Wie wollen wir leben?
Exhibition: 3 Jun – 3 Oct 2026

Kunststiftung DZ BANK
Platz der Republik
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Tue-Sat 11-19
"Wie wollen wir leben?"
Ausstellung: 3. Juni bis 3. Oktober 2026
"Wie wollen wir leben?" Mit dieser Leitfrage richtet die Kunststiftung DZ BANK mit ihrer Ausstellung den Blick auf unser Zusammenleben in der Stadt. Vor dem Hintergrund aktueller Stadtentwicklungsprojekte versammelt die Ausstellung künstlerische Perspektiven auf Architekturen, Begegnungsräume und Natur sowie den Menschen in der Stadt. Was brauchen wir, um in großer Vielfalt Räume gemeinsam so zu gestalten, dass wir zufriedener miteinander leben können? Nicht nur die Wohnungsnot und die Finanzierbarkeit von Wohnraum beschäftigen die Menschen in Großstädten in Deutschland, in Europa und der Welt, sondern auch, auf welche Weise ein Zusammenleben in Gemeinschaft und eine lebenswerte Umgebung gestaltet werden können.
Vier installative Beiträge stehen im Zentrum der Ausstellung. Sie widmen sich eben diesen Fragestellungen. Astrid Busch (*1968 Krefeld, BRD) befasste sich im Auftrag der Kunststiftung mit dem Neuen Frankfurt, das 2025 sein 100-jähriges Jubiläum feierte. Karina Nimmerfall (*1971 Deggendorf, BRD) wendet sich den unterschiedlichen Höfen des "Roten Wien" (1919–1934) zu, die bis heute eine moderate Entwicklung des Mietzinses ermöglichen. Zwischen Stadtkern und Außenbezirken bewegt sich Heike Baranowsky (*1966 Augsburg, BRD) rund um Paris, wohingegen Andrea Pichl (*1964 Haldensleben, DDR) Plattenbauten nicht nur der ehemaligen DDR zusammenführt.
Alle Positionen zeigen, wie eng Architektur und Stadtentwicklung mit sozialen Fragen verbunden sind. Historische, politische und soziale Wohnkonzepte prägen unsere Großstädte bis heute. Sie lassen uns das Zusammenleben in der Stadt neu denken: Welche Voraussetzungen brauchen wir, um in Vielfalt Räume gemeinsam so zu gestalten, dass wir zufrieden miteinander leben können? Städtebauliche Lösungen beeinflussen unser Gefühl von Wohnlichkeit, sie bestimmen, an welchen Orten wir zusammenkommen und wo ein Miteinander entsteht. Genossenschaftliche Modelle, bei denen ein Geschäftsbetrieb gemeinschaftlich geführt wird, können alternative Lösungen der Finanzierbarkeit von Wohnraum aufzeigen, die soziale und wirtschaftliche Teilhabe ermöglichen.
Im Kontext des Klimawandels wird Natur erneut zu einem integralen Bestandteil zukünftiger Stadtplanung. Wie können wir auch in urbanen Zentren grüne Oasen der Ruhe schaffen, die im Sommer einer Überhitzung vorbeugen, unseren tierischen Mitbewohnern Platz bieten und zugleich Orte für Erholung und Gemeinschaft eröffnen?
Andere Kunstwerke erweitern den Blick auf den gebauten Raum um Aspekte gelebter Gemeinschaft und gestalteter Natur. Lilly Lulay (*1985 Frankfurt am Main, BRD) entwickelt eine bewegte Collage von Istanbul, in der sie ein neues Bild der Stadt formt. Klaus Merkel (*1940 o. O., Deutsches Reich) und Olivo Barbieri (*1954 Capri, Italien) zeigen, wie sehr auch scheinbar starre Steine Ausdruck gewachsener Strukturen sind. Dieses Zusammendenken von Natur und Architektur wird ergänzt um konstruierte Pflanzen von Dieter Huber (*1962 Schladming, Österreich) und Sehnsuchtsorte bei Beate Gütschow (*1970 Mainz, BRD), Peter Hutchinson (1930 London, Vereinigtes Königreich – 2025 Provincetown, Massachusetts, USA) und Talisa Lallai (*1989 Frankfurt am Main, BRD). Der Frage, wie sich Mensch und Tier durch diese Räume bewegen, widmen sich Eyal Weizman (*1970 Haifa, Israel) und Christian Nicolas (*1971 Beesel, Niederlande) sowie Jitka Hanzlová (*1958 Náchod, ČSSR).