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SEEN BY #18: Let’s See What We Find
Phina Hansen: "Mingus AI: What Does the Robot Sing About?"
Detail, 2022, Video-Still
© Phina Hansen

SEEN BY #18: Let’s See What We Find

Exhibition: – 29 Jan 2023

Museum für Fotografie

Jebensstr. 2
10623 Berlin

+49 (0)30-266424242


www.smb.museum/mf

Tue-Sun 11-19, Thu 11-20

SEEN BY #18: Let’s See What We Find
Ana Tomic, Canon Compliant 1, 2022
© Ana Tomic

"SEEN BY #18: Let’s See What We Find"

Ausstellung: 16. Dezember 2022 bis 29. Januar 2023
Eröffnung: Donnerstag, 15. Dezember, 18 Uhr

Eine Sonderpräsentation der Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin in Kooperation mit der Universität der Künste Berlin

Seen by
The exhibition series "Seen by" is a co-curatorial lab project set up in the Museum für Fotografie as a way of devising innovative curatorial and artistic strategies in art photography.


The project will work with two strategies: either UdK staff select works for the exhibition, or curators prepare the exhibition with workshops, in which students develop a common concept. This not only establishes a new form of teaching, but also results in the productive intermeshing of the artistic work processes, which can subsequently take expression in very different forms of ‘publi­cations’: ranging from exhibitions and performances to readings and lectures.

SEEN BY #18: Let’s See What We Find
Felix Ansmann & Kani Lent, Lament, 2022, video still
© Felix Ansmann & Kani Lent

Technologien, die schöpferisch-imaginative Erzeugnisse wie Texte, Musikkompositionen und Bilder hervorbringen, waren lange Zeit Gegenstand fern erscheinender Science-Fiction-Erzählungen. Heute sind sie nicht nur real, sondern bereits im Begriff, den Bereich künstlerischer Produktion wesenhaft zu verändern: Der Text-zu-Bild-Generator DALL-E 2 ist beispielsweise heute schon in der Lage, in kürzester Zeit ästhetisch anspruchsvolle Bilder zu erzeugen, die, sofern gewünscht, einer hochauflösenden Fotografie erstaunlich nahe kommen.

Viele, die damit aufgewachsen sind, dass die Entwicklung einer individuellen künstlerischen Bildsprache eine jahrelange Auseinandersetzung mit Inhalten, Methoden, Material und Technik voraussetzt, empfinden die KI-Systeme als existenzielle Bedrohung ihres Berufsfeldes. Wenn nun jede*r mit einem Internetzugang und einer originellen Idee innerhalb von Sekunden auf Knopfdruck ein ansehnliches Bild erstellen kann, gibt es dann überhaupt noch die Notwendigkeit, ausgebildete Spezialist*innen dafür zu bezahlen?

Sich als Künstler*in in Reaktion auf eine noch ungewisse Zukunft, in der Maschinen ein immer größer werdender Anteil kreativer Verantwortung zugesprochen wird, am Altbewährten festzuklammern, erscheint in Hinblick auf das ohnehin prekäre Arbeitsfeld der Kunst nachvollziehbar. Kann die Verdrängungsangst jedoch abgelegt werden, bietet das noch undefinierte Feld die Möglichkeit es forschend mitzugestalten. An diesem Scheidepunkt der Kunstgeschichte versammelt die 18. Ausgabe von SEEN BY insgesamt zehn Positionen, die fernab von Kulturpessimismus und dennoch kritisch die Entwicklung technischer Kreativität und die sich daraus ergebenen Möglichkeiten künstlerisch erforschen.

Aus sechs Klassen der Universität der Künste Berlin mit unterschiedlichen medialen Schwerpunkten kommend, setzen die beteiligten Künstler*innen dabei eine Bandbreite von Techniken ein, die von Digitaldruck über Videoinstallation bis hin zu Textil, Skulptur und Malerei reicht. Was die Mehrheit dieser Werke verbindet, ist, dass sie im Zuge von Kollaborationen zwischen Mensch und Maschine entstanden sind. Mit Hilfe von Algorithmus basierter Software und der künstlichen Intelligenz neuester Technologien wurden in diesem Prozess zunächst Bilder, Videos, Texte und Töne generiert, die die Künstler*innen nach weiteren Verarbeitungsschritten des Sichtens, Auswählens, Bearbeitens und Kombinierens zu einem Teil ihrer Arbeiten gemacht haben. Eine genaue Beschäftigung mit den ausgestellten Werken lässt schließlich erahnen, wie mannigfaltig die künstlerischen Einsatzmöglichkeiten der sich so rasant entwickelnden Technik sind: Es wird der Zwischenbereich von Genres und Medien erforscht, über Landschaft nachgedacht, nach neuen Tönen gesucht, der Lernprozess künstlicher Intelligenzen reflektiert, nach den Grenzen und Gefahren von KI-Systemen gefragt, mit ihren Fehlern gespielt und spekulativ in eine von künstlicher Intelligenz begleitete Zukunft geblickt.

Mit Arbeiten von Felix Ansmann & Kani Lent, Vero Haas, Phina Hansen, Barbaros Kisakol, Lena Kocutar, Paula Oltmann, Joachim Perez, Matthias Planitzer, Ana Tomic und Martin Haug & Moritz Zeisner. Kuratiert von Sebastian Peter.

SEEN BY #18 ist Teil der Ausstellungskooperation SEEN BY der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin und der Universität der Künste Berlin im Museum für Fotografie. Sie hat zum Ziel, kuratorische und künstlerische Strategien im Umgang mit zeitgenössischer Fotografie neu zu denken.

Weitere: Informationen: hier

SEEN BY #18: Let’s See What We Find
Paula Oltmann, Ich sehe was, was du nicht siehst 2022, installation view
© Hans Noffke
SEEN BY #18: Let’s See What We Find
Barbaros Kisakol, Enter a few words, 2022, detail
© Barbaros Kisakol