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All is but Temporary - Worship (2013)
Worship #3, 2014
Archival pigment print on Fine Art Baryt
100 x 100 cm each
© Kay Walkowiak

Kay Walkowiak »

All is but Temporary - Worship (2013)

Exhibition: 2 Jun 2026 – 30 May 2027

ARCADES II

Montée de l’Église
9710 Clervaux

CLERVAUX - CITÉ DE L'IMAGE

11, Grand-Rue
9710 Clervaux

+352-27 800 283


www.clervauximage.lu

All is but Temporary - Worship (2013)
Worship #2, 2014
Archival pigment print on Fine Art Baryt
100 x 100 cm each

The photographic series Worship addresses the almost religious veneration of artistic objects and juxtaposes it with customs from another cultural context: the ritual culture of India. In the photographs, which resemble still lifes, one sees minimalist forms painted with colorful pigments and adorned with floral garlands. The “utilization” of the objects here is performed in a ritual manner and expresses the widespread Hindu belief that deities can “occupy” any object in order to be venerated there. The photo series Worship thus presents “fetishes” that go beyond their function as art objects, becoming potential mediums of divine presence through ritualization. At the same time, the work opens up a reflection on temporality and the persistent Western desire to transcend time—a longing that connects the histories of modern art and religion alike. Both traditions have repeatedly sought permanence: art through abstraction and ideal form, religion through the promise of eternity and salvation. In both, the object becomes a vessel for timelessness, an attempt to escape the decay and instability inherent in material existence. Yet, in Worship, the ephemeral gestures of color, the fading pigments, and the transient floral offerings subtly undermine this aspiration. They remind us that matter is never still and that meaning—whether artistic or spiritual—is always bound to time, transformation, and decay. In this sense, the photographs reveal the quiet tension between the human yearning for the eternal and the inescapable temporality of all creation.

Die Fotoserie Worship thematisiert die fast religiöse Verehrung künstlerischer Objekte und stellt ihr die Ritualkultur Indiens gegenüber. Auf den an Stillleben erinnernden Fotografien sind minimalistische Formen zu sehen, die mit bunten Pigmenten bemalt und mit Blumengirlanden geschmückt sind. Die „Nutzung“ der Objekte erfolgt auf rituelle Weise und bringt den weit verbreiteten hinduistischen Glauben zum Ausdruck, dass Gottheiten jeden Gegenstand „bewohnen“ können, um dort verehrt zu werden. Die Fotoserie Worship präsentiert somit „Fetische“, die über ihre Funktion als Kunstobjekte hinausgehen und durch Ritualisierung zu potenziellen Trägern göttlicher Präsenz werden. Gleichzeitig regt das Werk zum Nachdenken über Zeitlichkeit und das anhaltende westliche Verlangen an, die Zeit zu überwinden - eine Sehnsucht, die die Geschichte der modernen Kunst und der Religion gleichermaßen verbindet. Beide Traditionen haben wiederholt nach Beständigkeit gestrebt: die Kunst durch Abstraktion und ideale Form, die Religion durch das Versprechen von Ewigkeit und Erlösung. In beiden Fällen wird das Objekt zum Gefäß der Zeitlosigkeit, zu einem Versuch, dem Verfall und der Instabilität zu entkommen, die der materiellen Existenz innewohnen. In Worship untergraben jedoch die flüchtigen Farbakzente, die verblassenden Pigmente und die vergänglichen Blumenopfer dieses Streben auf subtile Weise. Sie erinnern uns daran, dass Materie niemals stillsteht und dass Bedeutung - ob künstlerisch oder spirituell - stets an Zeit, Verwandlung und Verfall gebunden ist. In diesem Sinne offenbaren die Fotografien die stille Spannung zwischen der menschlichen Sehnsucht nach dem Ewigen und der unausweichlichen Vergänglichkeit aller Schöpfung.