mon-Thu 9-18, Fri 9-17

Der 16. IBB-Preis für Photographie geht an die Künstlerin Dana Rabea Jäger. Eine Anerkennung im Rahmen des Nachwuchsförderpreises erhält die Künstlerin Sina Link.

Beide Positionen thematisieren Menschen bzw. die Gesellschaft, allerdings aus ganz verschiedenen Perspektiven. Den Preisträgerinnen ist es überzeugend gelungen, in ihren Arbeiten die große Wirkungsmacht des Mediums Fotografie zu entfalten; inhaltliche Metaebenen eröffnen sich bei deren näherer Betrachtung.

Dana Rabea Jäger hat für ihre Serie Notes IOU ein Sujet gewählt, das von Fotografinnen und Fotografen seit mehr als hundert Jahren immer wieder neu aufgegriffen wurde: sie nimmt Schaufensterpuppen in den Blick. Dabei gelingt es ihr, einen ganz eigenen Zugang zum Thema zu finden. Arrangement, Bildausschnitt, Farbenwahl: alles ist künstlich, kühl, kontrolliert, und doch wird den Puppen ihre Rolle als Stellvertreterinnen menschlichen Lebens ebenso sinnlich wie radikal eingeschrieben. Im fotografischen Abbild erscheinen die Puppen wie handelnde Personen, die ihre eigene Sexualität, ihre Identität in der Interaktion mit anderen Puppen-Personen gleichermaßen simulieren wie ausleben. Die Serie zeichnet sich also durch komplexe Ambivalenzen aus. Einerseits werden mit ihr menschliche Rollenklischees vorgeführt, andererseits stehen sie auch als bildmächtige Symbole für den Wunsch nach Zuwendung und Liebe.

Sina Links Arbeiten beschäftigen sich auf eindrückliche Weise mit der Flüchtlingskrise und verhandeln die (Un-)Darstellbarkeit menschlichen Leids und die Grenzen der Fotografie. In ihrer Installation, bestehend aus I‘m Youssef, 6 months und I‘m Yasmine, 16, hängen zwei im Siebdruckverfahren bedruckte Stoffe hintereinander, die Ansichten des Mittelmeeres zeigen. Sie werden erst durch die Nutzung eines Kamerablitzes sichtbar, der auf der reflektiven Oberfläche ein gedrucktes Positiv erscheinen lässt. So wird das Betrachten selbst zu einem aktiven Vorgang und ein Wegsehen unmöglich. Während bei I‘m Yasmine, 16 ein Boot sichtbar wird, ist bei I‘m Youssef, 6 months nur das Meer zu sehen; er überlebte die Flucht nicht.

Auch in Sky over a boat in distress nutzt Sina Link die gleiche Technik, um ein klassisches Motiv zu unterwandern. Allein der Titel zeugt von der humanitären Krise, die sich unter dem prächtigen Himmel abspielt. Das gefundene, dokumentarische Bildmaterial wird so vom Voyeurismus befreit. Es ist diese Leerstelle, die in Links Arbeiten zur Auseinandersetzung auffordert.

Seit 2007 lobt die Investitionsbank Berlin (IBB) den mit 5.000 € dotierten IBB-Preis für Photographie in Kooperation mit dem Freundeskreis der UdK Berlin | Karl Hofer Gesellschaft aus.

Gebunden an die Preisvergabe finanziert die Bank eine repräsentative Katalogpublikation sowie die Produktion von Exponaten der preisgekürten Arbeiten. Fakultativ kann für qualitativ gleichwertige Arbeiten ein Anerkennungspreis vergeben werden. Die Preisvergabe beinhaltet darüber hinaus eine mehrwöchige Ausstellungausrichtung. Die Preisverleihung mit Vernissage der Preisträgerausstellung findet in der IBB, Bundesallee, statt.

Mehr zum IBB-Preis für Photographie: hier