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Der visuelle Journalist
Robert Capa
Death of a loyalist militiaman, Córdoba front,
Spain, early September, 1936
© Robert Capa © International Center of Photography / Magnum Photos

Robert Capa »

Der visuelle Journalist

Exhibition: 8 Feb – 3 May 2026

Sun 8 Feb 12:00

Fotografie-Forum der StädteRegion Aachen

Austr. 9
52156 Monschau

+49 (0)2472-803194


www.kuk-monschau.de

Tue-Fri 14-17, Sat/Sun 11-17

Der visuelle Journalist
Robert Capa
Pablo Picasso with Françoise Gilot and his nephew Javier Vilato, on the beach,
Golfe-Juan, France, August 1948
© Robert Capa © International Center of Photography / Magnum Photos

Robert Capa
"Der visuelle Journalist"

Ausstellung: 8. Februar bis 3. Mai 2026
Eröffnung: Sonntag, 8. Februar, 12 Uhr

Das Jahr 2026 läutet das Fotografie-Forum der StädteRegion Aachen mit einem der bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhundert ein. Robert Capa hat die Berichterstattung revolutioniert und beeinflusst bis heute unseren Blick auf Bilder. Die in Kooperation mit Magnum Photos entstandene Ausstellung präsentiert darum nicht nur Fotografien, sondern stellt diesen zahlreiche Zeitzeugnisse und Reproduktionen aus bedeutenden Magazinen zur Seite. Originale und Reproduktionen von Bildstrecken, die beispielsweise in Life , Picture Post oder Time erschienen, legen den bedeutenden Einfluss Capas auf den modernen Bildjournalismus offen. Ein Teil der Exponate wird zum ersten Mal in Deutschland gezeigt.

"Capas beruflicher Aufstieg fällt in die 1930er Jahre, die große Blütezeit des Fotojournalismus. So wurde er bereits 1938 als 'berühmtester Kriegsfotograf der Welt' gefeiert. Seine journalistische Haltung zei chnet sich dabei durch eine besondere Nähe zur Realität, Authentizität sowie Engagement aus , oder wie er selbst zu sagen pflegte: 'Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, warst du nicht nah genug dran.'" Dr. Nina Mika-Helfmeier (Leiterin und Kuratorin des Fotografie-Forums)

Robert Capa, dessen bürgerlicher Name Endre Ernő Friedmann lautete, wurde als Sohn einer jüdischen Familie in Budapest geboren. Seine bewegte fotografische Karriere begann ab 1931 in Berlin, wo er für die Agentur Dephot arbeitete. Einer seiner ersten großen Aufträge wird in Monschau gezeigt: die Dokumentation einer Rede des russischen Revolutionärs Leo Trotzkis in Kopenhagen. Schon hier zeigte sich Capas einzigartiges Talent und sein Mut: Obwohl Fotograf_innen die Teilnahme untersagt war, schaffte er es mit einer kleinen Leica die Veranstaltung zu fotografieren.

Mit Erstarken des Nationalsozialismus floh Capa 1933 nach Paris, wo er ab 1935 die Kundgebungen und Märsche der Front Populaire für die Presse festhielt. Die dynamischen Aufnahmen mit ungewöhnlichen Perspektiven vermitteln den Betrachtenden das Gefühl, Teil des Geschehens zu sein. Eben diese Anteilnahme und unmittelbare Beteiligung sollte Capas Schaffen so berühmt machen.

Mit Beginn des Spanischen Bürgerkriegs 1936 reiste Robert Capa mehrfach nach Spanien. Die Bilder aus jener Zeit sind heute weltbekannt und wurden bereits damals von den veröffentlichenden Zeitungen als 'grandios' beschrieben. Dass Capa sich stets der humanistischen Fotografie verpflichtet sah, zeigt sich u.a. in seinen Briefen aus jener Zeit in denen er schrieb: "Die Frauen bleiben zurück, doch der Tod, der heimtückische Tod aus der Luft, holt sie ein."

Der visuelle Journalist
Robert Capa
US troops assault Omaha Beach during the D-Day landings,
Normandy, France, June 6th, 1944
© Robert Capa © International Center of Photography / Magnum Photos

Mehrere Bildstrecken zeigen Capas Wirken während des Zweiten Weltkriegs. Er hielt die Auswirkungen und Schrecken des Krieges in England (1941), Tunesien (1943) sowie in Italien (1943) fest. Hier war Capa erstmalig bei Gefechten dabei und brachte mit seinen unmittelbaren Aufnahmen den Krieg in die Wohnzimmer der Zeitungsleser_innen. Als einer von wenigen Berichterstattern begleitete er am 6. Juni 1944 das US-Militär bei der Landung in der Normandie. Die Fotos des sogenannten D-Days gingen wie wenig andere in das kulturelle Gedächtnis ein.

Neben Aufnahmen aus den 1940er Jahren, die nach Kriegsende in Frankreich, Deutschland, Israel aber auch der damaligen Sowjetunion entstanden sind, widmet sich ein Ausstellungskapitel Capas letztem fotografischen Auftrag in Vietnam. Während er eine französische Mission zur Evakuierung und Zerstörung zweier Forts begleitete, trat Capa auf eine Antipersonenmine und wurde getötet. Sein letztes Foto, das an der Straße zwischen Nam Dinh und Thai Binh entstand, ist in der Ausstellung ebenfalls präsentiert.

Das Capa nicht nur Kriegsfotograf war, zeigt ein kleiner Exkurs innerhalb der Präsentation, der sich seinen Porträtfotografien widmet. Ernest Hemingway sowie Pablo Picasso zählten zu engen Freunden Capas. Mit Ingrid Bergman verband ihn sogar eine Liebesbeziehung. Die zum Teil intimen Aufnahmen zeigen Capas meisterhaftes Talent, stets den Menschen in den Mittelpunkt seiner Bilder zu stellen und sich die Welt mit einem empathischen Blick zu erschließen.

Der visuelle Journalist
Robert Capa
Motorcyclists and woman walking on the road from Nam Dinh to Thai Binh,
Indochina (Vietnam), May, 1954
© Robert Capa © International Center of Photography / Magnum Photos