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Fotografie – Das Werk Christa Mayer
Tänzerin, Cihangir, Istanbul, 1992
© Christa Mayer, VG Bild-Kunst, Bonn, 2026

Christa Mayer »

Fotografie – Das Werk Christa Mayer

Exhibition: 16 Jan – 6 Apr 2026

Thu 15 Jan 18:00

Haus am Kleistpark

Grunewaldstr. 6-7
10823 Berlin

+49 (0)30-902776964


www.hausamkleistpark.de

Tue-Sun 11-18

Fotografie – Das Werk Christa Mayer
Psychiatrie - Mensch und Hase, (Herr H.), 1994
© Christa Mayer, VG Bild-Kunst, Bonn, 2026

Christa Mayer
Fotografie – Das Werk


Ausstellung: 16. Januar bis 6. April 2026
Eröffnung: Donnerstag, 15. Januar, 19 Uhr

Artist Talk: Donnerstag, 19. Februar, 19 Uhr
mit Christa Mayer und Katia Reich, Leiterin der Fotografischen Sammlung der Berlinischen Galerie

Künstlerführung: Sonntag, 8. März, 14 Uhr
mit Christa Mayer und Carolin Förster, Kuratorin der Ausstellung

Führung zur Finissage: Ostermontag, 6. April, 16 Uhr
mit Christa Mayer und Carolin Förster, Kuratorin der Ausstellung

Die Fotografin und Psychologin Christa Mayer hat in den vergangenen vier Jahrzehnten ein unverwechselbares fotografisches Werk geschaffen. Mit der Ausstellung "Christa Mayer. Fotografie – Ein Werk" präsentiert das Haus am Kleistpark einen umfassenden Einblick in ihr Œuvre. Gezeigt werden Fotografien in Schwarzweiß und Farbe aus unterschiedlichen Werkreihen, darunter bedeutende Werkkomplexe wie "Abwesende I / II" (1979–1996), "Heilende" (1982–1989) sowie "Kreative" (1987) und "Kinder" (1987-1992).

Ergänzt werden die Serien durch Beobachtungen aus Italien sowie Istanbul (1979–1992). Darüber hinaus sind Landschaftsaufnahmen (1982–2011) und abstrakte Kompositionen (ab 2007) zu sehen. Text-Bild-Arbeiten erweitern das Spektrum der Porträtserien. Stadtlandschaft und Porträt bestimmen die beiden Videoarbeiten "Ex Oriente Lux" (1992) und "Abwesende" (2025).

Mayer nimmt eine einzigartige Stellung innerhalb der deutschen Autorenfotografie der 1980er und 1990er Jahre ein. Bereits seit den frühen 1980er Jahren formte sie ihre progressive künstlerische Handschrift in der legendären Werkstatt für Photographie an der Volkshochschule Kreuzberg in Berlin, die von Michael Schmidt gegründet wurde. Dabei gelang es ihr als eine der wenigen Frauen, sich dort erfolgreich zu behaupten. 1983 wurde sie mit dem Stipendium für Zeitgenössische Deutsche Fotografie der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ausgezeichnet, gefolgt von einem Arbeitsstipendium am P.S.1 in New York im Jahr 1987.

Christa Mayer wurde früh mit ihren außergewöhnlich berührenden Porträts aus der Langzeitpsychiatrie einer Berliner Klinik bekannt, wo sie mehr als zwei Jahrzehnte als Psychologin und Psychotherapeutin arbeitete. In ihren Porträts von Patientinnen und Patienten, deren Angehörigen sowie medizinischem und Pflegepersonal suchte Mayer nach der Einzigartigkeit und "Schönheit […] im Angesicht des Anderen", wie sie selbst sagte. Mit ihren "dialogischen Bildnissen" und einer Praxis des "nichtvoyeuristischen und berührenden Sehens" schuf Mayer Fotografien, in denen die Ausdruckskraft des Gesichts und das innere Erleben im Mittelpunkt stehen – Werke, die nur wenig Vergleichbares in der Fotografie ihrer Zeit aufweisen.

Dazu kommt als interaktive, prozessuale Darstellungsform das von Mayer entwi- ckelte Prinzip des "Videospiegels", in den Gedanken und Selbstbefragungen der Patientinnen und Patienten einfließen, wie in der Serie "Der blaue Mann" (1990).

Neben den Porträts aus der Psychiatrie fotografierte Mayer auch Heilende verschiedener Kulturen, von Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytikern bis zu indigenen Heilern. Ebenso galt ihr Interesse Künstlerinnen und Künstlern, darunter Malern, Tänzern und Performern. Immer wieder beobachtete sie mit ihrer Kamera Kinder in ihren spielerischen Aktionsräumen und schuf mit ihnen verwunschene Bildszenen. Bei Aufenthalten in Italien oder Istanbul suchte sie im alltäglichen "Straßentheatern" der urbanen Umgebung nach den Miniaturdramen, die sich im vorbeiziehenden Strom der Passantinnen und Passanten abspielten.

Fotografie – Das Werk Christa Mayer
Büffelkuh, Varanasi, Indien, 2001
© Christa Mayer, VG Bild-Kunst, Bonn, 2026

In späteren Jahren widmet sich Mayer auf ihren Reisen in Frankreich, Italien, Indien und den USA zunehmend dem Thema Landschaft. Küsten- und Waldlandschaften werden von ihr als symbolisch und spirituell aufgeladene Orte wahrgenommen. Die Ansichten wirken dabei ebenso rätselhaft wie die zuvor porträtierten Menschen. Die Landschaft wird zur Projektionsfläche für das Verhältnis von Innen und Außen, für menschliche Empfindungen sowie für metaphysische Fragestellungen.

Christa Mayers Werke sind Ausdruck eines tief subjektiven Erlebens und der empathischen Auseinandersetzung mit Menschen und Orten. Mit ihren einzigartigen Bildfindungen hat sie verschlossene Bereiche unseres Lebens sichtbar und nachvollziehbar gemacht und dem Unbewussten der Innenwelten wie Landschaften Ausdruck verliehen.

Christa Mayer, 1945 in Bad Kissingen geborgen, studierte Psychologie in Würzburg und arbeitete von 1972 bis 2002 als Psychologin in Berlin. Sie realisierte fotografische Projekte, Videofilme und Theateraufführungen mit Patient*innen. Von 1980 bis 1986 nahm sie an Kursen, Workshops und Ausstellungen der "Werkstatt für Photographie" an der Volkshochschule Kreuzberg teil. Mayer erhielt zahlreiche Stipendien, zuletzt eine Katalogförderung der Senatsverwaltung für Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt Berlin (2025).

Im Dezember 2025 ist im DISTANZ Verlag die gleichnamige Monografie erschienen, herausgegeben von Carolin Förster und mit Texten von Carolin Förster, Thomas Weski, Maren Lübbke-Tidow und Barbara Esch Marowski.

Die Ausstellung wird von Carolin Förster kuratiert.

Fotografie – Das Werk Christa Mayer
Point Reyes, Kalifornien, USA, 2006
© Christa Mayer, VG Bild-Kunst, Bonn, 2026
Fotografie – Das Werk Christa Mayer
Junge und Hund, Istanbul, 1992
© Christa Mayer, VG Bild-Kunst Bonn, 2026