
Mirror Study (0X5A1237)
Archival pigment print, 2017
© Paul Mpagi Sepuya, Courtesy Document, Chicago
Paul Mpagi Sepuya »
Im Blick des Begehrens
Exhibition: 1 Jul – 4 Oct 2026

Sprengel Museum Hannover
Kurt-Schwitters-Platz
30169 Hannover
+49 (0)511-16843875
sprengel-museum@hannover-stadt.de
www.sprengel-museum.de
Tue 10-20, Wed-Sun 10-18

Studio (0X5A5038)
Archival pigment print, 2020
© Paul Mpgai Sepuya, Courtesy Vielmetter Los Angeles
Paul Mpagi Sepuya
"Im Blick des Begehrens"
Ausstellung: 1. Juli bis 4. Oktober 2026
Mit "Paul Mpagi Sepuya. Im Blick des Begehrens" präsentiert das Sprengel Museum Hannover die erste größere museale Einzelausstellung des US-amerikanischen Fotografen Paul Mpagi Sepuya (*1982, San Bernardino, Kalifornien) in Deutschland.
Die Ausstellung gewährt einen umfassenden Einblick in ein Werk, das das fotografische Porträt grundlegend befragt und erweitert. Mit mehr als 90 Werken aus rund zwei Jahrzehnten bietet die Ausstellung einen umfassenden Überblick über die Entwicklung von Sepuyas künstlerischer Praxis.
Paul Mpagi Sepuya gehört zu den prägenden Positionen der zeitgenössischen Fotografie. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen Porträt, Inszenierung und Reflexion des fotografischen Mediums. Aus ei-
ner Schwarzen und queeren Perspektive heraus hinterfragt er die Bedingungen fotografischer Sicht-
barkeit und die Beziehung zwischen Fotografierenden, Porträtierten und Betrachtenden.
Sepuyas Fotografien entstehen in enger Zusammenarbeit mit Freund*innen, Künstler*innen und
Weggefährt*innen. Spiegel, Stoffe, Bildfragmente und Elemente des Ateliers macht er zu zentralen
bildnerischen Mitteln. Seine oft im Studio verorteten Szenen zeigen keine abgeschlossenen Bild-
räume, sondern Situationen der Überlagerung: Körper, Blicke und Kamera treten in Beziehung, wer-
den gespiegelt, fragmentiert und neu zusammengesetzt. Dabei wird der fotografische Akt selbst
sichtbar und Teil der Bildstruktur.

Darkroom Mirror (_2070386)
Archival pigment print, 2017
© Paul Mpagi Sepuya
Im Zentrum der Ausstellung steht die Frage, wie fotografische Bilder entstehen und welche Beziehun-
gen sie herstellen. Sepuya löst das klassische Porträt aus seiner vermeintlich eindeutigen Bildlogik
und öffnet es für Prozesse von Intimität, Reflexion und Vieldeutigkeit. Identität erscheint dabei nicht als feste Größe, sondern als etwas Prozesshaftes und relationales. Kurator Stefan Gronert führt dazu aus: "In Sepuyas Arbeiten entsteht das Bild nicht aus einem einzelnen Blick oder einer festen Perspektive, sondern aus Beziehungen: zwischen Körpern, Kamera, Raum, Spiegeln und letztlich
den Betrachtenden. Diese Verbindungen sind es, die das Bild überhaupt erst hervorbringen."
Die gemeinsam mit dem Fotomuseum Winterthur entwickelte Ausstellung versammelt frühe und aktuelle Werkgruppen sowie Materialien aus dem persönlichen Archiv des Künstlers. Anstelle einer
chronologischen Ordnung entfaltet sich die Präsentation entlang zentraler Orte seiner fotografischen
Praxis: dem Studio als Raum gemeinsamer Bildproduktion, dem Dark Room als ambivalenter Erfahrungsraum zwischen fotografischer Dunkelkammer und Orten queerer Begegnung sowie dem Archiv
als Speicher sozialer Beziehungen und visueller Erinnerung.
Im Mittelpunkt steht Sepuyas Interesse, Fotografie nicht als Abbild, sondern als beziehungsreichen
Prozess zu begreifen. Der Künstler beschreibt dieses Anliegen als Versuch, "über die Strukturen von
Fotografie, Porträtkunst und queerer Sozialität auf neue Weise nachzudenken" sowie "Schwarzsein
und Dunkelheit als einen Ort zu verstehen, von dem und in den man blickt".

Gazing Ball Triptych Position 02 (_DSF2658)
Archival pigment print, 2024
© Paul Mpagi Sepuya, Courtesy Bortolami Gallery, New York

Mirror Study (0X5A7394)
Archival pigment print, 2017
© Paul Mpagi Sepuya