
© Yasuhiro Ogawa
Takayuki Ogawa »
Flowing
Exhibition: 14 Mar – 30 May 2026
Sat 14 Mar 18:00 - 22:00

Galerie Buchkunst Berlin
Oranienburger Str. 27
10117 Berlin
+49 (0)30-21802540
info@buchkunst-berlin.de
www.buchkunst-berlin.de
Thu-Sat 14-18 +

© Yasuhiro Ogawa
Yasuhiro Ogawa
"Flowing"
Ausstellung: 14. März bis 30. Mai 2026
Vernissage: Samstag, 14. März 2026, 18–22 Uhr
Die Ausstellung "Flowing" vereint zentrale Werkgruppen des japanischen Fotografen Yasuhiro Ogawa aus den vergangenen Jahren mit neuen Arbeiten und macht die innere Geschlossenheit seines fotografischen Denkens sichtbar. Ogawas Farbfotografie bewegt sich an der Grenze zwischen Landschaft und Abstraktion, zwischen Wahrnehmung und Auflösung. Farbe ersetzt zunehmend die Form, ohne die Komposition preiszugeben.
Yasuhiro Ogawa steht in einer japanischen fotografischen Tradition, in der Natur nicht als Motiv, sondern als Zustand verstanden wird: als Raum von Zeit, Leere und Widerstand. Seine Fotografien sind keine Abbilder von Landschaft, sondern Wahrnehmungsflächen, auf denen sich Licht, Farbe, Bewegung und Dauer einschreiben. Abstraktion ist dabei kein Stilmittel, sondern die Konsequenz einer Haltung, die Sehen als tastenden, offenen Prozess begreift.

© Yasuhiro Ogawa
Aus dem Unterwegssein, aus dem Reisen, verdichtet sich seine Erzählung zu visuellen Fragmenten, die die Grenzen zwischen Stadt und Land, Mensch und Natur, Geschichte und Fiktion aufheben. Ogawa reist bevorzugt mit dem Zug; das Fenster wird zur fotografischen Schwelle zwischen Innen und Außen, zwischen Stillstand und Geschwindigkeit. Die vorbeiziehende Landschaft verliert ihre Stabilität, wird Oberfläche, wird Farbe. Unschärfe beschreibt dabei einen zeitlichen Zustand. In einigen Serien verstärkt der Künstler diese Erfahrung durch präparierte, handgeschliffene Linsen, die den Bildern eine feine Textur verleihen – wie ein Schleier, der sich über die Wirklichkeit legt.
Ein charakteristisches Merkmal vieler Arbeiten von Yasuhiro Ogawa ist die Dunkelheit. Sie ist kein dramatischer Effekt, sondern ein ordnendes Prinzip. Besonders im Winter, seiner bevorzugten Reisezeit, entstehen Bilder von gedämpfter Helligkeit und reduzierter Farbigkeit. In der Dunkelheit treten die Farben akzentuiert hervor, vergleichbar mit traditionellen japanischen Innenräumen, in denen Lacke oder Goldflächen erst im Halbdunkel ihre Intensität entfalten. Diese Ästhetik knüpft an ein japanisches Verständnis von Raum an, in dem das Verborgene nicht als unheimlich, sondern als poetisch und vollkommen empfunden wird.

© Yasuhiro Ogawa

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