
Ohne Titel, 2021
Direktbelichtung auf analogem Fotopapier
selbsterstelltes Filmnegativ
350 x 183 cm
Unikat
Marta Djourina »
BLUSHING
Exhibition: 29 Apr – 30 May 2026
Wed 29 Apr 18:00

Feldbusch Wiesner Rudolph
Jägerstr. 5
10117 Berlin
+49 (0)30-69504142
galerie@feldbuschwiesnerrudolph.de
www.feldbuschwiesnerrudolph.de
Thu+Fri 12-18, Sat 11-16

Ohne Titel (aus der Werkreihe FOLDS), 2026
Direktbelichtung auf gefaltetem analogen Fotopapier
40 x 50 cm
Unikat
Marta Djourina
"Blushing"
Ausstellung: 29. April bis 30. Mai 2026
Eröffnung: Mittwoch, 29. April, 18-21 Uhr
Feldbusch Wiesner Rudolph freut sich, zur zweiten Einzelausstellung von Marta Djourina in der Galerie einzuladen. Die Künstlerin zeigt drei neue Werkgruppen, in denen Licht als bildgebendes Medium seine Spuren im Material hinterlässt und prozesshaft erfahrbar wird.
"Meine Motivation, mit Licht zu arbeiten, ist grundlegend: Ohne Licht könnten wir nichts sehen. Unsere gesamte visuelle Wahrnehmung basiert auf ihm. Das macht Licht für mich zu einem existenziellen Ausgangspunkt",erläutert Marta Djourina.
Ein Großteil der Arbeiten von Marta Djourina entsteht tatsächlich im lichtdichten Raum. Die Dunkelkammer ist für die Künstlerin weniger ein abgeschlossener Ort, sondern funktioniert als experimentelle Blackbox. Djourina arbeitet ohne Kamera, mit ihren mobilen Lichtquellen wie Laserpointer und Dioden. Mit diesen Werkzeugen zeichnet sie in einer performativen Geste direkt auf das fotosensitive Papier. Die Bewegungen, die sie dabei vollzieht, sind präzise einstudiert und über Jahre hinweg entwickelt.
"In der Dunkelkammer arbeite ich mit wiederholbaren Choreografien. Mich interessiert dabei nicht der Zufall, sondern die Frage, wie Kontrolle im Prozess funktioniert und welche Parameter sich bewusst steuern lassen", beschreibt Djourina ihre Vorgehensweise.
Die prozessualen Fotografien der Künstlerin sind das Ergebnis einer dynamischen Interaktion zwischen Licht, Papier und ihrem Körper. In Djorinas neuer Werkserie tritt die Hand als ikonisches Motiv und zugleich als Werkzeug prominent in Erscheinung. Die Hand greift direkt in das Material ein, formt, faltet, spannt und strukturiert das Fotopapier noch vor der Belichtung. Wenn Licht durch sie auf das Fotopapier fällt, fungiert die Hand zugleich als Filter: Sie verändert die Intensität und spektrale Zusammensetzung des Lichts und beeinflusst so die entstehenden Farben im Bildwerdungsprozess.

Ohne Titel (aus der Werkreihe FOLDS), 2025
Direktbelichtung auf gefaltetem analogen Fotopapier
30 x 40 cm
Unikat
"Die Bildträger reagieren fast wie eine Haut. Sie 'erröten' und speichern so die Spuren von Intensität, Zeit und Kontakt", schildert Marta Djourina den Akt der Berührung als bildgebendes Moment.
Neuere Arbeiten führt Djourina inform von Leuchtkästen weiter. Hier kehrt das Licht in das Bild zurück und aktiviert es erneut. Ihre Fotografien erscheinen nicht als zweidimensionales Bild, sondern als eigenständige Lichtkörper. Derart verleiht die Künstlerin dem Medium Licht eine physische Präsenz, die über das rein Abbildende hinausgeht.
"Wann ist Licht Medium der Wahrnehmung? Wann wird es zum Instrument der Intervention?", lautet die zentrale Frage, die Marta Djourina antreibt.
Geprägt wurde Djourinas künstlerische Praxis durch die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Institutionen, z.B. im Bereich der Optogenetik. Dort wird Licht gezielt eingesetzt, um Prozesse von Nervenzellen zu steuern und zu aktivieren.
So faszinieren Marta Djourinas Werke mit ihrem experimentierfreudigen Dialog zwischen Bild und Prozess, Oberfläche und Raum, Kontrolle und Reaktion. In ihnen zeigt sich Licht nicht als etwas, das die Welt als Abbild sichtbar macht, sondern als etwas, das selbst Form annimmt – körperlich, unmittelbar und in stetiger Veränderung begriffen.

Ohne Titel (aus der Werkreihe FOLDS), 2025
Direktbelichtung auf gefaltetem analogen Fotopapier
30 x 40 cm
Unikate

Afterglow (I), 2026
Direktbelichtung auf analogem Fotopapier
mit unterschiedlichen Lichtquellen
übertragen auf Backlight Folie im Leuchtkasten
100 x 75 cm
Unikat