
© Christine Erhard
FACT/FAKE
Fotografische Bilder zwischen Wirklichkeit und Konstruktion
Isabelle Borges » Christine Erhard » Andrea Grützner » Antonia Gruber » Estefanía Landesmann » Sabine Meier » Pola Sieverding »
Exhibition: 20 Nov 2025 – 1 Feb 2026

Städtische Galerie Leerer Beutel
Bertoldstr. 9
93047 Regensburg
0941-507 2440
museen_der_stadt@regensburg.de
www.regensburg.de/Kultur/Museen
Tue-Sun 10-16

© Antonia Gruber
"FACT/FAKE"
Fotografische Bilder zwischen Wirklichkeit und Konstruktion
mit Pola Sieverding, Estefania Landesmann, Christine Erhard, Sabine Meier, Isabelle Borges, Andrea Grützner, Antonia Gruber
Ausstellung: 20. November 2025 bis 1. Februar 2026
Eröffnung: Donnerstag, 20. November, xx Uhr
Die Hauptausstellung des INTERNATIONALEN FESTIVALS FOTOGRAFISCHER BILDER widmet sich dem Spannungsfeld zwischen gebauter Fotografie, gefundenen Bildern und konstruierter Wirklichkeit. Im Zentrum stehen Fragen nach dem Verhältnis von Präsenz und Abwesenheit, von Fakt und Fiktion, von Dokumentation und Inszenierung. Was war tatsächlich da? Was sehen wir im Moment der Betrachtung? Und was hat vielleicht nie existiert – außer im Bild selbst? Was war, frei nach Roland Barthes, vielleicht nie so da gewesen.
Die Ausstellung bewegt sich zwischen den Polen von Faktizität, Mode und Fälschung, zwischen Tatsächlichkeit, Trend und Täuschung. Sie untersucht Fotografie nicht nur als Medium der Spur und Oberfläche, sondern auch als Bühne, auf der Sichtbarkeit inszeniert und Unsichtbares angedeutet wird.
In Zeiten digitaler Bildproduktion und KI-generierter Visualitäten gewinnt diese Auseinandersetzung neue Dringlichkeit. Was früher das fotografische Dokument zu verbürgen schien, wird heute durch Algorithmen, Filter und Retuschen ständig neu befragt. So eröffnet sich ein Raum, in dem nicht nur die Glaubwürdigkeit des Bildes, sondern auch unsere eigene visuelle Urteilskraft auf dem Prüfstand steht.
"FACT/FAKE" lädt dazu ein, das vermeintlich Sichtbare neu zu hinterfragen. Zwischen Wahrheit und Konstruktion entfaltet sich ein vielstimmiges Feld von Ambivalenzen und von Möglichkeiten, Fotografie als Wahrnehmungsmedium neu zu denken.

© Sabine Meier
Pola Sieverdings Arbeiten untersuchen den menschlichen Körper als Träger geschichtlicher Narrative, die wiederum gegenwärtige Diskurse über den sozialen Körper prägen. Grundlegend dafür ist die Idee des Porträtierens im Sinne eines interpretativen Lesens kultureller Einschreibungen in menschliche Körper. Dabei schließt sie in ihren Betrachtungen auch nicht-menschliche Körper, wie Architekturen und organisches Material, Muscheln (Austern) oder Pflanzen mit ein.
Im Projekt "Apories" inszeniert Sabine Meier unmögliche Räume und Perspektiven, die jedoch auf den Bildern kohärent und logisch nachvollziehbar erscheinen. Diese vermeintlichen Räume werden zunächst im Atelier anhand einer transparenten Zeichnung konstruiert, dann räumlich nachgebaut und mit einer analogen Kamera (ab)fotografiert. Die Präsenz von Modellen oder Objekten steht im Gegensatz zur vermeintlichen Kohärenz des Raums enthüllt dabei dessen Bruchstellen.
Estefanía Landesmann arbeitet im Spannungsfeld von Bild, Material und Raum. Ausgehend von der Fotografie widmet sie sich urbanen, sozialen und architektonischen Umgebungen. Ihr Blick gilt dem, was leicht übersehen wird: leisen, oft minimalen Erzählungen, die in Materialien und Oberflächen eingeschrieben sind.
Für die Werkreihe "Arkadia" schuf Andrea Grützner Fotografien von Graslandschaften wobei sie dichroitische Folie zwischen die trockenen Halme schob. So entwickeln sich psychedelisch anmutende Bildkompositionen mit einer teils KI-ähnlichen Wirkung. Neben realen Insekten erscheinen chimärenhafte Formen, die an Tiere und Fabelwesen erinnern.
Antonia Gruber beschäftigt sich mit der Wandlung der Rolle der Frau in der westlichen Gesellschaft – von der treusorgenden, sich dem Ehemann unterordnenden Ehefrau zur selbstbewussten, unabhängigen Frau der Gegenwart. In ihrer Serie "BLUE DAHLIA" verschmilzt sie mittels KI ihr eigenes biometrisches Passbild mit Porträtfotografien von Frauen aus den 1950er- und 1960er-Jahren.
Die Grundlage der Arbeit von Christine Erhard sind bereits vorhandene Bilder, die sie dekonstruiert, neu kombiniert und in Form von Modellen oder skulpturalen Arrangements im Atelier baut. Erst durch die fotografische Aufnahme dieser realen Setzungen entstehen die finalen Bilder.
Ausgangspunkt für die Serie "Die Wanderin" von Isabelle Borges war die Lektüre eines Textes über das Wesen des Raums, in dem ein MIT-Mathematiker Raum und Leere mit den Faltungen von Origami vergleicht. Während sie an einem See am Berliner Stadtrand über diese Ideen nachdachte, fiel ihr Blick auf Wasserpflanzen, die sich im dunklen Wasser des Sees spiegelten.

© Pola Sieverding

© Andrea Grützner

@ Isabelle Borges

© Estefania Landesmann