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LINES · CURVES · MOTIONS
Stefanie Seufert
Others 02, 2024
C-Print, Handabzug, gerahmt
93 x 73 cm
Unikat in Serie 1 von 5

LINES · CURVES · MOTIONS

Loredana Nemes » Aitor Ortiz » Stefanie Seufert »

Exhibition: 5 May – 25 Jul 2026

Sat 2 May 14:00

Galerie Springer Berlin

Fasanenstr. 13
10623 Berlin

+49 (0)30-3157220


www.galeriespringer.de

Tue-Fri 12-18, Sa 12-15 +

LINES · CURVES · MOTIONS
Aitor Ortiz
Metaflora 001, 2021
UVI ink print on aluminum
53 x 40 cm
Auflage 7

Loredana Nemes · AITOR ORTIZ · Stefanie Seuferts
LINES · CURVES · MOTIONS


Ausstellung: 5. Mai bis 25. Juli 2026
Eröffnung: Samstag, 2. Mai, 14-18 Uhr
Die Künstler sind zu Eröffnung anwesend.

Die Galerie Springer Berlin freut sich, die nächste Ausstellung mit den Künstler:innen Loredana Nemes, Stefanie Seufert und Aitor Ortiz ankündigen zu können.

Auf den ersten Blick wirken die drei künstlerischen Positionen unterschiedlich. Das verbindende Element ist jedoch die Analyse und Interpretation von Strukturen und Mustern in der Natur. "Ein natürliches Muster zu betrachten bedeutet, für einen Augenblick zu entdecken, dass unser eigener Geist an derselben geheimen Geometrie teilhat, welche alle Lebewesen und Lebensformen durchdringt." (Aitor Ortiz)

Dieser Gedanke manifestiert sich in den ruhigen weißen Linien von Loredana Nemes auf tiefschwarzem Grund, die an Landschaftsbilder, Partituren oder Oszillographen erinnern. Aitor Ortiz zeigt metallische Kurven, die wie eine Hommage an die Fotografien von Karl Blossfeldt anmuten. Aufzeichnungen des Flügelschlags werden in Stefanie Seuferts Fotografien sichtbar, für die sie Meisen in Berliner Parkanlagen aufnimmt.

STEFANIE SEUFERT · "OTHERS"

Die fortlaufende Serie "OTHERS" entsteht en plein air, in öffentlichen Grünanlagen, mit einem portablen Studio, in dem Stoffe unterschiedlicher Farben als Hintergrund dienen. Es gibt Tageslicht und eine analoge Kamera. Außer diesen Komponenten ist bei der Inszenierung nichts planbar. So entsteht die Komposition der Bilder durch das Verhalten der Vögel, die gelegentlich in dem Setting landen: Wo landen sie, wie schnell bewegen sie sich, entscheiden sie sich überhaupt zu kommen? Die finalen Aufnahmen bilden Kohl- und Blaumeisen in einem stark vergrößerten Maßstab ab. Vor allem machen die Bilder die Choreografie des Flügelschlags zum Motiv.

LOREDANA NEMES · OVEREXPOSED

Weiße matte Linien auf tief glänzendem Schwarz. Geschichtetes analoges Fotopapier, das seine Zweidimensionalität ins Skulpturale hinein verlässt. Silbergelatine, im Licht ertränkt, wird zu dichtem Schwarz – ein Schwarz, das Licht zurückwirft, Geheimnisse birgt, Räume öffnet. Die radikale Schnittkante als Linie, als Rand, als Ende. Im Zusammenspiel der Linien entstehen Landschaften, Meeresoberflächen, Partituren. Ausgelöst wurde "OVEREXPOSED" durch den Verlust von vier geliebten Menschen in sechs Monaten. Die Leere war so dunkel, dass Loredana Nemes an überbelichtetes Papier dachte. Die Absurdität des analogen Prozesses – viel Licht führt ins Schwarz – wurde Ausgangspunkt. Sie öffnete lange gelagertes AGFA-Fotopapier im Sonnenlicht, entwickelte es zu glänzend schwarzen Flächen und ließ es ruhen.

Trauer ist für die Künstlerin Verwandlung. Sie konfrontiert uns mit unserer Sterblichkeit; "die Toten sterben in uns hinein" (Rilke). Erst nach neun Monaten konnte sie weiterarbeiten: Ein Schnitt bringt Weiß ins Schwarz, Licht kehrt zurück. Die Hand schneidet – zögernd oder entschlossen – der Atem fließt.

Die abstrakte Serie wirkt radikal und neu, steht jedoch in Verbindung mit früheren Arbeiten. Nach Jahren des Reisens folgt der Rückzug ins Atelier: leise, geschützt, konzentriert Bilder schaffen ohne Welt. Inspiration fand die Künstlerin bei Hiroshi Sugimoto und Pierre Soulages – im Spannungsfeld von Licht, Fülle und Schwarz. Das kleine Format hält das Gleichgewicht zwischen schwarzer Fläche und weißer Linie, die in der Bewegung der Hand schwingt.

LINES · CURVES · MOTIONS
Loredana Nemes
Overexposed 33, 2026
13 Blätter
AGFA MCC 111 FB, Überbelichtung
30 x 24 cm
Unikat

AITOR ORTIZ · METAFLORA
Obwohl Aitor Ortiz’ Fotografien einen Dialog mit dem Werk von Karl Blossfeldt eingehen, sollten sie nicht einfach nur als Hommage verstanden werden. Während Blossfeldt pflanzliche Formen aus ihrem natürlichen Kontext isolierte und sie in formale, fast archetypische Studien verwandelte, geht Ortiz von einem deutlich anderen Bezugsfeld aus: nicht von der Natur, sondern von den Reststoffen der industriellen Produktion.

Die in dieser Serie dargestellten Formen sind Metallspäne und -fragmente, die von Dreh- und Fräsmaschinen erzeugt wurden. Sie imitieren keine Blumen und verbergen auch nicht ihre Herkunft. Ihre reflektierenden Oberflächen und ihre scharfe materielle Präsenz machen ihre industrielle Herkunft unverkennbar. Doch sobald sie isoliert und fotografiert sind, beginnen diese Überreste, ihre ursprüngliche Funktion zu überschreiten. Es entstehen Spiralen, Falten, Kurven und Symmetrien, die an botanische Strukturen, skulpturale Kompositionen und bisweilen an archaischere oder archetypische Formen erinnern.

Der 1971 in der Industriestadt Bilbao geborene und dort aufgewachsene Künstler ist Teil eines Ortes, der historisch von Metallurgie, Schiffbau und Schwerindustrie geprägt ist. Gleichzeitig ist Bilbao eine Stadt, die zutiefst von Wandel geprägt ist. Ihr Übergang von einem Industriezentrum zu einer postindustriellen Stadtlandschaft hat tiefe und bleibende Spuren hinterlassen – materielle, soziale und psychologische. Ortiz’ Werk ist in dieser Erfahrung des Wandels verwurzelt. Die Materialien, die er fotografiert, sind kein Zufall, sondern entspringen genau jenen industriellen Prozessen, die einst das wirtschaftliche und visuelle Gefüge seiner Stadt prägten. Was einst als Abfall oder Überschuss entsorgt wurde, wird hier isoliert, vergrößert und erhält eine neue visuelle Zentralität. Losgelöst von ihrer Zweckmäßigkeit gewinnen diese Fragmente eine auffällige Mehrdeutigkeit: Sie wirken zugleich zart und widerstandsfähig, vertraut und fremd.

In diesem Sinne greift Ortiz Blossfeldts Erbe nicht bloß wieder auf; er richtet es auch neu aus. Während Blossfeldt ornamentale Formen in der Pflanzenwelt entdeckte, findet Ortiz eine vergleichbare visuelle Intensität in den weggeworfenen Überresten der industriellen Produktion. Seine Fotografien fungieren somit nicht nur als formale Untersuchungen, sondern auch als Meditationen über das Gedächtnis.

LINES · CURVES · MOTIONS
Stefanie Seufert
Others 11, 2025
C-Print, Handabzug, gerahmt
61 x 51 cm
Unikat in Serie 1 von 5
LINES · CURVES · MOTIONS
Aitor Ortiz
Metaflora 028, 2021
UVI ink print on aluminum
53 x 40 cm
Auflage 7
LINES · CURVES · MOTIONS
Loredana Nemes
Overexposed 34, 2026
14 Blätter
AGFA MCC 111 FB, Überbelichtung
30 x 24 cm
Unikat