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Licht-Bilder 1968-2009
Karl Martin Holzhäuser
aus der Serie "Lichtmalerei" (88.28.2001)
Farbiges Licht auf auf PE-Colorpapier
Unikat, 120 x 120 cm, 2001
© Karl Martin Holzhäuser

Karl Martin Holzhäuser »

Licht-Bilder 1968-2009

Exhibition: 17 Feb – 8 May 2013

Sat 16 Feb 19:00 - 21:00

PHOTO EDITION BERLIN

Ystaderstr. 14a
10437 Berlin

+49 (0)30-41717831


www.photoeditionberlin.com

Wed 14-18, Sat 12-16 +

Licht-Bilder 1968-2009
Karl Martin Holzhäuser
Aus der Serie "Mechano optische Untersuchungen" (17.1975)
SW-Negative montiert,50 x 40 cm, 1975
Ed. 3+1 e.a.
© Karl Martin Holzhäuser

Karl Martin Holzhäuser
Licht-Bilder 1968-2009

17. Februar – 12. April 2013
Vernissage: Samstag, den 16. Februar 19-21 h

Der Künstler wird anwesend sein.
Einführung Prof. Dr. Gottfried Jäger, Bielefeld.
Konzert von Thomas Schweitzer.

Wir freuen uns einen weiteren wichtigen Vertreter der "konkreten Fotografie" mit einer Einzelausstellung in der Galerie präsentieren zu können. Von Karl Martin Holzhäuser werden Werke gezeigt von den Anfängen 1968 bis zu neueren Arbeiten aus den 2000er Jahren. Diese umfassen die Serien "Lichtmalerei" - "Mechano optische Untersuchungen" - "Licht-Punkt-Serie" - "Montagen" und "konkrete Landschaften".

Von Thomas Schweitzer wurden Kompositionen für die Ausstellung geschrieben und nehmen direkt Bezug auf die Exponate und deren Entstehungsprozess. Thomas Schweitzer geht es nicht um eine adäquate Übersetzung der einzelnen Bilder, sondern darum, dem Gesamteindruck der Arbeiten musikalische Entsprechungen zur Seite zu stellen. Die 16 Kompositionen sind Basis der themenbezogenen Improvisationen des Musikers, vom Duktus eher verhalten, den Arbeiten Karl Martin Holzhäusers entsprechend. Wie kein Anderer ist Gottfried Jäger mit den Werken von K.M. Holzhäuser vertraut und wird eine Einführung und Übersicht über die Werke und ihre Entstehung geben.

Licht-Bilder 1968-2009
Karl Martin Holzhäuser
Aus der Serie: "Montage" (43.2008)
Digigraphie, 120x120cm, 2008
Ed. 3+2 e.a.
© Karl Martin Holzhäuser

Karl Martin Holzhäuser, Mitglied der internationalen Gruppe "Konkrete Fotografie", hat seit den Anfängen seiner freien künstlerischen Praxis Ende der 1960er Jahre ein bemerkenswert konsistentes Werk geschaffen: In mehreren Werkgruppen weist es ein in sich selbst schlüssiges Konzept nach, das sich folgerichtig und Schritt für Schritt nachvollziehen lässt. Mehrere Ausstellungskataloge und Publikationen belegen das. Sucht man die Wurzeln seiner Kunst, so findet man sie in zwei Kulturen: der Kultur der konkreten, speziell konstruktiven Kunst, der sich Holzhäuser schon in jungen Jahren verbunden fühlte und der Kultur des Mediums Fotografie, besonders seiner experimentell-gestaltenden Tendenz. Dies bildete auch sein Studienfach an den Akademien in Saarbrücken und Hamburg, sowie die Grundlage seiner berufliche Karriere als Hochschullehrer. Nimmt man alles zusammen, so könnte man das Gesamtwerk Holzhäusers bisher als einen bildnerisch überzeugenden Synthese-versuch dieser beiden Kulturen ansehen: Kunst und Technik. Es spiegelt das freie Spiel von Farben, Formen, Raum und Zeit im Apparat eines Mediums, das sich diesen Ambitionen vielfach widersetzt.

Seine Kunst ist durch direkte, unverstellte Anschaulichkeit geprägt, durch die "Generative Ästhetik" des deutschen Philosophen Max Bense, bei dem der junge Holzhäuser eine kurze aber für ihn prägende Zeit zwischen 1966 und 1969 in Hamburg studierte. Bense ging es um die "Programmierung des Schönen", so einer seiner Buchtitel, ein paradigmatischer Ansatz, dessen Auswirkungen wir heute in den Formen der Medien- und Computerkunst für selbstverständlich erachten. Seine Basis ist der Informationsbegriff und dessen Ableitungen, so auch die Generative Ästhetik, die "die methodische Erzeugung ästhetischer Zustände" propagiert, "indem sie diese Erzeugung in endlich viele unterscheidbare und beschreibbare Einzelschritte zerlegt." Damit war erstmals eine griffige Formulierung für die aufkommende computer-generierte Kunst gefunden, die schon kurz darauf alle Künste inspirierte. Kunst war damit digital, also zahlenmäßig, algorithmisch, mathematisch erzeugbar. Ein revolutionärer Gedanke - damals.

Er traf den jungen Holzhäuser unvermittelt und führte ihn zu einem Arbeitsansatz, der sich in seinem Werk bis heute findet: Die elementare Gestaltung in serieller Form. Der Produktionsprozess beginnt mit einfachen, elementaren Zeichen (Lichtbündeln, Lichtfarben), die schrittweise mit Hilfe eigens konstruierter Apparate in Zustände höherer Ordnung überführt werden, einem natürlichen Wachstumsprozess vergleichbar. Dabei entstehen komplexe Zeichenstrukturen, die sich "lesen" und insofern rational nachvollziehen lassen. Frühe Arbeiten, so die "Mechano optischen Untersuchungen" von 1965 bis etwa 1972 legen davon ebenso Zeugnis ab wie die Arbeiten der Werkgruppe "Lichtmalerei", die nur noch mit Zeitdaten betitelt sind, wie bei einer Registratur oder dem Dokument in einem Archiv. Schon diese Titel bedeuten eine Absage an jede metaphysische Überhöhung und Verklärung seiner Kunst durch den Künstler selbst. Im Gegenteil: Sie signalisieren Ordnung und Transparenz, die das Kunstwerk vermitteln will. Sie liegen damit auf der Linie der frühen konkreten und konstruktiven Kunst, der daran lag, möglichst Viele am Kunstprozess zu beteiligen und niemanden auszuschließen, ein durch und durch demokratischer Ansatz. Auch in dieser Hinsicht bleibt Holzhäuser der Moderne verbunden, deren Idee er mit seinen Mitteln sichtbar und eindrucksvoll und fortschreibt.

Er inszeniert eine Bildwelt, die es so bis dahin nicht gab, und er verwirklicht die Idee, aus dem Fotoprozess selbst heraus ein Bild der Zeit zu schöpfen. So entstanden seine Ikonen, die latent in seinem Medium zu ruhen schienen - in einem System aus Optik und Chemie, aus Mechanik und technischen Arbeitsabläufen -, bis jemand sie ans Tageslicht hob. Holzhäuser ist auf der ständigen Suche nach diesem latenten Bild der Zeit durch eine Fotografie, die sich nicht damit zufrieden gibt, die Welt, wie sie ist oder wie sie erscheint, abzubilden oder darzustellen. Seine Fotos wollen nicht sichtbar machen, sondern sichtbar sein. Damit geht der Künstler bewusst auf die Wurzeln und Fundamente seines Mediums zurück, er sucht das Elementare in einer Welt, in der das Flüchtige zum Alptraum wird. Frühere Bindungen eines Kunstwerks an Ort und Zeit seiner Entstehung sind durch Reproduzierbarkeit und massenhafte Verbreitung aufgehoben. Die Globalisierung hat hier längst stattgefunden. Fotografie fördert diesen Prozess eher als dass sie ihn stoppt. Aber sie bietet auch die Chance, das Spiel mit zu spielen und dennoch authentische Bilder der Gegenwart zu entwerfen, Zeichen, die dem individuellen und kollektiven Bewusstsein Halt geben. Holzhäusers Arbeit fixiert das Flüchtige auf eigene Art. Er arbeitet im Dunkeln. Aber sein Medium ist das Licht. (Auszug aus: Mit Licht. von Gottfried Jäger, 2004)

Licht-Bilder 1968-2009
Karl Martin Holzhäuser
Aus der Serie: "Konkrete Landschaften" (Landschaft III, 1-5/2, 1983)
Farbiges Licht auf Colorfilm, ausbelichtet auf PE-Colorpapier
50 x 50 cm, 1983
Ed. 5
© Karl Martin Holzhäuser
Licht-Bilder 1968-2009
Karl Martin Holzhäuser
Aus der Serie: "Licht-Punkt-Serie" (Licht-Punkt-Serie 1995)
Farbiges Licht auf PE-Colorpapier
Unikate, je 120 x 120 cm / 40 x 40 cm
© Karl Martin Holzhäuser