
Ingrid von Kruse »
eminent architects
Exhibition: 25 Apr – 20 Jun 2026
Sat 25 Apr 11:00 - 14:00

Johanna Breede PHOTOKUNST
Fasanenstr. 69
10719 Berlin
+49 (0)30-88913590
photokunst@breede.de
www.johanna-breede.com
Tue-Fri 11-17, Sat 11-14

Ausstellung: 25. April bis 20. Juni 2026
Eröffnung: Samstag, 25. April, 11 – 14 Uhr
in Anwesenheit der Künstlerin
Architektur prägt Menschen und Menschen prägen Architektur. Zwei Jahre spürt Ingrid von Kruse den Menschen nach, die hinter den Entwürfen der Bauwerke stehen, die unserer Zeit Form geben.
Ohne Auftrag, lediglich aus persönlichen Interesse reist Ingrid von Kruse mit ihrer alten Hasselblad im Gepäck durch die ganze Welt. Ihre Kamera wird Treffpunkt von 32 legendären Baumeistern; es entsteht ein markantes Panorama eminenter Architekten. Die Ausstellung "eminent architects" in der Galerie Johanna Breede zeigt nun die großen Baumeister unserer Zeit in eindringlichen analogen s/w Abzügen im Dialog mit persönlichen Skizzen der Architekten und feiert damit gleichzeitig den 90sten Geburtstag der großartigen Portraitphotographin.

"Ich bin in New York und stehe im 13. Stock im Büro vor I. Ming Pei, "tiny", liebenswürdig, lächelnd, aufrecht auf einen zierlichen Stock gestützt. Nichts ist hier zufällig. Das Modell für eine Schule in Japan ist schon, unverrückbar, auf dem Tisch aufgebaut. Mr. Pei nimmt genau davor Platz. "You are from Germany? I like Berlin, Hamburg – above all I love German music." Wir sitzen einander gegenüber. Alles, was den Blick ablenken könnte ist hinter einer Wand verborgen. Nur die Kuppel des kleinen Holzmodells des Museums in Doha ist meinem Argusauge nicht entgangen. Meine Bitte es auch fotografieren zu dürfen, wurde kurz und bündig abgelehnt. Warum? Nancy Robinson verrät mir das Geheimnis: Eine winzige Ecke ist abgebrochen. Da ich sein wunderschönes letztes Werk nur von Abbildungen kenne, frage ich Pei, was ihm dieser Auftrag in einem arabischen Land bedeutet habe, was er vom "Turmbau zu Babel" in Dubai denke. Seine sibyllinische Antwort: "Es war phantastisch, drei Jahre nur Sand aufzubauen, ich habe noch nie drei Jahre auf Sand gebaut." Als ich Pei auf seine gläserne Pyramide anspreche, die mich immer wieder entzückt, meint er lächelnd: "Zehn Jahre haben die Pariser dagegen gekämpft, heute sind sie stolz drauf."
Ähnlich erging es David Chipperfield, der 11 Jahre mit den Berlinern um das neue Museum gekämpft hat. Dennoch spricht er heute mit Respekt vom Aufschrei der Bürger. Und im Rückblick auf die Kämpfe, die Diskussionen mit der Regierung, den Historikern, Denkmalschützern, Archäologen, Restauratoren kommt er zu dem Schluß: "In London findet keine Diskussion statt – Deutschland ist eine der kultiviertesten Gesellschaften, wenn es um historische Reflektion geht." Nie wieder werde er ein derartig anregendes, großartiges Projekt verwirklichen dürfen. Chipperfield wirkt in seiner nachdenklichen Bescheidenheit überzeugend. Er freut sich über die Grüße, die ich ihm von Richard Rogers ausrichte. "Yes – we are friends – Richard – he is a Mensch“." Ingrid von Kruse

