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Dream Baby Dream
Exhibition: 4 Sep – 15 Nov 2025
Thu 4 Sep 18:00 - 22:00

Galerie Buchkunst Berlin
Oranienburger Str. 27
10117 Berlin
+49 (0)30-21802540
info@buchkunst-berlin.de
www.buchkunst-berlin.de
Thu-Sat 14-18 +

Hannah Modigh
"Dream Baby Dream"
Ausstellung: 4. September bis 15. November 2025
Eröffnung: Donnerstag, 4. September, 18–22 Uhr
Kuratorenführung mit Thomas Gust & Gespräch mit Hannah Modigh
Hannah Modigh signiert zwei aktuell verfügbare Bücher
Die Galerie Buchkunst Berlin präsentiert die Ausstellung "Dream Baby Dream" mit Fotografien der international renommierten schwedischen Fotografin Hannah Modigh. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das Thema Adoleszenz. In den oft sozial-dokumentarisch angelegten und ebenso poetischen Fotoserien erschafft Hannah Modigh zeitlose Bilder, die Aufwachsen, Herkunft, Erinnerung und verschiedene Zeitebenen miteinander verbinden. In den Emotionen, Gesten und Körperhaltungen drückt sich das Wissen um die Veränderung und die Suche nach Identität aus. Gezeigt werden Fotografien aus verschiedenen Serien.
Die Aufnahmen ihrer ersten langzeit-fotografischen Serie "Hillbilly Heroin Honey", dokumentieren das schwierige Aufwachsen einer Gruppe von Jugendlichen in Kleinstädten des sterbenden Kohlebergbaus in den nordamerikanischen Appalachen. In einem Teufelskreis aus Abhängigkeiten und Ausweglosigkeit gefangen, leben die Mädchen und Jungen mit ihren Träumen.
In den Aufnahmen der Serie "The Milky Way" fotografiert Hannah Modigh den Übergang von der Kindheit zur Jugend, schafft dabei stille, zeitlose Bilder, in denen sie ihre eigenen Erinnerungen mit der Realität der Gegenwart einer neuen Generation abgleicht. Die Landschaften und die Körper scheinen entblößt: Jede Haut ist eine verletzliche Oberfläche, jede Landschaft ein sensibler Raum.
Die beeindruckenden Portraits der Serie "Hurricane Season", welche in den Armenvierteln von New Orleans und im Süden Louisianas entstanden sind, verweisen auch auf die starken sozialen Bindungen und Prägungen inmitten eines jahrhundertealten, immer noch tief verwurzelten Modells des Rassismus. Die Portraits verweisen gleichzeitig auf den fehlenden Zugang zu gesellschaftlichen Privilegien wie Bildung und Wohlstand. Sinnbildlich warten die Menschen auf den nächsten Sturm.
Für die Aufnahmen ihrer aktuellen Arbeit "Searching for Sivagami", welche sie 2024 abschloss, kehrt Hannah Modigh nach dreißig Jahren nach Südindien zurück, um Sivagami, ihr Kindermädchen und das ihrer kleinen Schwester, wiederzufinden. Sie begibt sich auf die Suche nach den Spuren einer Beziehung, sucht Sivagamis Gesicht in anderen Frauen, die sie trifft, und sucht auch nach einem Spiegelbild ihrer selbst. Den Bildern, die auf der Reise entstehen, wohnt auch eine stille Sprache der Fürsorge und Verbundenheit inne.
Das Thema des Heranwachsens findet sich in fast allen Serien Hannah Modighs wider. Persönliche Erinnerungen und Tagebucheintragungen sind immer wieder Teil der Entwicklung ihrer Langzeitprojekte, die sie ausschließlich analog fotografiert. In ihren Landschaften und auch in manchen ihrer Portraits nutzt die Künstlerin Licht und Witterungen als Filter und Abstraktion, um malerische Stimmungen zu erzeugen. Die Fotografien von Hannah Modigh setzen Gedanken an Momente von Ereignissen und Orte frei, die wir in unseren Erinnerungen wiederfinden.

Hannah Modigh wurde 1980 in Stockholm, Schweden, geboren und verbrachte ihre Kindheit in Indien und Österlen, Schweden. Sie studierte Fotografie in Kopenhagen, am Biskops Arnö und am Royal College of Art in Stockholm.
Hannah Modighs Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen in Europa und den USA gezeigt, darunter in den Deichtorhallen, Hamburg (2012); beim Landskrona Photo Festival, Schweden (2013); beim Münchner Stadtmuseum, München (2013); im Sune Jonsson Centrum för Dokumentärfotografi, Umeå, Schweden (2018); DIPE (Dali International Photography Exhibition), Yunnan, China (2019); in der Gallery of Photography, Dublin (2020); im House of Culture, Stockholm (2022); bei den Les Rencontres d’Arles, Frankreich (2023); und im Fotografiska Stockholm, Schweden (2025).
Ihre Serien wurden außerdem 2011 mit dem European Photo Exhibition Award, 2017 mit dem Lars-Tunbjörk-Preis in Schweden und 2018 mit dem Lennart-af-Petersen-Preis, ebenfalls in Schweden, ausgezeichnet. Für ihre Serie "Hurricane Season" ist die Künstlerin für den renommierten Prix Pictet 2025 nominiert.
Ihre Arbeiten befinden sich in Sammlungen wie dem Moderna Museet in Stockholm. Hannah Modigh hat sieben Fotobücher veröffentlicht.

