
aus der Serie: Häuser und Gesichter. Halle 1983–85
Silbergelatine/Vintage Print
Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)
© Nachlass/Estate Helga Paris
Helga Paris »
Häuser und Gesichter
Halle 1983–85
Exhibition: 12 Jun – 20 Sep 2026

Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)
Friedemann-Bach-Platz 5
06108 Halle (Saale)
+49 345-212590
kunstmuseum-moritzburg@kulturstiftung-st.de
www.kunstmuseum-moritzburg.de
Thu-Tue 10-18

aus der Serie: Häuser und Gesichter. Halle 1983–85
Silbergelatine/Vintage Print
Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)
© Nachlass/Estate Helga Paris
Helga Paris
"Häuser und Gesichter"
Halle 1983–85
Ausstellung: 12. Juni bis 20. September 2026
Mitte der 1980er Jahre fertigte die Fotografin Helga Paris (1938–2024) in 101 eindrücklichen Schwarzweißfotografien ein sensibles Porträt der Stadt Halle (Saale) an. 40 Jahre später zeigt das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) diesen als "Diva in Grau" bekannt gewordenen Fotoklassiker zum Jubiläum der politisch unterbundenen Ausstellung 1986.
Stadt und Mensch im Blick der Kamera
Der Fotograf Arno Fischer (1927–2011) regte Anfang der 1980er Jahre an, die DDR in der sozialdokumentarischen Tradition der US-amerikanischen Fotografie der 1930er Jahre zu fotografieren. "Ich nehme Halle" – war die spontane Reaktion von Helga Paris, deren Tochter Jenny Paris in der Stadt eine Ausbildung machte.
Die Fabriken des größten Industriestandorts der DDR hatten einen diesig-grauen Schleier über die Stadt gelegt, viele Altbauten waren in einem desaströsen Zustand. In Paris’ Bildern verschmelzen atmosphärische Architekturfotos mit charakterstarken Porträts zu einer poetisch-dokumentarischen Darstellung der Stadt.
Kontroverse um die Bilder
1986 sollten die Bilder erstmalig in der vom Verband Bildender Künstler in der DDR geführten Galerie Marktschlößchen in Halle (Saale) gezeigt werden, doch es kam zum Eklat. Zu deutlich zeigten sie den Verfall der Innenstadt und stellten damit, von der Fotografin unbeabsichtigt, aus Sicht der Kulturpolitiker*innen die städtische Planungspolitik infrage – ein heikles Thema. Die Ausstellung wurde politisch unterbunden, der Katalog eingezogen. 1987 beauftragte der Rat des Bezirkes Halle die Fotografin Konstanze Göbel (* 1950) mit einem Gegenprojekt, das die Umbruchsituation und die Neubauten zeigen sollte. Göbels Bilder jedoch lassen sich eher im Sinne von Helga Paris lesen, denn als Gegenmanifest.
Im Mai 1989 kaufte das hallesche Kunstmuseum die Fotografien von Helga Paris, doch erst 1990 konnten sie endlich ausgestellt werden.
Jubiläumsausstellung 2026
Heute zählt Paris’ Halle-Zyklus nicht zuletzt durch das Buch Diva in Grau (Detlef Opitz) zu den Schätzen der Fotogeschichte. Die Ausstellung präsentiert die Originalabzüge und beleuchtet die bewegte Geschichte der Serie umfassend mit Archivmaterial. Im Abgleich mit der heutigen Realität der Stadt zeigt sich die Transformation des Stadtbildes zur "Diva in Grün".
Der Katalog stellt Helga Paris als eine der bedeutendsten ostdeutschen Fotografinnen vor, erzählt die Geschichte hinter den Bildern und lässt Zeitzeug*innen zu Wort kommen.
Parallel zeigt das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) vom 10. Juli bis 20. September im Turmkabinett des Westflügels Reiner Leists 360°-Panorama von der Saalestadt sowie vom 28. Mai bis 16. August im Literaturhaus Halle Konstanze Göbels 1989 abgeschlossene Halle-Serie.
"Ich habe Halle fotografiert wie eine fremde Stadt in einem fremden Land – Versuch, alles, was ich wissen und verstehen könnte zu vergessen. So als hätte ich beispielsweise in Rom fotografiert." Helga Paris

aus der Serie: Häuser und Gesichter. Halle 1983–85
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Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)
© Nachlass/Estate Helga Paris
Helga Paris
1938 als Helga Steffens in Gollnow (heute Goleniów, Polen) geboren
1945–1956 Jugend in Zossen bei Berlin, 1956 Abitur
1956–1960 Studium an der Ingenieurschule für Bekleidung, Berlin, Fachrichtung Modegestaltung; studienbegleitendes Praktikum in der Bekleidungsfabrik VEB Fortschritt Treff-Modelle
1961 Heirat mit dem Maler Ronald Paris, 1975 Scheidung
1962 Geburt des Sohnes Robert
1964 Geburt der Tochter Jenny
1967 Beginn der fotografischen Arbeit als Autodidaktin
1972 Aufnahme als Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR
1983–85 die Halle-Bilder entstehen
1987/88 Reisen nach Kanada und in die USA
seit 1996 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin
1999–2009 Lehrauftrag an der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft, Berlin
2011 Ende der fotografischen Tätigkeit
2019 Schenkung des gesamten Negativarchivs an die Akademie der Künste, Berlin
2024 im Februar im Alter von 85 Jahren in Berlin gestorben
Den fotografischen Nachlass betreut ihre Tochter Jenny Paris im Helga Paris Archiv
Weitere Informationen:helga-paris.de

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Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)
© Nachlass/Estate Helga Paris

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Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)
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