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Rhythms of Power
Zofia Kulik
The Splendour of Myself IV, 2007
Schwarzweiß Fotografie, Collage aus 12 Teilen
200 x 180 cm
© Zofia Kulik / Courtesy Art Collection Telekom

Zofia Kulik »

Rhythms of Power

Exhibition: 22 Mar – 28 Jul 2024

Mon 15 Jul

Francisco Carolinum Linz

Museumstr. 14
4010 Linz

+43 (0)732-7720 522 00


www.ooekultur.at

Tue-Sun 10-18

Rhythms of Power
Zofia Kulik
Guardians of the Spire, 1990
Silver gelatine print

240 x 150 cm
© Zofia Kulik / Courtesy: Persons Projects

Zofia Kulik
"Rhythms of Power"


Exhibition: 22 March – 28 July 2024
Opening: Thursday, 21 March, 7pm

"Zofia Kulik – Rhythms of Power" is the Polish artist’s first survey exhibition in Austria. Besides large-format photographic works and the self-portrait The Splendour of Myself, the presentation includes parts of Kulik’s diploma project that were created between 1968 and 1971, towards the end of her studies at Warsaw Academy of Fine Arts.

For decades, Kulik has been archiving thousands of photographic negatives and compiling a huge collection of visual phenomena. The motifs are organised into more than 250 different categories, ranging from images of models in various poses to themes such as skulls, bones, vegetables, flowers, dogs, fabrics, buildings, postcards, masks, explosions or cities – to name just a few.

In the darkroom, Kulik employs an analogue process of multiple exposure to combine hundreds of single images from this archive into complex, multi-layered compositions. Sketches and stencils serve to illustrate her working method.

Zofia Kulik organises her visual materials like a choreographer of mass gatherings – controlling the rhythm as she arranges single images into rows, circles and other geometric figures; often determined by the rules of symmetry, they define a world order in the manner of a mandala or join together in a serial arrangement to create an ornament.

Kulik’s artworks were shown in the 2023 edition of Les Rencontres de la photographie in Arles, at documenta 12 in Kassel in 2007, and at the 47th Venice Biennial in 1997. Her work is also represented in leading international museums, including Tate Modern, London; Centre Pompidou, Paris; Moderna Museet, Stockholm; and MoMA, New York.

Curated by Nathalie Hoyos and Rainald Schumacher

Rhythms of Power
Zofia Kulik
Self-portrait with a Flag II, 1992
Silver gelatin print
150 x 150 cm
© Zofia Kulik / Courtesy: Persons Projects

Zofia Kulik
"Rhythms of Power"


Ausstellung: 22. März bis 28. Juli 2024
Eröffnung: Donnerstag, 21. März, 19 Uhr

"Zofia Kulik – Rhythms of Power" präsentiert Arbeiten, die bis in die späten 1960er Jahre zurückreichen, als Zofia Kulik an der Akademie der Schönen Künste in Warschau Bildhauerei studierte. Es ist die erste Überblicksausstellung der polnischen Künstlerin in Österreich. Die Ausstellung vermittelt einen Einblick in die Methodik und Arbeitsweise einer Künstlerin, die ihre Werke in der Dunkelkammer im analogen Belichtungsverfahren aus hunderten von einzelnen Bildern zusammenfügt.

Zofia Kulik fotografiert, dokumentiert, archiviert und katalogisiert die visuelle Wirklichkeit. Tausende Aufnahmen – häufig schwarzweiß – sind über die Jahre meist im Studio entstanden. Als Negative archiviert und in Kategorien eingeordnet, umfassen sie tendenziell die gesamte sichtbare Welt. Modelle in unterschiedlichen Posen, Schädel, Knochen, Gemüse, Blumen, Hunde, Stoffe, Gebäude, Postkarten, Masken, Explosionen und Städte sind nur einige von gut 250 Ordnungskriterien. Anhand von Skizzen, Zeichnungen und Schablonen macht die Ausstellung deutlich, wie die Künstlerin daraus komplexe Szenarien und Inszenierungen vielschichtiger Bildwelten orchestriert.

Die Künstlerin dominiert dieses Bildmaterial wie eine Choreografin von Massenaufzügen oder Massenveranstaltungen. Sie herrscht über den Rhythmus der einzelnen Phänomene. Dutzende von Einzelbildern arrangieren sich in Reihen, Gruppen, Kreisen und anderen geometrischen Formationen, die häufig nach Regeln der Symmetrie angelegt sind oder zentral wie ein Mandala eine ganze Weltordnung beschreiben oder sich seriell zu einem Ornament verbinden. Bedeutungen verändern sich. Banale Gegenstände werden zu inhaltsschweren Symbolen. Bedeutungsvolle Gesten lösen sich zu ornamentaler Verzierung auf.

Zofia Kulik schafft Bilder der Welt, die klar machen, wie unsicher und ungewiss Sinn und Bedeutung der Wirklichkeit überhaupt entschlüsselt werden können. Alles kann sich zu einem komplexen Narrativ, einer schlüssigen Erzählung und Deutung der Wirklichkeit verknüpfen, um in nächsten Moment schon wieder rätselhaft, unergründlich und als sinnlose Aufreihung vieler Einzelmomente zu erscheinen. Ihre Kunst spiegelt das metaphysische Dilemma aller existentiellen Fragen. Sicherheiten gibt es trotz der monumentalen und überwältigenden Präsenz und bildgewaltigen Verführungskraft ihrer Werke nicht. Dabei deuten ihre Werke schwergewichtige Themen an. Sie zitieren Insignien und Strukturen totalitärer Regime, behandeln das Individuelle gegenüber der Masse, lassen die Macht von Kirche und Religion deutlich werden, kreisen um die Beziehung zwischen den Geschlechtern und handeln von Dominanz und Tod.

Neben den großformatigen, mehrteiligen Tafelbildern und dem Selbstportrait Splendour of Myself, das viktorianische Portraits zitiert, zeigt die Ausstellung eine große Gruppe an Werken "Instead of Sculpture", Teile ihrer Diplomarbeit, die wie zwei ausgestellte Moses Statuen gegen Ende ihrer Akademiezeit 1968 bis 1971 entstanden sind.

Zofia Kuliks Werke wurden bei Les Rencontres de la Photographie 2023 in Arles, 2007 auf der Documenta 12 in Kassel und 1997 auf der 47. Biennale von Venedig gezeigt. Ihre Werke sind in wichtigen Museen wie Tate Modern, Centre Pompidou, Moderna Museet und dem MoMA in New York vertreten.

Kuratiert von Nathalie Hoyos und Rainald Schumacher