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Hand.Camera
Heidi Harsieber: Harmonie du soir, 1982
© Heidi Harsieber

Heidi Harsieber »

Hand.Camera

Exhibition: – 19 Mar 2023

Francisco Carolinum Linz

Museumstr. 14
4010 Linz

+43 (0)732-7720 522 00


www.ooekultur.at

Tue-Sun 10-18

Hand.Camera
Heidi Harsieber: X-Ray, 2001
© Heidi Harsieber

Heidi Harsieber
"Hand.Camera"


Exhibition: 14 December – 19 March 2023

Heidi Harsieber (b. 1948) first apprenticed as a photographer and then took courses at the Graphische Lehr- und Versuchsanstalt in Vienna. When she embarked on her career, she was the youngest professional photographer in Austria. In addition to doing commercial photography for tableware producers and industrial enterprises, she began to develop an independent body of artistic work as early as the 1960s and early 1970s. From 1977 to 2001, she taught at the University of Applied Arts Vienna.

Harsieber likes to describe herself as "incorrigibly hands-on," and her photographs attest to her technical savvy in everything from exposure to finishing. She has experimented with Polaroids but for the most part works in analogue mode, often with a medium-format camera, enlarging and developing her black-and-white images herself.

Over the years, Harsieber’s art has increasingly focused on themes involving individuals and the human body. Her photographs revolve around the human condition: beauty, tenderness, desire, eroticism, and love, but also pain, old age, loneliness, and death. She rose to fame with portraits of her fellow artists, but it was the staging of her own body in performative self-portraits that established Harsieber as part of the international feminist avant-garde of the 1970s.

The retrospective at the Francisco Carolinum focuses on Harsieber’s self-portraits as well as early photographs from the Epitaph for Werner series. In the early 1970s, the artist was already setting her body in relation to space in a series of nudes. These images renegotiate the classic definition of the self-portrait as the artist explores her own identity. In the 1980s, Harsieber's performative approach broke completely with culturally entrenched image schemes and the usual repertoire of gestures and poses familiar from portrait photography. Her images are autobiographical, but they evoke a state of mind, a feeling, rather than an inventory of exterior details. The artist perfected her approach in her self-portraits from the 2000s. Accentuating the performative moment, she works with timers and with calculated blurring within the fixed image frame, allowing an element of chance to play along.

In more than 30 years, not only Harsieber’s working method has changed but also her body. In a series of unsparing photographs, the artist lays bare the traces left by illness and aging. Zur Klärung der Situation (To Clarify the Situation) is the telling title of a series of out-of-focus erotic self-portraits taken in front of the tiled walls of her bathroom, dating from the same period. The title is programmatic: Photography becomes here a means of self-assurance and not least a testimony to self-empowerment.

Heidi Harsieber is known for her unique eye and a keen sensitivity that allows her to capture rare and intimate moments with her camera like no other.

The catalogue "HEIDI HARSIEBER – Das ist – über die Jahre" (German/English, SCHLEBRÜGGE.EDITOR, 2021) is available for €28 in the museum shop and on www.ooekultur.at. The book provides a thorough overview of Harsieber's entire oeuvre.

Hand.Camera
Heidi Harsieber: Hoxton, 2021
© Heidi Harsieber

Heidi Harsieber
"Hand.Kamera"


Ausstellung: 14. Dezember bis 19. März 2023

Heidi Harsieber (*1948) absolvierte nach einer Fotografinnenlehre eine Ausbildung an der Grafischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien. Zu Beginn ihrer Karriere war sie die jüngste Profifotografin Österreichs. Neben der gewerblichen Fotografie für die Geschirrbranche und Industrie begann sie bereits in den 1960er- und frühen 1970er-Jahren ein eigenständiges, künstlerisches Werk zu entwickeln. Von 1977 bis 2001 lehrte sie an der Universität für angewandte Kunst in Wien.

Harsieber bezeichnet sich selbst als "unverbesserliche Handarbeiterin", ihre technische Versiertheit in allen Bereichen, von der Belichtung bis zur Ausarbeitung, ist für ihre Fotografien charakteristisch. Sie experimentiert mit Polaroids, sie arbeitet analog, häufig mit einer Mittelformatkamera und vergrößert und entwickelt ihre Schwarz-Weiß-Aufnahmen selbst.

Thematisch tritt im Laufe der Jahre immer mehr der Mensch und der menschliche Körper ins Zentrum ihres künstlerischen Interesses. Harsiebers Aufnahmen kreisen um die Conditio humana: Schönheit, Zärtlichkeit, Begehren, Erotik und Liebe, genauso wie Schmerz, Alter, Einsamkeit und Tod sind darin zu finden. Bekannt wurde sie mit ihren Porträts von Künstlerkolleg:innen, aber vor allem die Inszenierung ihres eigenen Körpers verankert ihre Fotografien im Kontext der internationalen feministischen Avantgarde der 1970er-Jahre.

Die retrospektive Ausstellung im Francisco Carolinum legt neben frühen Aufnahmen aus der Serie Epitaph für Werner, ihren Fokus auf das Selbstporträt. Bereits Anfang der 1970er-Jahre stellt Harsieber in einer Serie von Akten ihren Körper in Verhältnis zum Raum. Die Fotografien verhandeln die klassische Definition von Selbstporträts und markieren ein Ausloten der eigenen Identität. In den 1980er-Jahren bricht sie mit ihrem performativen Ansatz gänzlich mit kulturell geprägten Bildschemata und dem üblichen Repertoire an Gesten und Posen, die der Porträtfotografie eigen sind. Die Aufnahmen sind autobiografisch, transportieren aber eher einen Seelenzustand, ein Gefühl, als eine Bestandsaufnahme des Äußeren. In den Selbstporträts der 2000er-Jahre perfektioniert die Künstlerin ihre Art zu arbeiten. Der performative Moment tritt in den Vordergrund, sie arbeitet mit Timer, mit kalkulierten Unschärfen im festgelegten Bildausschnitt und einem Rest Zufall, der mitspielen darf.

In mehr als 30 Jahren verändert sich nicht nur die Arbeitsweise, sondern auch der Körper. In einer Reihe schonungsloser Aufnahmen macht die Künstlerin Spuren von Krankheit und Verfall an ihrem eigenen Körper sichtbar. Zur Klärung der Situation heißt bezeichnenderweise eine in dieser Zeitspanne entstandene Serie verschwommener, erotischer Selbstporträts vor dem Fliesenspiegel ihres Badezimmers. Der Titel ist Programm: Die Fotografie wird zum Mittel der Selbstvergewisserung und nicht zuletzt zum Zeugnis der Selbstermächtigung.

Heidi Harsieber ist bekannt für ihren einzigartigen Blick und ihr feinfühliges Gespür für Menschen, die es ihr erlauben, wie keine andere mit ihrer Kamera seltene und intime Momente festzuhalten.

Im Museumsshop und auf www.ooekultur.at ist der Katalog "HEIDI HARSIEBER – Das ist – über die Jahre" für 28€ erhältlich.

Hand.Camera
Heidi Harsieber: Aus der Serie "Im Rathaus", 2001
© Heidi Harsieber
Hand.Camera
Heidi Harsieber: Das Ballkleid, 2003
© Heidi Harsieber