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Hocus Pocus - von Leib und Stein
'Gipsmasken-Freunde', Santorin 1937 ©️ Herbert List

Herbert List »

Hocus Pocus - von Leib und Stein

Exhibition: 7 Feb – 18 Apr 2026

Sat 7 Feb 11:00 - 14:00

Johanna Breede PHOTOKUNST

Fasanenstr. 69
10719 Berlin

+49 (0)30-88913590


www.johanna-breede.com

Tue-Fri 11-17, Sat 11-14

Hocus Pocus - von Leib und Stein
'Gipsabgüsse in der zerstörten Akademie der Künste, München 1945/46 ©️ Herbert List

Herbert List
Hocus Pocus – of Body and Stone


Exhibition: 7 February – 18 April 2026
Opening: Saturday, 7 February, 11 am - 2pm

It has been said a lot about Herbert List's ability to transform the human body into a sculpture – and, conversely, to bring ancient sculptures to life in sunlight. He has often been called the 'magician of light,' a title he is not entirely innocent of: even the title of his first book, Light over Hellas, feeds this myth. The titles of later publications, such as Sons of Light, published posthumously by Max Scheler, point in the same direction.

The reference to light when talking about photography seems obvious at first sight – after all, the term itself, "art written with light", contains the word "light" in its name. Perhaps there are photographs in which the significance of light mood and setting is less striking than it is in List's work. In his work, it is soft contrasts and rich grey tones, achieved through long exposure times in the darkroom, that bring about a transformation: marble is no longer gleaming white, skin appears in a shimmering tan. This creates an almost sensual warmth – even the body images taken in winter appear 'warm to the touch'.

It was not only the war years that led List to reflect on fragmentation and vulnerability, themes that accompany his work on the body and sculpture. As early as the 1930s, he deliberately limited his image details: the man's leg with the dog, the arm with the glass, the torso with the drop of water. For him, cropping was an aesthetic principle – or, as he himself said: 'Photography is an art of omission.''

In a language related to, yet different from, the visually fragmented male bodies, disembodied heads in Athens, headless statues in destroyed Munich, or broken plaster casts from the Academy of Arts speak to us. These fragments bring transience into play. The plaster cripples, as List called them and staged them, are representatives of a Western canon of fine arts: his photographs of the copy of Michelangelo's slave with a broken arm or the crippled plaster cast of the ancient wrestlers make it clear that beauty always has a moment of pain inscribed in it.

Peer-Olaf Richter

Hocus Pocus - von Leib und Stein
'Im Atelier', München 1955 ©️ Herbert List

Herbert List
"Hocus Pocus - von Leib und Stein"


Ausstellung: 7. Februar bis 18. April 2026
Eröffnung: Samstag, 7. Februar, 11-14 Uhr

Viel ist über die Fähigkeiten der Fotografien von Herbert List gesagt worden, den menschlichen Körper in eine Plastik zu verwandeln -  und umgekehrt antike Plastiken im Sonnenlicht zum Leben zu erwecken. Zum "Magier des Lichts" wurde er deshalb oft erklärt, eine Bezeichnung, an der er nicht ganz unschuldig ist: Schon der Titel seines ersten Buches, Licht über Hellas, nährt diesen Mythos. Auch Titel späterer Publikationen, wie das von Max Scheler posthum herausgegebene Söhne des Lichts, zielen in die gleiche Richtung. 

Der Verweis auf das Licht beim Sprechen über Fotografie scheint zunächst selbstverständlich – steckt doch schon im Begriff selbst, in der „mit Licht geschriebenen“ Kunst, das Licht im Namen. Vielleicht gibt es Fotografien, bei denen die Bedeutung von Licht-Stimmung und Setzung weniger ins Auge fällt, als es bei List der Fall ist. Bei ihm sind es weiche Kontraste, sowie satte Grauwerte, durch eine lange Belichtungszeit in der Dunkelkammer, mit deren Hilfe eine Verwandlung gelingt: Marmor ist nicht länger gleißend hell, Haut zeigt sich in schimmernder Bräune. So entsteht eine beinahe sinnliche Wärme – selbst die im Winter aufgenommenen Körper-Bilder wirken "warm to the touch".

Nicht erst die Kriegsjahre führten List dazu, über Fragment und Verletzlichkeit nachzudenken, die seine Arbeit an Körper und Plastik begleiten. Schon in den dreißiger Jahren beschränkt er seine Bildausschnitte betont: Das Männer-Bein mit dem Hund, der Arm mit dem Glas, der Torso mit dem Wassertropfen. Für ihn war der Beschnitt ein ästhetisches Prinzip – oder, wie er selbst sagte: "Fotografie ist eine Kunst des Weglassens."

In einer verwandte, wenn auch anderen Sprache als die visuell zerteilten Männerkörper, sprechen körperlose Köpfe in Athen, kopflose Statuen im zerstörten München, oder zerbrochene Gipsabgüsse der Akademie der Künste zu uns. Diese Fragmente führen die Vergänglichkeit ins Feld. Die Gipskrüppel, wie List sie nannte und in Szene setzte, sind Stellvertreter eines westlichen Kanons der schönen Künste: Seine Fotografien der Kopie von Michelangelos Sklaven mit einem gebrochenen Arm oder des verkrüppelten Gipsabguss der antiken Ringer machen sichtbar, dass dem Schönen immer ein Moment des Schmerzes eingeschrieben ist.

Peer-Olaf Richter

Hocus Pocus - von Leib und Stein
'Antiker Doppelhermes, Panathinaiko-Stadion 1937 ©️ Herbert List
Hocus Pocus - von Leib und Stein
'Ringende Jungs', Ostsee 1933 ©️ Herbert List
Hocus Pocus - von Leib und Stein
'Durst', Phaleron 1939 ©️ Herbert List