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THE END OF THE WORLD
Claudia Andujar
Sem Título - da série Sonhos Yanomami
[Untitled from Yanomami Dreams series], 2002
© Claudia Andujar. Courtesy Galeria Vermelho, São Paulo

Claudia Andujar »

THE END OF THE WORLD

Exhibition: 9 Feb – 11 Aug 2024

Sun 14 Jul

PHOXXI / Deichtorhallen

Deichtorstr. 1
20095 Hamburg
Tue-Sun 11-18

Halle für aktuelle Kunst / Deichtorhallen

Deichtorstr. 1-2
20095 Hamburg

+49 (0)40-321030


www.deichtorhallen.de

Tue-Sun 11-18

THE END OF THE WORLD
Claudia Andujar
Casulo humano (rito mortuário) - da série Casa
[Human Cocoon. Mortuary Rite from The House series], 1976
© Claudia Andujar. Courtesy Galeria Vermelho, São Paulo

Claudia Andujar
"THE END OF THE WORLD"


Exhibition: 9 February – 11 August 2024
Opening: Thursday, 8 February, 7 pm

The Swiss-born Brazilian photographer and activist Claudia Andujar (*1931) serves as a role model for many politically motivated artists today. She is not only an outstanding photographer but also an activist who uses her artistic voice to draw attention to social injustices and defend the rights of indigenous communities. Her political commitment is reflected in her photography, which is not only artistically documentary but also carries a clear political message.

After fleeing the Nazis, she decided to pursue a career as a photojournalist and became involved in the fight against dictatorship and violence in her new home of Brazil. From the early 1970s, she documented not only the daily life of the Yanomami indigenous community in the Amazon in northern Brazil, but also the conflicts they faced due to mining, land disputes, and diseases. Andujar henceforth dedicated her life and work to the struggle for the rights of the Yanomami, a community she joined.

As part of her five decades of dedication to the protection of the Yanomami, Andujar has taken over 60,000 photographs. She has advocated for the Yanomami through her art and has also become a vehement supporter of their rights. Her efforts helped to draw international attention to the threats they face. Many indigenous activists today refer to Andujar’s impactful work over the past decades.

Today, Claudia Andujar is considered one of the most important figures in photography in South America. Her works have been exhibited in renowned museums and galleries around the world, including the Museum of Modern Art (MoMA) in New York. She has received numerous awards and recognitions for her artistic and social work.

THE END OF THE WORLD
Claudia Andujar
O desabamento do céu. O fim do mundo da série Sonhos Yanomami
[The Fall of the Sky. The End of the World from Yanomami Dreams series], 2002
© Claudia Andujar. Courtesy Galeria Vermelho, São Paulo

Claudia Andujar
"THE END OF THE WORLD"

Ausstellung: 9. Februar bis 11. August 2024
Eröffnung: Donnerstag, 8. Februar, 19 Uhr

Die in der Schweiz geborene brasilianische Fotografin und Aktivistin Claudia Andujar (*1931) stellt heute ein Vorbild für viele politisch motivierte Künstler*innen dar. Sie zählt nicht nur zu den bedeutendsten Vertreterinnen der Fotografie Südamerikas, deren Werke in renommierten Museen wie dem MoMA in New York weltweit ausgestellt werden, sondern ist auch als Aktivistin bekannt, die ihre künstlerische Stimme seit Jahrzehnten nutzt, um auf soziale Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen und die Rechte indigener Gemeinschaften zu verteidigen. In der Ausstellung im Phoxxi, dem temporären Haus der Photographie der Deichtorhallen in Hamburg wird vom 9. Februar bis 11. August 2024 eine Auswahl der wichtigsten Werkgruppen Claudia Andujars vorgestellt.

Nach ihrer Flucht vor den Nationalsozialisten entschied sie sich für eine Karriere als Fotojournalistin und beteiligt sich am Kampf gegen soziale Missstände und Gewalt an ihrem neuen Wohnort Brasilien. Ab den frühen 1970er Jahren dokumentierte sie nicht nur das tägliche Leben der indigenen Gemeinschaft der Yanomami im Amazonas im Norden Brasiliens, sondern auch die Konflikte, mit denen diese durch Bergbau, Vertreibung und Krankheiten konfrontiert sind. Die Fotografin verschreibt fortan ihr Leben und ihre Arbeit dem Kampf um die Rechte der Yanomami. Im Rahmen ihres mittlerweile fünf Jahrzehnte umfassenden Engagements zum Schutz der Yanomami sind über 60.000 Fotografien entstanden.

Claudia Andujar setzte sich nicht nur künstlerisch für die Yanomami ein, sondern wurde auch zu einer vehementen Anwältin für ihre Rechte. Zusammen mit anderen Aktivist*innen gründete Andujar 1978 die NGO "CCPY", um sich für die Rechte und das Land der Yanomami einzusetzen. Ihr jahrelanger Kampf u.a. an der Seite des Schamanen und Sprecher der Yanomami Davi Kopenawa führte schließlich zur Abgrenzung des Yanomami-Gebietes im Jahr 1992 unter dem Namen "Yanomami-Park".

Unter der Regierung des Präsidenten Bolsonaro arbeiteten wieder zehntausende Goldsuchende illegal im Territorium der Yanomami, Landrodungen durch den Bergbau und die Viehwirtschaft nahmen ein neues Ausmaß an und die Verbreitung von eingeschleppten Krankheiten wie Malaria und COVID-19 bedrohen das indigene Volk. Dies brachte unfassbares Leid über die Gemeinschaft der Yanomami. Der kürzlich gewählte brasilianische Präsident Lula da Silva zeigte sich nach seinem Amtsantritt 2023 schockiert über die Gesundheitslage der Yanomami und rief den medizinischen Notstand aus. Jüngst stimmte der brasilianische Kongress im Dezember 2023 einem Gesetzesentwurf zu, der im großen Stil Bergbau in indigenen Gebieten erlaubt. Dies könnte für die Yanomami und andere indigene Völker in Brasilien weitere fatale Folgen haben. Andujars aktivistische Bestrebungen haben daher nicht an Aktualität verloren.

Viele indigene Aktivist*innen berufen sich heute auf die medienwirksame Arbeit Claudia Andujars der letzten Jahrzehnte. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Anerkennungen für ihre für ihre künstlerische Arbeit und ihr soziales Engagement, darunter den Annual Cultural Freedom Award der Lannan Foundation, New Mexico und die Goethe-Medaille. 2015 wurde Claudia Andujar in Minas Gerais, Brasilien, mit einem eigenen Pavillon geehrt, in dem dauerhaft dreihundert von der Künstlerin geschaffene Werke über die Yanomami gezeigt werden.

Ein Kinodokumentarfilm über Claudia Andujar von Heidi Specogna (Autorin und Regisseurin /Professorin für Dokumentarfilm Filmakademie Baden-Württemberg) kommt im Juni 2024 in die Kinos. Die Uraufführung ist im Rahmen der Deichtorhallen-Ausstellung im Mai 2024 in Hamburg geplant.

THE END OF THE WORLD
Claudia Andujar
Urihi-a - da série Casa
[Urihi-a from The House series], 2002
© Claudia Andujar. Courtesy Galeria Vermelho, São Paulo
THE END OF THE WORLD
Claudia Andujar
Floresta amazônica, Pará - da série Sonhos Yanomami
[Amazon Forest, Pará from Yanomami Dreams series], 2002
© Claudia Andujar. Courtesy Galeria Vermelho, São Paulo