
Shifting Weathers
Susanne Kriemann » Jasmijn Visser » Luiz Zanotello »
Exhibition: 26 Mar – 25 Apr 2026
Sat 21 Mar 17:00

Villa Heike Kunstverein
Freienwalder Str. 17
13055 Berlin
0178-4564256
post@villaheike.org
www.villaheikekunstverein.de
Thu-Sat 14-18 + b.a.

Shifting Weathers ist eine Ausstellung im Villa Heike Kunstverein, die sich mit Wetter, Klima und bildgebenden Technologien auseinandersetzt. Während in der Öffentlichkeit Klima durch technische Bilder, Messungen und Prognosen sichtbar gemacht wird, ist es zugleich wirksam durch langsame Prozesse, die unserer unmittelbaren Wahrnehmung entgehen.
Das Ausstellungsprojekt Shifting Weathers versteht Wetter als fortwährenden Zustand, der Wahrnehmung, Empfinden und Zeitlichkeit formt. Mit Arbeiten von Susanne Kriemann, Jasmijn Visser (mit Ingmar König) und Luiz Zanotello richtet es den Blick auf die komplexen Gegebenheiten, die der medialen Vermittlung und Interpretation von Wetter und Klima zugrunde liegen. Die Ausstellung zeigt aber vor allem, wie künstlerische Praktiken jenseits von Katastrophenbildern neue Perspektiven auf die Vielschichtigkeit von Klima eröffnen.
Shifting Weathers wird von Sarie Nijboer unter der Leitung von Michael Schäfer kuratiert. Begleitet wird die Ausstellung von einem eintägigen Symposium zu Fragen von Bildproduktion, Klimawissen und Wahrnehmungspolitiken.

Susanne Kriemann betrachtet in ihrer Arbeit Datadust, skin of sand Landschaften als materielle Archive menschlicher Hinterlassenschaften. Sie zeigt, wie Mikroplastik zum neu integrierten Bestandteil ökologischer Kreisläufe geworden ist. Es wird durch Wetter und Verwitterung über die Zeit hin verteilt und sedimentiert. Kriemanns Beobachtungen machen so Klima als bestimmenden Faktor langfristiger Einschreibungsprozesse sichtbar.
Jasmijn Visser entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Game Developer Ingmar König das interaktive Videospiel The weather has been canceled, das eine Welt ohne Wetter entwirft. In ihrer fragmentierten, lyrischen Spielwelt, in der sich Spielende frei bewegen können, wird die Komplexität des Klimawandels gespiegelt: nicht auf eine einzige Erzählung reduzierbar, und dennoch tief verankert im kulturellen Gedächtnis sowie in kollektiver Trauer.
Luiz Zanotello untersucht in seiner Installation Tempo e Tempo das Zusammenspiel von Zeit und Wetter anhand von Echtzeitbildern frei zugänglicher Wetterkameras weltweit. Indem er eine Maschine mit diesen visuellen Daten trainiert und ihre Prozesse filmisch sichtbar macht, verschiebt die Arbeit den Blick auf unterrepräsentierte Regionen und unterschiedliche Zeitlichkeiten. Dabei wird Wetterbeobachtung als politischer Akt des Sehens gefasst.