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Flowing
On a Windy Day, Japan, 2016
© Yasuhiro Ogawa

Takayuki Ogawa »

Flowing

Exhibition: 14 Mar – 30 May 2026

Sat 14 Mar 18:00 - 22:00

Galerie Buchkunst Berlin

Oranienburger Str. 27
10117 Berlin

+49 (0)30-21802540


www.buchkunst-berlin.de

Thu-Sat 14-18 +

Flowing
Winter Train, China, 2025
© Yasuhiro Ogawa

Yasuhiro Ogawa
"Flowing"


Ausstellung: 14. März bis 30. Mai 2026
Vernissage: Samstag, 14. März 2026, 18–22 Uhr

Die Ausstellung "Flowing" vereint zentrale Werkgruppen des japanischen Fotografen Yasuhiro Ogawa aus den vergangenen Jahren mit neuen Arbeiten und macht die innere Geschlossenheit seines fotografischen Denkens sichtbar. Ogawas Farbfotografie bewegt sich an der Grenze zwischen Landschaft und Abstraktion, zwischen Wahrnehmung und Auflösung. Farbe ersetzt zunehmend die Form, ohne die Komposition preiszugeben.

Yasuhiro Ogawa steht in einer japanischen fotografischen Tradition, in der Natur nicht als Motiv, sondern als Zustand verstanden wird: als Raum von Zeit, Leere und Widerstand. Seine Fotografien sind keine Abbilder von Landschaft, sondern Wahrnehmungsflächen, auf denen sich Licht, Farbe, Bewegung und Dauer einschreiben. Abstraktion ist dabei kein Stilmittel, sondern die Konsequenz einer Haltung, die Sehen als tastenden, offenen Prozess begreift.

Flowing
Furious Clouds, Japan, 2017
© Yasuhiro Ogawa

Aus dem Unterwegssein, aus dem Reisen, verdichtet sich seine Erzählung zu visuellen Fragmenten, die die Grenzen zwischen Stadt und Land, Mensch und Natur, Geschichte und Fiktion aufheben. Ogawa reist bevorzugt mit dem Zug; das Fenster wird zur fotografischen Schwelle zwischen Innen und Außen, zwischen Stillstand und Geschwindigkeit. Die vorbeiziehende Landschaft verliert ihre Stabilität, wird Oberfläche, wird Farbe. Unschärfe beschreibt dabei einen zeitlichen Zustand. In einigen Serien verstärkt der Künstler diese Erfahrung durch präparierte, handgeschliffene Linsen, die den Bildern eine feine Textur verleihen – wie ein Schleier, der sich über die Wirklichkeit legt.

Ein charakteristisches Merkmal vieler Arbeiten von Yasuhiro Ogawa ist die Dunkelheit. Sie ist kein dramatischer Effekt, sondern ein ordnendes Prinzip. Besonders im Winter, seiner bevorzugten Reisezeit, entstehen Bilder von gedämpfter Helligkeit und reduzierter Farbigkeit. In der Dunkelheit treten die Farben akzentuiert hervor, vergleichbar mit traditionellen japanischen Innenräumen, in denen Lacke oder Goldflächen erst im Halbdunkel ihre Intensität entfalten. Diese Ästhetik knüpft an ein japanisches Verständnis von Raum an, in dem das Verborgene nicht als unheimlich, sondern als poetisch und vollkommen empfunden wird.

Flowing
Lost in Kyoto, Kimono Woman, #6, Japan, 2024
© Yasuhiro Ogawa
Flowing
Into the Silence, Golden Fields, Japan, 2022
© Yasuhiro Ogawa