
Bern, 2003 © Michael von Graffenried
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COCAINELOVE: A Love Story at the Heart of Addiction
Liebesgeschichte im Zentrum der Sucht
Exhibition: 22 Jan – 28 Mar 2026

Bern, 2003 © Michael von Graffenried
Michael von Graffenried
COCAINELOVE: A Love Story at the Heart of Addiction
Exhibition: 22 January – 28 March, 2026
Curator: Natasha Guy
Over the course of two years, Astrid and Pierre openly placed their lives before the panoramic gaze of photographer Michael von Graffenried, moving from love to addiction. This long-term series unfolds an intimate approach to their story, attentive to gestures, bonds, and fragilities. By giving a human face to a reality often marginalized, the work questions its place within the public sphere.
In 1987, while photographing the world’s first supervised drug consumption room in Bern for the harm-reduction association Réseau Contact, Michael von Graffenried began building the relationships of trust that would later anchor "COCAINELOVE" at the heart of a public-health crisis marked by HIV, overdoses, and the open drug scenes of the Platzspitz ('Needle Park') in Zurich.
It was in this context that Graffenried met Astrid and Pierre: a young couple bound together by love as much as by addiction. For eighteen months, he followed them through tenderness and violence, incarceration, relapse, and survival. He documented their relationship at eye level, revealing not spectacle but proximity. Astrid died of an overdose in 2008 at the age of thirty-six. Pierre was stabbed to death by a dealer friend in 2018.
In 2005, rather than presenting this work in a museum, Graffenried installed thirty large panoramic photographs on public advertising billboards across Switzerland before bringing them together at the former Platzspitz site. Returning these images to the street was an act of visibility and responsibility: Astrid and Pierre had agreed to show their faces, their names, and their story. The series was later exhibited as part of Graffenried’s retrospective at the Maison Européenne de la Photographie in Paris in 2010.
At a time when public policies in France increasingly tend to criminalize drug use rather than address it as a public-health issue, "COCAINELOVE" remains strikingly relevant. While the pioneering harm-reduction policies implemented in Switzerland in the late 1980s and 1990s, from supervised consumption rooms to large-scale substitution programs and medically prescribed heroin, have become international reference points, the debate remains contentious in France, where the first supervised consumption room opened only in 2016.
Revisiting this series today means making visible what society once preferred not to see. It is not only the portrait of a couple, but a way of understanding issues that remain urgent: care, public policy, and the humanity of those living at the margins. "COCAINELOVE" is a living archive. Twenty years on, it still speaks.
Founded in 2021 at the initiative of photographer Michael von Graffenried (b. 1957), ESPACE MVG is dedicated to retracing and showcasing fifty years of photographic creation. Located in the house where Camille Claudel once worked, near William Klein’s former studio, the space presents and progressively reorganizes
Graffenried’s complete body of work. Exhibitions are enriched by prints from his personal collection, often acquired through exchanges with other photographers. While the Paris studio forms the core of ESPACE MVG, temporary exhibitions are also presented in other cities, notably Geneva, Bern, and Marseille. In the long term, ESPACE MVG aims to become a platform for collaboration, open to contemporary photography and artistic exchange.

Bern, 2003 © Michael von Graffenried
Michael von Graffenried
"COCAINELOVE - Eine Liebesgeschichte im Zentrum der Sucht"
Ausstellung: 22. Januar bis 28. März 2026
Kuratiert von Natasha Guy
Über einen Zeitraum von zwei Jahren begleitet Michael von Graffenried Astrid und Peter mit seiner Panoramakamera. Er dokumentiert ihren von Liebe und Abhängigkeit geprägten Alltag. Die langfristig angelegte Serie ermöglicht eine intime Annäherung an ihr Leben und richtet den Blick auf Gesten, Bindungen und Verletzlichkeiten. Sie verleiht einer häufig marginalisierten Realität ein menschliches Gesicht und hinterfragt deren Platz im öffentlichen Raum.
Bereits 1986, als Michael von Graffenried die weltweit erste vom Contact-Netz betriebene Fixerstube in Bern fotografierte, legte er den Grundstein für jene Vertrauensbeziehungen, die "COCAINELOVE" fest im Kontext einer öffentlichen Gesundheitskrise verorten – einer Krise, geprägt von HIV, Überdosierungen und offenen Drogenszenen wie dem Zürcher Platzspitz.
In diesem Umfeld begegnete Graffenried Astrid und Pierre: einem jungen Paar, verbunden durch Liebe ebenso wie durch Sucht. Über einen Zeitraum von achtzehn Monaten begleitete er sie durch Zärtlichkeit und Gewalt, Inhaftierung, Rückfälle und das tägliche Überleben. Er hielt ihre Beziehung auf Augenhöhe fest – nicht auf der Suche nach dem Spektakulären, sondern nach Nähe. Astrid starb 2008 an einer Überdosis. Sie wurde sechsunddreißig Jahre alt. Pierre wurde 2018 von einem befreundeten Dealer tödlich niedergestochen.
Im Jahr 2005 entschied sich Graffenried bewusst dagegen, diese Arbeit zunächst in einem Museum zu zeigen. Stattdessen installierte er dreißig großformatige Panoramen auf öffentlichen Plakatflächen in der ganzen Schweiz, bevor sie am damaligen Platzspitz zusammengeführt wurden. Die Rückgabe dieser Bilder an den öffentlichen Raum war ein Akt der Sichtbarkeit und Verantwortung: Astrid und Pierre hatten zugestimmt, ihre Gesichter, ihre Namen und ihre Geschichte zu zeigen. Später wurde die Serie im Rahmen seiner Retrospektive
2010 in der Maison Européenne de la Photographie in Paris ausgestellt.
In einer Zeit, in der die gegenwärtige Drogenpolitik in Frankreich zunehmend dazu tendiert, Konsum zu kriminalisieren, statt ihn als Frage der öffentlichen Gesundheit zu begreifen, besitzt COCAINELOVE eine erschütternde Aktualität. Während die wegweisenden Strategien der Schadensminderung, die in der Schweiz seit den späten 1980er- und 1990er-Jahren umgesetzt wurden – von überwachten Konsumräumen über groß angelegte Substitutionsprogramme bis hin zur medizinisch kontrollierten Heroinabgabe – zu internationalen Referenzen geworden sind, bleibt die Debatte in Frankreich lebhaft. Dort wurde der erste Konsumraum erst 2016 eröffnet.
Diese Serie heute erneut zu zeigen heißt, sichtbar zu machen, was die Gesellschaft lange Zeit nicht sehen wollte. Sie ist nicht nur das Porträt eines Paares, sondern eröffnet einen Raum, um weiterhin zentrale Fragen zu verhandeln: Fürsorge, öffentliche Politik und die Menschlichkeit jener, die am Rand leben. "COCAINELOVE" ist ein lebendiges Archiv. Zwanzig Jahre später spricht es noch immer.
Der ESPACE MVG wurde 2021 auf Initiative des Fotografen Michael von Graffenried (1957) gegründet, um fünfzig Jahre fotografisches Schaffen sichtbar zu machen. Er befindet sich in dem Haus, in dem Camille Claudel arbeitete, nahe dem ehemaligen Atelier von William Klein. Dort werden Graffenrieds Werke kontinuierlich ausgestellt und neu kontextualisiert, ergänzt durch Abzüge aus seiner persönlichen Sammlung, häufig aus Austauschbeziehungen mit anderen Fotograf:innen. Während der COCAINELOVE Ausstellung wir ein Original Print von Larry Clark gezeigt. Neben dem Pariser Studio als Herzstück werden temporäre Ausstellungen auch in anderen Städten gezeigt, darunter Genf, Bern und Marseille. Langfristig versteht sich der ESPACE MVG als Plattform für zeitgenössische Fotografie und künstlerischen Austausch.

Bern, 2003 © Michael von Graffenried

throughout Switzerland on publicity panels.
Bern, 2004 © Michael von Graffenried
