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ON HIS 150TH BIRTHDAY
August Sander
Zauberer, 1930
© Die Photographische Sammlung/
Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn;
VG Bild-Kunst, Bonn 2026

August Sander »

ON HIS 150TH BIRTHDAY

ZUM 150. GEBURTSTAG

Exhibition: 11 Sep 2026 – 24 Jan 2027

Thu 10 Sep 19:00

Die Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur, Köln

Im Mediapark 7
50670 Köln

+49 (0)221-88895300


www.photographie-sk-kultur.de

Thu-Tue 14-19

Der 150. Geburtstag von August Sander (1876–1964) bietet uns den willkommenen Anlass, sein facettenreiches, über Jahrzehnte gewachsenes Œuvre ausführlich zu würdigen. Seit 1992 befindet sich das August Sander Archiv in der Photographischen Sammlung/Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn. Nahezu sämtliche Exponate der Ausstellung entstammen dem hauseigenen Bestand. Es handelt sich um den weltweit größten Fundus zum Werk des Photographen, der über berühmte Motive hinaus eine Vielzahl an bislang kaum bekannten Aufnahmen und Themenkomplexen bietet. So umfasst die Ausstellung neben Porträts aus seinem zentralen Kultur- und Gesellschaftswerk Menschen des 20. Jahrhunderts etwa Aufnahmen aus der frühen Schaffenszeit im österreichischen Linz wie auch Auftragsarbeiten aus dem Westerwald aus unterschiedlichen Jahrzehnten.

Einen wichtigen Stellenwert nimmt Köln ein, wo Sander mehr als 30 Jahre lebte und arbeitete. Insbesondere die historische bauliche Struktur der Stadt wie auch die kulturelle Vielfalt – sei es der rheinische Karneval oder etwa die Gruppe progressiver Künstler – boten eine Umgebung, in der er sich photographisch und künstlerisch entfalten konnte, Verdienstmöglichkeiten sah und für seine Familie aufkommen konnte. Wie das Wohn- und Arbeitsumfeld der Familie gestaltet war, zeigt in der Ausstellung eindrucksvoll die in den frühen 1940er-Jahren erarbeitete Bildgruppe „Lichtbildwerkstatt August Sander, Köln-Lindenthal“. 

Mit den Konvoluten Studien, der Mensch und Mensch und Maschine sind Aspekte angesprochen, die Sanders sowohl weitreichenden als auch detaillierten Blick auf humane und sozialgesellschaftliche Belange deutlich werden lassen. Dabei ist vor allem die menschliche Hand grundlegendes Element. Einem individuellen Porträt vergleichbar, verweist sie auf unterschiedliche Lebenszusammenhänge und steht als arbeitendes „Werkzeug“ am Beginn maschineller Entwicklung. 

In sein photographisches Gesamtwerk einbezogen hat August Sander ebenfalls die Bereiche Landschaft und Botanik. Geboren und aufgewachsen im ländlichen, dennoch vom Bergbau geprägten Ort Herdorf im Westerwald, mag sein Bezug zur Region, ihren Naturgegebenheiten und wirtschaftlichen Möglichkeiten, hiervon ausgegangen sein. Seit er ab 1910 in Köln ansässig war, kehrte er spätestens ab 1912 regelmäßig zurück, um Land und Leute einfühlsam zu dokumentieren. Auch in seinem weiteren landschaftlichen Werk, gewidmet etwa dem Rhein und dem Siebengebirge oder der Eifel, ist es das Zusammenspiel von vorgefundener Natur, menschlicher Besiedlung und -Tätigkeit, welche er in das Zentrum seiner umfangreichen Studien stellt. Eine biographische Besonderheit stellt August Sanders einzige Auslandsreise 1927 nach Sardinien dar. Mehrere Wochen hat er die Insel bereist und dabei eine beeindruckende photographische Dokumentation der Menschen und ihren alltäglichen Gegebenheiten, der Landschaft wie auch der kulturellen Errungenschaften erstellt – entstanden ist ein seltenes visuelles Zeugnis einer damals noch kaum besuchten Region.

August Sander selbst hat seine photographische Auffassung in sechs Rundfunkvorträgen mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten dargelegt, die er 1931 für den WDR verfasst und gehalten hat. Die Vorträge stehen in der Ausstellung in einer Hörstation zur Verfügung und liegen nun auch erstmals editiert und kommentiert in Buchform vor, herausgegeben von der Photographischen Sammlung/Stiftung Kultur.

Die Ausstellung wird von der Kunststiftung NRW großzügig gefördert.